19.03.2021 11:28 Uhr - 2. Bundesliga - Sebastian Schmidt, Sport Schwalm-Eder, Lokalsport Melsungen

Kirchhof nach Ausfall von Schaffrick krasser Außenseiter gegen Zwickau

Greta KavaliauskaiteGreta Kavaliauskaite
Quelle: Richard Kasiewicz, SG09
Es kommt weiterhin knüppeldick für die Handballerinnen der SG 09 Kirchhof. Am Samstag (18 Uhr, Sportdeutschland.tv) ist kein Geringerer als Spitzenreiter BSV Sachsen Zwickau zu Gast in der Stadtsporthalle Melsungen. Für Kirchhof ist das der fünfte Vergleich in Folge mit einem Team aus den Top 5 der Tabelle.

Knüppeldick aber vor allem, weil fünf Stammspielerinnen fehlen. Nach Torfrau Nela Zuzic (Innenbanddehnung), Katharina Hufschmidt (Hand angebrochen), Hannah Kamp (Knie) und Klara Schlegel (Länderspiele mit Österreich, siehe auch Hintergrund) muss auch noch Jana Schaffrick passen.

Die kampfstarke Kreisläuferin hat sich bei der Niederlage in Berlin an der Wurfhand verletzt. "Das ist schon brutal. Deswegen müssen wir einfach zusehen, dass wir mit einem blauen Auge aus der Partie gehen und dann langsam unseren Rhythmus finden", betont SG-Coach Martin Denk, der alternativ Paulina Harder oder Emilia Prauss aufbieten kann.

Und er ist auch deshalb nicht zu beneiden, weil die zweite Reihe nur wenig helfen kann. Kaum wurde Lea Immelnkämper aus dem Juniorteam nach oben gezogen, um Zerin Özcelik auf Linksaußen zu entlasten, fällt sie auch schon aus. Immelnkämper zog sich nach einem Zusammenprall mit Greta Kavaliauskaite im Training eine Platzwunde zu und muss zehn Tage aussetzen. Somit rückt alternativ Marie Sauerwald ins Aufgebot, die am Dienstag 18 Jahre jung wird.

Immerhin: Trotz des "Auffahrunfalls" mit Immelnkämper sind sie in Kirchhof heilfroh, dass sich Kavaliauskaite in den Dienst der Löwinnen stellt und nicht mit Litauens Nationalmannschaft unterwegs ist. "Damit setzt sie ein starkes Zeichen. Der Kampf macht uns traditionell stark und dafür brauchen wir Greta im Mittelbock mit Diana Sabljak", lobt Denk, der zumindest mit der Defensivleistung und vor allem Torfrau Frederikke Siggaard beim 14:24 in Berlin zufrieden war.

Allerdings: "Es darf nicht passieren, dass wir so einbrechen. Wenn wir verlieren, müssen wir die Nerven behalten und die Angriffe länger ausspielen", betont Denk, der im Training am Abschluss arbeiten ließ. Daran, wieder Sicherheit in die Aktionen zu bekommen.

Denn Zwickau hat sich unter der Regie von Trainer Norman Rentsch zum Nonplusultra der 2. Liga gemausert. Das jüngste Spitzenspiel verdiente rückblickend seinen Namen nicht, weil der BSV den Tabellendritten SG Herrenberg mit 37:22 in seine Einzelteile zerlegte. "Der Aufstieg ist kein Muss. Aber wir reden auch nicht um den heißen Brei herum und wollen da oben bleiben", sagt Rentsch, der keine Verletzungen zu beklagen hat.

Und sein Team vor allem für die "berufsorientierte", sprich professionelle Haltung auf und neben der Platte lobt. Da verwundert es nicht, dass es für die kommende Saison bis auf Nadja Bolze (Karriereende) kaum Veränderungen im Kader geben dürfte.

Als "Turm" im Mittelblock erweisen sich Alisa Pester und Pia Adams. Die junge Kreisläuferin (Pester) aus der eigenen Jugend und die 1,82 m große Halblinke (Adams), die nach einer Pause und dem Abschied von Bayer Leverkusen für Brigita Ivanauskaite (Karriereende) nachverpflichtet wurde.

Im ausgeglichen besetzten 16er-Kader führt Adams (77/32) die interne Torjägerliste vor den Außen Lena Hausherr (65/34), Jenny Choinowski (64/13, beide links) und Rebeka Ertl (56, rechts) an. Die erst 19-jährige Hausherr ist die Entdeckung der Zweitliga-Saison überhaupt. Aus der Dortmunder A-Jugend schaffte sie es bis zum ersten A-Lehrgang unter Bundestrainer Henk Groener.

Kein Wunder, dass Martin Denk betont, "dass wir gegen diesen starken Gegner nur gewinnen können". Den Gefallen, die SG 09 zu unterschätzen, wird ihm sein Gegenüber indes nicht tun: "Kirchhof ist in der Lage, mit seinem Kampf einen starken Angriff in Schach zu halten oder sogar zu brechen. Wir fahren gut damit, dass wir sie wie jeden Gegner zweimal im Video analysieren, um bestehen zu können", macht Norman Rentsch deutlich.