07.03.2021 13:55 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulmer Sport-Union bei Handball-Luchsen am Ende "ein bisschen geduldiger "

7 Tore von Alexia Hauf reichten den Luchsen nicht7 Tore von Alexia Hauf reichten den Luchsen nicht
Quelle: HL Buchholz 08-Rosengarten
Am 21. Spieltag der 1. Bundesliga trafen die HL Buchholz 08-Rosengarten auf die Spitzenmannschaft Neckarsulmer Sport-Union und unterlagen in der NordHeideHalle nach einem sehr starken Spiel auf Augenhöhe mit 22:24.

Durch den Auswärtserfolg belegt die Mannschaft aus Baden-Württemberg mit 31:13 Zählern den vierten Platz in der Tabelle, die Norddeutschen verbleiben mit 9:33 Punkten auf dem Relegationsplatz. Bei den Gästen war Lynn Knippenborg mit sieben Toren die erfolgreichste Torschützin ihrer Mannschaft, während sich bei den Luchsen Alexia Hauf und Fatos Kücükyildz ebenfalls mit sieben Treffern auszeichnen konnten.

War in den vergangenen Spielen vor allem die Offensive häufig das Prunkstück der Neckarsulmerinnen, zeigt die Mannschaft von Trainerin Tanja Logvin am Samstagabend in der NordHeideHalle jedoch vor allem in der Abwehr das deutlich bessere Gesicht. Viele vergebene Chancen auf beiden Seiten prägten jedoch im Auswärtsspiel bei Buchholz-Rosengarten das Bild der ersten Halbzeit. Der Rückraum der Sport-Union kam nicht zu der Torgefahr wie in den vergangenen Spielen dazu wurden freie Würfe im Gegenstoß oder als Siebnemeter zu häufig vergeben.

Von Beginn an entwickelte sich einen spannendes Spiel auf Augenhöhe. Die Gastgeberinnen legten mit 2:0 vor, aber bis zur sechsten Minute gelang Jill Kooij der Ausgleich zum 3:3. Nach dem Kreuzbandriss von Mareike Vogel stand erstmals Zoe Ludwig von Beginn an im Tor der Luchse und entpuppte sich als starker Rückhalt des Aufsteigers. Dominant waren beide Abwehrreihen in dieser Begegnung, wobei die ausgezeichnete 6:0-Formation der Heimmannschaft in Zusammenarbeit mit ihrer herausragend agierenden Torhüterin es den klar favorisierten Süddeutschen nicht einfach machten, zu Toren zu kommen.

Keinem der beiden Teams gelang es in der Folgezeit sich entscheidend abzusetzen, mal führten die Luchse mit einem Tor, mal die NSU. Die 7:8 Führung in der 20. Minute durch Irene Espinola Perez wurde postwendend von Kim Berndt zum 8:8 egalisiert. In der 23. Minute konnte Alexia Hauf die Luchse mit 10:9 wieder in Führung bringen, doch die Antwort zum 10:10 durch die Niederländerin Anouk Nieuwenweg ließ nicht lange auf sich warten.

In der Schlussphase der ersten Halbzeit konnten sich die Gäste eine knappe 12:13 Führung erkämpfen als Chantal Wick Zoe Ludwig mit einem Strafwurf überwinden konnte. Durch ein Tor von Fatos Kücükyildiz gingen die Luchse mit 13:14 in die Halbzeitpause.

Luchse-Trainer Dubravko Prelcec hatte seine Mannschaft hervorragend eingestellt. Die Abwehr stand ausgezeichnet und kam auch in der Rückwärtsbewegung schnell wieder in die Ordnung. Durch ihre Spielweise konnten die Gäste nicht ihr gewohnt variables Angriffsspiel entfalten, zumal Torhüterin Zoe Ludwig viele Abschlüsse von Außen entschärfen konnte, so dass sich das Spiel der Süddeutschen in der Mitte häufig festlief.

Durch gute Blocks der Abwehr oder nach glanzvollen Paraden von Zoe Ludwig ergaben sich Konterchancen, die meistens von Alexia Hauf verwandelt wurden. Auch Fatos Kücükyildiz zeigte nicht nur im 1 gegen 1 ihre Klasse, sondern überraschte die gegnerische Torhüterin Isabel Gois mit platzierten Würfen aus dem Rückraum. Der Angriff der Luchse spielte sehr geduldig und schloss nur bei guten Gelegenheiten ab, allerdings fehlte es manchmal an der Genauigkeit.

