08.04.2021 08:22 Uhr - Weltmeisterschaft - PM OEHB, red

"Eine erfolgreiche WM-Quali wäre für jede einzelne Spielerin sehr wichtig": Österreichs Patricia Kovacs über die WM-Play-offs gegen Polen

Patricia Kovacs hofft auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation.Patricia Kovacs hofft auf eine erfolgreiche WM-Qualifikation.
Quelle: Tobias Baur, TuS
Patricia Kovacs zählt zu den Leistungsträgerinnen in der österreichischen Nationalmannschaft. Die ehemalige Spielerin der TUSSIES Metzingen absolvierte bislang 47 Länderspiele und erzielte dabei 152 Tore. Für die beiden Spiele in der WM Qualifikation Phase 1 vor wenigen Wochen musste sie aufgrund einer Corona-Erkrankung absagen, kehrt aber rechtzeitig für die WM-Play-offs gegen Polen am 16. und 20. April zurück. Im Interview spricht sie über ihre Zeit in Ungarn, ihre Corona-Erkrankung, den kommenden Gegner Polen, die Sehnsucht nach einer WM-Teilnahme und die Heim-EURO 2024.

Im Mai 2020 wurde bekannt gegeben, dass Sie Deutschland Richtung Ungarn verlassen. Seit Sommer sind Sie bei Mosonmagyaróvári engagiert und Sie liegen mit dem Verein auf Tabellenrang 4. Wie gefällt es Ihnen in Ungarn und was sind die Ziele für diese Saison?

Patricia Kovacs:
Mir gefällt es richtig gut in Ungarn, zudem bin ich näher bei meiner Familie. Ich habe den Wechsel nicht bereut. Im Verein läuft es recht gut, allerdings hat uns Corona schwer getroffen. Wir mussten zweimal für jeweils zehn Tage in Quarantäne. Das wirkt sich natürlich auf die Leistung aus, da sind wir ein wenig zurückgefallen. Diese Saison ist anders als alle anderen, aber da geht es allen gleich. Nichtsdestotrotz stehen wir auf Rang 4 und unser Ziel ist, unter den Top 5 zu bleiben und uns damit für einen internationalen Bewerb zu qualifizieren.

Für die Spiele in der WM Qualifikation Phase 1 mussten Sie aufgrund einer Corona-Erkrankung absagen. Wie ging es Ihnen und wie geht es Ihnen heute?

Patricia Kovacs:
Knapp zwei Wochen vor dem Trainingslehrgang wurde ich positiv getestet. Ich hatte zum Glück einen milden Verlauf. Im Endeffekt hat es sich wie eine Erkältung angefühlt, ich hatte auch keine typischen Corona-Symptome, außer, dass mein Geruchs- und Geschmackssinn für zwei Tage weg waren. Mittels Grundlagenausdauertraining bin ich wieder ins Training eingestiegen.

Es war mir wichtig, nicht sofort von 0 auf 100 einzusteigen, sondern langsam und kontinuierlich. Das war auch bei meinem Verein der Fall. Ich habe nur in bestimmten Herzfrequenzzonen trainiert und als alles wieder in Ordnung war noch diverse Untersuchungen und einen Bluttest gemacht. Vor rund zwei Wochen kam von den Ärzten das OK, seither bin ich wieder voll im Training und spiele auch wieder.

Wie haben Sie die Spiele gegen den Kosovo und Italien verfolgt? War es schmerzhaft für Sie, das Team nicht unterstützen zu können?

Patricia Kovacs:
Nachdem Sonja Frey kurzfristig auch erkrankt war (Anm.: starke Erkältung, kein Corona), haben wir während den Spielen telefoniert und übers Spiel geredet. Es war für uns beide schwer, nur von außen zuzusehen und nichts machen zu können.

Aber die Mädels haben das Super gemacht, speziell unter den Umständen, dass man als haushoher Favorit in die Spiele gegangen ist. Dieses junge Team hat sich großartig präsentiert, man hat gesehen, dass sich darauf viel aufbauen lässt Richtung Heim-EURO 2024. Johanna Reichert und Johanna Schindler haben zwei großartige Partien abgeliefert, das war toll mitanzusehen, wie sie Verantwortung übernommen haben.

Helfen diese beiden Siege für die bevorstehenden WM-Play-offs?

Patricia Kovacs:
Diese Erfolge sind natürlich super für das gesamte Team und geben Selbstvertrauen. Eine Mannschaft ist dann erfolgreich, wenn mehr als die Hälfte der Spielerinnen etwas beitragen können. Das hat man bei uns öfter gesehen, dass wir immer dann erfolgreich waren, auch gegen nominell stärkere Teams, wenn nicht ein, zwei Spielerinnen herausgestochen sind, sondern das gesamte Team.

Am 16. und 20. April geht es nun in den WM-Play-offs gegen Polen. Was war Ihr erster Gedanke nach der Auslosung?

Patricia Kovacs:
Dass dies endlich mal ein Gegner ist, der für uns an zwei guten Tagen in Reichweite liegt. Im Vergleich zu den letzten Jahren, haben wir nahezu schon Losglück gehabt. Das war in der Vergangenheit wirklich schwer für uns, ständig gegen Nationen zu spielen, die zum Favoritenkreis zählen. Polen ist definitiv ein interessanter Gegner. Mit einer starken Leistung, ist es eine machbare Aufgabe.

Gibt die Auslosung einen zusätzlichen Motivationsschub?

Patricia Kovacs: Natürlich ist man zusätzlich motiviert, wenn man weiß, es besteht tatsächlich eine Chance zur WM zu fahren. Wir hätten es uns alle verdient. Petra Blazek und Sonja Frey haben es sich mehr als verdient, endlich wieder zu einem Großereignis zu fahren und auch wir jungen Spielerinnen waren noch nie. Wir sind richtig motiviert, haben auch bereits begonnen Videos vom Gegner zu schauen.

Wie wichtig wäre aus Ihrer Sicht eine erfolgreiche WM-Quali hinsichtlich der Heim-EURO in drei Jahren?

Patricia Kovacs:
Das würde uns viel Erfahrung und Selbstvertrauen geben, zu sehen, dass man da hingehört. Bei der WM selbst würden dann natürlich wieder ganz andere Gegner warten, wie Ungarn, die Niederlande, etc. Eine erfolgreiche WM-Quali wäre für jede einzelne Spielerin, wie auch für den Verband, sehr wichtig. Gerade in Hinblick auf unsere Heim-EURO.

Wie präsent ist die Heim-EURO heute schon?

Patricia Kovacs: Sehr. Das ist eine einzigartige Chance. Jede im Team will da dabei sein, um das erleben zu können. Das hat man letztes Jahr bei den Männern gesehen, wie einzigartig so ein Großereignis im eigenen Land ist. Da waren wir, im positiven Sinne, schon richtig neidisch.

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