18.04.2021 09:35 Uhr - Weltmeisterschaft - red Material dpa und DHB

"Es war ein Sieg, das war das Wichtigste": Die Stimmen zum Hinspiel der WM-Play-offs der DHB-Frauen

Johanna Stockschläder (hier im Trainingslager 2020) traf bei ihrem Debüt achtmal. Johanna Stockschläder (hier im Trainingslager 2020) traf bei ihrem Debüt achtmal.
Quelle: Marco Wolf
Sechs Debütantinnen inklusive der besten Torschützin, ein Jubiläumstor, eine Interimskapitänin und mit einer souveränen Leistung ganz klar auf Kurs Weltmeisterschaft: mit dem 32:27 (17:10)-Auswärtserfolg gegen Portugal in Luso hat sich die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener eine optimale Ausgangslage für das Rückspiel am Dienstag (17.30 Uhr, live auf Sport 1) in Hamm geschaffen.

Die nach sechs Corona-Ausfällen neuformierte deutsche Mannschaft benötigte vor leeren Rängen in Luso eine Weile, um ihren Rhythmus zu finden. Beim 7:4 (14.) gelang erstmals eine Drei-Tore-Führung, die jedoch erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit ausgebaut werden konnte, weil zu viele gute Gelegenheiten vergeben wurden.

Dennoch geriet das DHB-Team, in dessen Reihen gleich sechs Neulinge standen, gegen die höchstens zweitklassigen Portugiesinnen zu keiner Zeit ernsthaft in Gefahr. Von den Debütantinnen wussten neben Top-Werferin Stockschläder vom Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund, die acht Tore erzielte, vor allem Kreisläuferin Annika Ingenpaß aus Bad Wildungen (4) und Torfrau Katharina Filter vom Buxtehuder SV zu gefallen.

Kurz nach dem Wechsel zog Deutschland sogar auf zehn Tore davon, leistete sich aber umgehend eine Schwächephase, die der Außenseiter zu einem 4:0-Lauf nutzte. Auch in der Folge agierte die DHB-Auswahl fehlerhaft und teilweise unkonzentriert. In der Schlussphase schmolz der Vorsprung teilweise sogar auf vier Tore, dennoch brachte das Groener-Team den Sieg aber sicher über die Zeit.

"Erfolg ist nach einem solchen Spiel ein etwas zu großes Wort. Die erste Halbzeit war einigermaßen in Ordnung, da haben wir 17:10 geführt. Wir hatten die Abwehr im Griff, haben aber zu wenig aus dem Tempospiel gemacht, zudem haben wir uns von der Hektik der Portugiesinnen anstecken lassen", so Bundestrainer Henk Groener nach dem Spiel.



"In der zweiten Halbzeit hatten wir deren 7:6 anfangs gut im Griff, aber danach die Räume nicht mehr zugemacht, das war ein Tag der offenen Tür in der Abwehr. Wir haben mit 32:27 gewonnen, das sind plus fünf Tore für die Quali. Ich denke, das können wir Dienstag noch besser machen, und darüber werden wir noch sprechen", fuhr er fort.

"Es war ein Sieg, das war das Wichtigste. Aber wir haben nicht all das geschafft, was wir uns eigentlich vorgenommen haben. Dementsprechend sind 27 Gegentore viel zu viel. Das haben wir in der ersten Halbzeit deutlich besser gemacht", fügte Interimskapitänin Emily Bölk hinzu.

"Wir wollten in der zweiten Halbzeit daran anknüpfen, aber wir waren zu hektisch und haben zu viele leichte Bälle weggeschmissen und dann nicht mehr den richtigen Zugriff bekommen. Da haben wir auf jeden Fall etwas, was wir im Rückspiel besser machen müssen, aber das wichtigste heute ist erstmal, dass wir mit einem kleinen Puffer in das zweite Spiel gehen können und die ersten zwei Punkte haben", ergänzte die Rückraumspielerin.

Rechtsaußen Marlene Zapf sah das ähnlich: "Mit 27 Gegentoren können wir nicht zufrieden sein, vor allem in der zweiten Halbzeit sind 17 Gegentore zu viel. Da müssen wir im Rückspiel am Dienstag noch einmal eine Schippe drauflegen. Fünf Tore sind kein schlechter Vorsprung, aber heute wäre mehr drin gewesen."



Linksaußen, Debütantin und beste Werferin Johanna Stockschläder zu ihrem Debüt: "Ich habe mich tierisch gefreut, endlich den Adler auf der Brust zu tragen und es hat heute Spaß gemacht. Es war ganz wichtig, dass wir mit dem Sieg nach Hause fahren, damit wir ein bisschen Puffer für das nächste Spiel haben. 27 Gegentore sind natürlich ein bisschen viel, aber dafür, dass es das erste Spiel in dieser Konstellation war, können wir trotzdem mit einem guten Gefühl nach Hause fahren."

Neben Deutschland haben auch Slowenien, Serbien, Rumänien, Schweden, Russland, Montenegro und Ungarn ihre Hinspiel der WM-Play-offs gewonnen, die Partien Österreich gegen Polen und Tschechien gegen die Schweiz endeten jeweils mit einem Unentschieden. Am Dienstag und Mittwoch finden die Rückspiele statt.

Die Ergebnisse der Hinspiele der WM-Play-offs:


46:19
(23:10)
23:35
(12:19)
29:23
(14:13)
29:29
(13:13)
14:28
(7:15)
33:22
(15:11)
24:14
(13:7)
19:26
(10:11)
27:27
(12:14)
27:32
(10:17)


Die Rückspiele der WM-Play-offs:




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17:00 Uhr
20.04.2021
17:30 Uhr
20.04.2021
18:00 Uhr
20.04.2021
18:30 Uhr
20.04.2021
20:15 Uhr
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17:45 Uhr
21.04.2021
18:00 Uhr
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18:10 Uhr
21.04.2021
21:45 Uhr


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