18.04.2021 17:15 Uhr - 2. Bundesliga - PM Waiblingen, red

Waiblinger Tigers haben gegen Nord Harrislee Maßgaben "hervorragend umgesetzt"

Aaricia SmitsAaricia Smits
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
Das 32:29 (15:12) der Waiblinger Zweitligahandballerinnen gegen den TSV Nord Harrislee lässt auf den ersten Blick eine enge Partie vermuten. Doch die VfL-Frauen waren vor allem zwischen der 31. und 55. Minute das bessere Team und führten zwischenzeitlich mit bis zu acht Toren Vorsprung. Aus einer erneut geschlossenen Mannschaftsleistung ragten beim VfLTorhüterin Celina Meißner und Aaricia Smits (7/2 Tore) heraus.

Bis kurz vor der Halbzeit begegneten sich die beiden Kontrahenten im Verfolgerduell des Tabellensiebten gegen den Achten weitgehend auf Augenhöhe. Die Waiblinger Defensive hatte in der Anfangsphase die beiden Rückraumschützinnen der Gäste, Janne Lotta Woch und Madita Karlotta Jeß, weitgehend unter Kontrolle. Der VfL-Angriff agierte mit viel Tempo, um die Abwehr der Nordfrauen erfolgreich auseinanderzunehmen.

Immer wieder legten die Waiblingen Tigers ein bis zwei Treffer vor, versäumten es aber, durch ausgelassene Tormöglichkeiten weiter davonzuziehen. Zudem sah die linke Abwehrseite des VfL nicht immer gut aus und erlaubte der Rechtshänderin Johanna Andresen auf Rechtsaußen zu viele Freiräume und am Ende fünf Tore. Die beiden Torhüterinnen Celina Meißner (VfL) und Sophie Fasold überzeugten mit vielen Paraden.

Als Caren Hammer in der 20. Minute bereits ihre zweite Zeitstrafe erhielt, musste Waiblingens Interims-Chefcoach Adrian Müller den starken Abwehr-Mittelblock aus Hammer und Vivien Jäger umstellen. Im Angriff nahm nun Aaricia Smits die halbrechte Position ein. Die Belgierin glänzte mit ihrem starkem Eins-gegen-Eins-Spiel und den Hüftwürfen wie aus dem Lehrbuch.

Da Woch und Jess zunehmend Fahrt aufnehmen, entweder selbst trafen oder die Kreisläuferinnen erfolgreich in Position brachten, erzielte der TSV beim 5:5, 8:8 und 9:9 jeweils wieder den Ausgleich. Erst in der letzten Spielminute des ersten Durchgangs gelangen dem VfL noch zwei schnelle Treffer binnen zehn Sekunden zum 15:12-Pausenstand. Es war die erste Drei-Tore-Führung in der Partie überhaupt.

Müller: "Mussten immer wieder umstellen"




Mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit startete die beste Phase der Waiblingerinnen. Mit hohem Einsatzwillen der Abwehr ließ der VfL nun nur noch wenige Chancen des Gegners zu, und Celina Meißner hielt weiterhin glänzend. Einzig bei den Pässen aus von der Rückraummitte auf Rechtsaußen sah die Waiblinger Defensive weiterhin nicht so gut aus. Dafür rollte der Tigers-Angriffsexpress auf Hochtouren. Ob mit Tempogegenstößen oder durch schnelles und variantenreiches Angriffsspiel - der Gastgeber war nun eindeutig Chef im Ring.

Weniger als fünf Minuten waren seit dem Wiederbeginn gespielt, da war der VfL bereits auf 19:12 enteilt. Dabei fiel erneut die Ausgeglichenheit des Waiblinger Kaders auf. Wie schon beim Heimsieg vor einer Woche gegen Kirchhof fanden sich am Ende der Partie auch gegen Harrislee wieder zwölf verschiedene VfL-Spielerinnen in der Torschützenliste wieder. Als Jule Schraml in der 56. Minute zum 31:23 traf, war die Begegnung längst gelaufen.

Die Gäste von der dänischen Grenze richteten ihre Abwehr in den Schlussminuten offensiver aus und fingen dadurch viele Bälle des VfL ab. So gelang Harrislee mit einem 6:1-Lauf noch eine deutliche Ergebniskorrektur zum 29:32-Endstand. Aus Waiblinger Sicht war dies allerdings nur ein kleiner Wermutstropfen, denn mit einer erneut geschlossenen Mannschaftsleistung revanchierte sich der VfL erfolgreich für die Hinspielniederlage.

"Alle Spielerinnen haben die Dinge, die wir unter der Woche in der Vorbereitung auf das Spiel besprochen und trainiert haben, hervorragend umgesetzt", resümierte der zufriedene Waiblinger Co-Trainer Adrian Müller, der wie vor einer Woche nochmals Thomas Zeitz (Quarantäne) als Chef-Coach vertrat. "Durch die beiden frühen Zeitstrafen gegen Caren Hammer und der späteren Verletzung von Tanja Padutsch mussten wir immer wieder umstellen. Doch alle eingewechselten Spielerinnen haben sich nahtlos eingebracht. Es gab keine Brüche im Spiel. Die zwei Tore innerhalb von zehn Sekunden noch vor der Halbzeit haben uns zusätzliches Selbstvertrauen für die zweite Hälfte gegeben. Da haben wir dann bis auf die letzten fünf Minuten sehr guten Handball gespielt."

VfL Waiblingen: Meißner, Merlin; Tietjen (3), Nagler (3/3), Teixeira da Silva (1), Schraml (1), Hagen (5), Klingler, Hammer (2), Smits (7/2), Padutsch (1), Berisha (2), Kristmann (1), Ridder (3), Jäger (3)

TSV Nord Harrislee: Tiedemann, Fasold; Woch (8), Frauenschuh (3), Jane Andresen, Lauf (1), Johanna Andresen (5), Rahn (2), Jeß (8/2), Steffensen, Mettner, Paulsen (2), Groth, Richter