07.04.2021 14:15 Uhr - Weltmeisterschaft - PM ÖHB, red

"Mein großes Ziel ist die Heim-EURO 2024": ÖHB-Spielerin Johanna Reichert über die WM-Play-offs gegen Polen

Johanna Reichert hat sich im österreichischen Nationalteam festgespielt.Johanna Reichert hat sich im österreichischen Nationalteam festgespielt.
Quelle: ÖHB/Agentur DIENER/Eva Manhart
Nach den Ausfällen von Beate Scheffknecht, Patricia Kovacs und Sonja Frey in der WM Qualifikation Phase 1, sprang die 19-jährige Johanna Reichert in die Presche, war sowohl gegen den Kosovo als auch gegen Italien beste Werferin Österreichs und damit maßgeblich an den Erfolgen und dem Einzug in die WM-Play-off-Runde beteiligt. Mit ihren insgesamt 19 Toren warf sie sich regelrecht in den Fokus. In den WM-Play-offs am 16. und 20. April geht es nun gegen Polen. Im Interview spricht sie über ihre eigene Entwicklung in den vergangenen Jahren, das große Ziel der Heim-EURO 2024 und die Aufbruchstimmung im Nationalteam.

Im September 2019 durftest du gegen die Topnationen Niederlande und Spanien dein Nationalteam-Debüt geben. Gegen den Kosovo und Italien warst du bereits Leistungsträgerin auf dem Spielfeld, wie du es auch bei deinem Verein WAT Atzgersdorf bist. Woher kommt die aktuelle Leistungsexplosion?

Johanna Reichert:
Als ich 2019 das erste Mal einberufen wurde, musste ich mich erst reinfinden und es war ein erstes reinschnuppern im Nationalteam. Ich bin vom Typ her so gestrickt, dass ich ein wenig Zeit brauche, um aufzublühen, um mein Selbstvertrauen zu finden und damit meine Leistung zu bringen, so wie es jetzt der Fall ist. Im Nationalteam wurde ich von Beginn weg toll aufgenommen und habe mich sofort wohl gefühlt. Das war auch bei den letzten Lehrgängen so und das spiegelte sich in meiner Leistung wider. Ähnlich lief es bei Atzgersdorf.

Mit deinen Leistungen in der WHA, zum Beispiel Platz acht in der Toschützenliste, und zuletzt im Nationalteam hast du für ordentlich Aufsehen gesorgt. Was sind deine Ziele? Führt dich dein Weg womöglich auch ins Ausland?

Johanna Reichert:
Mein großes Ziel ist die Heim-EURO 2024. Ich werde alles dafür tun, um da auf der Platte zu stehen. Das ist mir sehr wichtig. Auf Vereinsebene wird man sehen, wie es sich entwickelt.

Wie schwer war es für dich, nach den Ausfällen von Beate Scheffknecht, Patricia Kovacs und Sonja Frey, Verantwortung im Team zu übernehmen in den Spielen gegen den Kosovo und Italien?

Johanna Reichert:
Nachdem Beate und Poti fürs Nationalteam absagen mussten, war mir schnell klar, dass ich Einsatzzeiten bekommen werde in den beiden Spielen. Das hat mich zugegebenermaßen im ersten Moment auch ein wenig nervös gemacht. Diese Nervosität habe ich auch am Spielfeld gespürt. Im Spiel selbst habe ich mich damit aber nicht befasst, ich habe einfach gespielt. Ich glaube, das war das Beste das mir passieren konnte. Dadurch habe ich mich beweisen können.

Die Pflicht hat man mit Bravour erfüllt. Folgt nun gegen Polen in den WM-Play-offs die Kür?

Johanna Reichert:
Ich habe mir die Auslosung live angesehen. Als wir Polen zugelost bekommen haben, war mein erster Gedanke ,das können wir schaffen´. Es wäre cool, wenn wir im Winter bei der WM dabei sind und nicht zu Hause sitzen müssen. Im Team ist jeder motiviert. Wir pushen uns gegenseitig.

Geben die beiden Siege in der WM Qualifikation Phase 1 Selbstvertrauen für die WM-Play-offs?

Johanna Reichert:
Es hilft, dass wir diese beiden Spiele gewonnen haben. Die Gegner waren aber deutlich schwächer als Polen. Mit Sonja und Poti sind aber auch wir deutlich stärker aufgestellt.