Auch im zweiten Abschnitt der Partie blieb es ein spannendes, aber faires Spiel, in dem der Aufsteiger seinem Gegner alles abverlangte. In der 36. Minute verzeichnete der Neuling wieder eine 15:14 Führung als Sarah Lamp sich durchsetzen konnte. Das Spiel wogte hin und her, in der 40. Spielminute hatte die Sport-Union mit 16:17 wieder die Nase vorn, aber kurze Zeit später schloss erneut Alexia Hauf bei einem Konter zur 19:17 Führung für die Heimmannschaft ab.

Die Gäste ließen nicht locker und kamen mit einem verwandelten Siebenmeter durch Nathalie Hendrikse wieder mit 19:20 in Front. Dem Angriff der Luchse fiel es in der Folgezeit immer schwerer Tore zu erzielen, denn die für Isabel Gois ins Tor gewechselte Sarah Wachter wehrte die aussichtsreichsten Möglichkeiten der Heimmannschaft großartig ab. Allerdings war auch sie bei einem sehenswerten Dreher von Alexia Hauf machtlos als sie den Gleichstand von 20:20 herstellte, Lynn Knippenborg erhöhte auf 20:21 für die Gäste und in der 54. Minute traf Selina Kalmbach zum 20:22.

Nun wurde es eng für den Aufsteiger, aber er gab sich noch nicht geschlagen. Sarah Lamp konnte in der 57. Spielminute noch einmal auf 22:23 verkürzen und Kim Berndt erzielte den vermeintlichen Ausgleichstreffer, der aber von den Referees nicht gegeben wurde. In der Schlussphase der Begegnung unterliefen den Luchsen erneut technische Fehler, so dass sie sich selber um die Früchte ihres starken Spiels brachten als Lynn Knippenborg zum Endstand von 22:24 einnetzen konnte.

"Die Mannschaft hat wieder durch Nachlässigkeiten Punkte verschenkt - jetzt wird es eng für uns. Unsere verbliebenen Führungsspielerinnen schaffen es nicht über 60 Minuten ihr Niveau zu halten und dann geht diese enge Begegnung verloren", erläuter Geschäftsführer Sven Dubau. "Wir haben natürlich auch viel Pech gehabt, doch auch das Glück muss man sich verdienen."

"Nicht nur die Mädels sind enttäuscht, sondern ich bin auch traurig, weil sie sich am Ende wieder nicht an die Vorgaben gehalten haben und sich durch die technischen Fehler erneut nicht belohnen konnten, obwohl wir ein Unentschieden verdient gehabt hätten", so Dubravko Prelcec. Mit 18 Paraden und fast 43 Prozent gehaltener Bälle zeigte Zoe Ludwig eine großartige Leistung.

"Ich denke, dass wir heute in der Schlussphase einfach ein bisschen geduldiger gespielt haben und über den gesamten Spielverlauf etwas besser in der Abwehr gestanden sind. Rosengarten hat ein sehr gutes Spiel gezeigt und wir haben gewusst, dass es für uns in dieser Halle schwer werden kann. Sie stehen eng als Mannschaft zusammen, kämpfen über 60 Minuten und sind nach der Verletzung von Mareike Vogel nochmal enger als Mannschaft zusammengerückt", erklärte NSU-Trainerin Tanja Logvin nach Spielende udn betonte: "Meine Mannschaft hat aber auch einen guten Kampf gezeigt, ist diese Woche deutlich besser in der Abwehr gestanden und hat das Spiel letztendlich mit der Routine gewonnen."

"In den letzten drei Spielen haben wir drei Punkte verschenkt, wir müssen trotzdem den Blick nach vorne richten, denn in Halle erwartet uns die nächste schwere Aufgabe", so Prelcec und betont: "Die Mädels sollten aus ihren Fehlern lernen, einen kühlen Kopf bewahren und mit der richtigen Körpersprache verdeutlichen, dass sie diese Punkte erkämpfen wollen."

"Ich hoffe, dass die Mädels den Kopf frei bekommen und nicht lange hadern, denn trotz des insgesamt starken Spiels, haben sie selber die Partie aus der Hand gegeben", so Dubau, der schon den Blick nach vorne richtet: "In Halle-Neustadt sehe ich die letzte Chance, um den direkten Klassenerhalt zu schaffen. Ich bin gespannt ob wir dem Druck gewachsen sind."