04.04.2021 14:23 Uhr - 1. Bundesliga - PM SV, red

Offensive Abwehr als Schlüssel zum Erfolg: Halle-Neustadt bezwingt Bad Wildungen

Sophie Lütke war mit neun Toren die beste Werferin bei den "Wildcats".Sophie Lütke war mit neun Toren die beste Werferin bei den "Wildcats".
Quelle: Michael Vogel, SV Union Halle-Neustadt
Der SV Union Halle-Neustadt konnte seine Siegesserie in der 1. Handball Bundesliga Frauen ausbauen. Bei der HSG Bad Wildungen Vipers gewann das Team von Jan-Henning Himborn am Samstagabend mit 28:23 (16:7). Mit dem Sieg stehen die Hallenserinnen jetzt knapp vor dem rechnerisch sicheren Klassenerhalt. Der Aufsteiger hat neun Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Bei fünf ausstehenden Partien haben die Verfolger der "Wildcats" noch die Chance auf zehn Punkte.

Die Mannschaft aus Sachsen-Anhalt trotzte der angespannten Personalsituation und überraschten die Gastgeber mit einer offensiven Abwehrformation. Durch eine fulminante erste Halbzeit und einer 16:7-Pausenführung waren die Wildcats bereits zu dem Zeitpunkt auf der Siegerstraße.

Im zweiten Spielabschnitt ließen die Hallenserinnen dank einer starken Anica Gudelj im Tor nichts mehr anbrennen und sicherten sich am Ende verdient die nächsten zwei Punkte. Neben der Torhüterin war Sophie Lütke mit neun Toren die beste Werferin bei den Gästen. Bei Bad Wildungen konnte vor allem Jana Scheib mit acht Treffern überzeugen.

Hiobsbotschaften vor Spielbeginn


Verletzungsschock bei den Wildcats. Die Hallenserinnen müssen bis zum Saisonende auf ihren kompletten Mittelblock verzichten. Pia Dietz fällt wegen einer Entzündung an der Achillessehne und Cecilie Woller wegen einer Knieverletzung aus.

"Wir haben im Wochenverlauf die Chance gesehen, dass wir nur mit einer offensiven Deckungsvariante hier etwas holen können. Bereits gegen Ketsch hatte Bad Wildungen Schwierigkeiten mit dieser Abwehr. Durch die Ausfälle waren wir gezwungen, was auszuprobieren. Meine Mannschaft hat das heute komplett umgesetzt und eine starke Leistung gezeigt", so Jan-Henning Himborn nach dem Spiel.

In der Tat war die offensive Abwehr der Schlüssel zum Erfolg. Ballgewinne in der Defensive konnte Marija Gudelj schnell in Tempogegenstöße umsetzen. Auch im Positionsangriff zeigten sich die Hallenserinnen spielfreudig. Der Rückraum hatte ein gutes Auge für alle Positionen und so zwang man Tessa Bremmer bereits in der 12. Minute zur zweiten Auszeit.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Wildcats schon mit acht Toren (2:10) in Führung. Auch der Gastgeber stellte seine Abwehr nun in eine offensiv ausgerichtete Formation um. Es entwickelte sich auf beiden Seiten ein hektisches und emotionelles Spiel. Die Wildcats, welche gegen Bad Wildungen mit Nadine Smit am Kreis spielten, behielten in vielen entscheidenden Situationen aber einen kühlen Kopf und ging mit 7:16 in die Kabine.

Kraftakt in der zweiten Halbzeit


Vor allem Jana Scheib machte in den zweiten dreißig Minuten im Team der Vipers auf sich aufmerksam. Allein fünf Tore von ihren insgesamt acht Treffern erzielte sie in den ersten zehn Minuten. Die Wildcats hielten aber dagegen und spielten jetzt im Rückraum mit Lena Smolik. Der Youngstar im Team der Hallenserinnen brachte viel Bewegung in den Angriff. Zum Ende hin merkte man den Wildcats den Kräfteverschleiß an und es schlichen sich mehr technische Fehler ein.

Ganz wichtiger Rückhalt in dieser Phase war Anica Gudelj, welche dann mehrere 100-prozentige Torchancen von den Vipers vereitelte. Tessa Bremmer war äußerst unzufrieden mit der Leistung ihrer Mannschaft. "Die Einstellung zum Spiel hat bei meiner Mannschaft heute nicht gestimmt. Das Spiel haben wir bereits in der ersten Halbzeit verloren", so die Vipers-Trainerin.