29.03.2021 16:26 Uhr - 2. Bundesliga - PM HCL mit HNA Sportredaktion Schwalm-Eder

"Uns hat Cleverness gefehlt": SG 09 Kirchhof verliert fünftes Spiel in Folge

Diana Sabljak (mit Ball)Diana Sabljak (mit Ball)
Quelle: Dirk Krug
Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof kassierte beim 25:30 (13:15) gegen den HC Leipzig seine fünfte Niederlage in Folge und bleibt damit auf dem Abstiegs-Relegationsplatz. Der HC Leipzig hingegen klettert durch den dritten Sieg in Folge auf den sechsten Tabellenplatz.

"Mit der Einstellung und der Laufbereitschaft bin ich zufrieden. Aber uns hat Cleverness gefehlt", sagte Kirchhofs Trainer Martin Denk. Dessen Team stand zunächst gut in der Deckung und konnte sich auf die Paraden von Torfrau Frederikke Siggaard verlassen. Im Angriff war eine Steigerung unverkennbar. Verbunden mit dem Namen Diana Sabljak, die voranging und sicher abschloss. Eine Augenweide zudem die punktgenauen Pässe Siggaards, die Zerin Özcelik im Gegenstoß veredelte. So führte die SG über 4:1 (Özcelik, 8.) und 6:3 (Evjen, 10.).

Sogar eine Vier-Tore-Führung lag in der Luft. Doch erst bremste Denk den Angriff, den sein Team "ruhig" vortragen sollte. Ehe Mariel Beugels ihren Ruf bestätigte, zwischen "Genie und Wahnsinn" (Martin Denk) zu wandeln. Ein Katastrophenpass der emsigen Niederländerin brachte Leipzig ins Spiel. Auch dergestalt, geduldig zum Erfolg zu kommen. Julia Weise, die ansonsten von Kirchhofs neuem "Terrier" Katharina Koltschenko leidenschaftlich in der offensiven Deckung bearbeitet wurde, traf eiskalt, als ein Zeitspiel drohte (12.).

Doch Kirchhof hielt dagegen. Hielt seine Führung bis zur 24. Minute. Mit Glück und Geschick, weil Sabljaks Mut durchzuziehen auch mit knappen Treffern belohnt wurde. Nach dem 12:10 kippte die Partie allerdings binnen weniger als drei Minuten. Weil sich Lücken in der SG-Deckung auftaten, die Rechtsaußen Pauline Uhlmann (25.), die Zwillinge Jacqueline (26.) und Stefanie Hummel (27.) mit all ihrer Erfahrung sowie Lilli Röpcke im Gegenzug (26.) gnadenlos bestraften.



Auf der Gegenseite leistete sich Iva van der Linden einen schwachen, weil halbherzigen Abschluss (26.), ihrer Landsfrau Beugels unterlief ein technischer Fehler (27.), ehe das schönste Tor des Abends keine Anerkennung fand. Greta Kavaliauskaite bediente Kreisläuferin Schaffrick, die nach einem Foul im Rückwärtsfallen traf ? jedoch Pech hatte, dass die Schiedsrichterinnen schon gepfiffen hatten.

Immerhin: An Schaffrick können sich ihre Mitspielerinnen aufrichten. Die hielt im Gegensatz zu ihrem Tape, das nach wenigen Minuten seinen Dienst quittierte, an der lädierten Wurfhand 60 Minuten durch. Und wurde vom Gegner nicht geschont. "Wir haben sie nach der Pause enger gedeckt. Anfangs waren bei uns zu viele Fehler drin, dann sind wir konsequenter geworden, wobei uns die offensive Deckung Kirchhofs gutgetan hat", sagte HC-Coach Fabian Kunze.

Dessen Team konnte sich auf eine glänzende Spielmacherin Emely Theilig verlassen. Hatte mit Laura Majer eine souveräne Siebenmeterschützin, die zudem mit klugen Pässen gefiel. Die gingen Kirchhof ab - und Jana Schaffrick wusste, warum: "Wir haben im Angriff viel zu früh abgeschlossen. Nach der Pause waren wir zu kopflos."



Somit setzten sich die Gäste über 20:17 (38.), 23:18 (43.) und 25:21 (48.) ab. Da sich auch Leipzigs Torfrau Annabell Krüger steigerte, kamen die Gäste erst gar nicht mehr in die Verlegenheit, sich einer Aufholjagd stellen zu müssen. "Wir wollten zu viel und konnten auch keine Impulse von der Bank bringen", sagte Martin Denk.

Da bekam die neue Torfrau Zorana Jurcevic keine Hand an den Ball, da wurde der erste Wurf von Ida Evjen gleich geblockt, ehe sie in der nächsten Aktion eine Zeitstrafe kassierte (42.). Und da kam der erste Pass von Deborah Spatz nicht an (44.). Und da auch Klara Schlegel nach Verletzungspause und Länderspielen mit Österreich noch Rückstand offenbarte, fehlten Kirchhof schlichtweg die Mittel, um der Partie eine Wende geben zu können.

"Wir sind sehr froh, dass wir den dritten Sieg in Folge feiern können und damit auch auf Platz 6 der Tabelle wieder klettern können. Nachdem Kirchhof in der Deckung sehr oft gewechselt hat und uns damit immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt hat, konnten wir mit der Zeit doch gute Lösungen finden. Wir haben durch sehr gutes Tempospiel auf beiden Außen sowie durch individuelle Klasse mit unseren Kreisläuferinnen gewonnen", freute sich hingegen Leipzigs Trainer Fabian Kunze nach dem Spiel.