06.03.2021 09:53 Uhr - 2. Bundesliga - Markus Hausdorf, red

"Von der 5. in die 2. Liga, das ist schon ein gewaltiger Sprung": Jule Samplonius vom TuS Lintfort

Jule SamploniusJule Samplonius
Quelle: TuS Lintfort
Jule Samplonius, eine der talentiertesten Rückraumspielerinnen vom Niederrhein, schloss sich vor der Saison 2020/2021 dem Zweitligisten TuS Lintfort an. Sie kam vom TV Aldekerk, wo sie fünf Jahre lang eine gute Ausbildung genossen hat. Inzwischen ist Jule Samplonius in der 2. Bundesliga angekommen und zählt Woche für Woche zu den Leistungsträgerinnen in ihrer Mannschaft. Am heutigem Samstag steht für den TuS Lintfort das Topspiel der 2. Bundesliga gegen Tabellenführer Füchse Berlin auf dem Programm. Diese Begegnung kann man ab 17.30 Uhr im Livestream aus der Sporthalle Eyller Straße bei Sportdeutschland.TV live verfolgen.

Beim 37:19-Erfolg gegen die SG 09 Kirchhof am vergangenen Samstag war die 19-jährige Jule Samplonius mit sieben Treffern neben Naina Klein (9 Tore), die sich in der kommenden Spielzeit dem Erstligisten TSV Bayer 04 Leverkusen anschließt, erfolgreichste Torschützin. Es war bereits der sechste Sieg in Folge für den TuS Lintfort in der 2. Handball-Bundesliga. Durch diesen Erfolg festigte die Mannschaft von Bettina Grenz-Klein den 4. Tabellenplatz.

Die Grundlagen für ihre heutigen Fertigkeiten erlernte Jule Samplonius zu Beginn ihrer Laufbahn bei der HSG Haldern/Mehrhoog/Isselburg, wo sie mit dem Handballsport begann. "Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht", erinnert sich die Rückraumshooterin. "Als ich in der C-Jugend das Angebot bekam zum TV Aldekerk zu wechseln, wollte ich eigentlich nicht, denn mir hat es ja bei der HSG gut gefallen. Heute im Nachhinein war dieser Schritt enorm wichtig, denn ich habe viel dazu gelernt und ohne diese Ausbildung wäre ich nicht da, wo ich heute bin."

Der Handballverband Niederrhein legte Samplonius damals den Wechsel ans Herz, um weiterhin mit und in der Auswahl trainieren und spielen zu können.

In Aldekerk angekommen, machte Jule Samplonius unter ihren Trainerinnen Ina Bleckmann und Elin Kouker weitere größere Leistungssprünge. Der nächste gelang ihr vor allem unter Coach Rene Baude, unter ihm spielte sie dann auch mit der A-Jugend der Grün-Weißen in der Jugend-Bundesliga Handball (JBLH) und feierte 2019/2020 den souveränen Aufstieg in die Nordrheinliga.

Ursprünglich sollte sie auch in Aldekerks Drittligateam zum Einsatz kommen, aber die Rückraumspielerin entschied sich für die A-Jugend und die 2. Mannschaft. "In drei Mannschaften zu spielen, hätte ich aufgrund der schulischen Belastung nicht meistern können. Deshalb habe ich mich für die A-Jugend und die 2. Mannschaft entschieden und diese Entscheidung habe ich auch nie bereut. So konnte ich meine Stärken voll in diese beiden Teams einbringen. Die Erlebnisse in der Jugend-Bundesliga sowie der Aufstieg in die Nordrheinliga waren absolute Highlights", erinnert sich Samplonius.



Vor allem die Dominanz des jungen Teams in der Oberliga war unglaublich. So gelang ein unglaublicher 47:17-Erfolg gegen GSG Duisburg, das Rückspiel kurz vor dem Abbruch der Spielzeit entschied man mit 47:22 für sich. Auch aus den beiden Duellen gegen die Zweitvertretung des Drittligisten von Fortuna Düsseldorf konnte man vier Zähler einfahren: So gewann man in Aldekerk mit 30:19, in Düsseldorf siegte man sogar mit 39:23.

Bettina Grenz-Klein unterbreitete Jule Samplonius vor der Spielzeit 2020/2021 das Angebot zum TuS Lintfort zu wechseln und gab der Rückraumspielerin so die Möglichkeit sich in der zweithöchsten Spielklasse zu präsentieren und weiterzuentwickeln.

"Von der fünften Liga in die 2.Liga, das ist schon ein gewaltiger Sprung, das hat mir nicht jeder zugetraut. Daher habe ich mich über das Angebot gefreut, hatte aber auch Bedenken, ob ich das schaffen kann. Ich war das eine oder andere Mal im Probetraining, dort wurde mir schnell klar, dass ich vor allem körperlich aber auch spielerisch zulegen müsse, um den Anforderungen gerecht zu werden", berichtet Samplonius.

Trainerin Bettina Grenz-Klein hatte aber von Anfang an viel Vertrauen in die Fähigkeiten des jungen Talents und gab Jule von Beginn an die für ihre Entwicklung nötigen Spielanteile. Inzwischen ist die 19-Jährige beim TuS Lintfort eine feste Größe und in der 2. Bundesliga angekommen.

Mit sechs Siegen infolge kletterten die Blau-Weißen aus Kamp-Lintfort in der Tabelle der zweithöchsten Spielklasse bis auf Platz 4. Am Samstag steht das Topspiel der 2. Bundesliga zwischen dem TuS Lintfort und Tabellenführer Füchse Berlin auf dem Programm.

"Im Hinspiel haben wir den Füchsen einen Zähler abnehmen können. Natürlich wollen wir dieses Ergebnis zu Hause bestätigen und werden versuchen unsere Serie fortzusetzen, aber Berlin geht als Favorit in die Partie", berichtet Samplonius, die dem TuS Lintfort und den Verantwortlichen äußerst dankbar für das Vertrauen ist.



Angesichts der jüngsten Erfolgsserie der Lintforter passt es auch ins Bild, dass die Verantwortlichen des TuS der Mannschaft in der vergangenen Woche verkündeten, dass nicht nur die Lizenz für die 2. Bundesliga sondern auch für die höchste Spielklasse beantragt wurde. "Das ist schon unglaublich für uns gewesen. Aber letztlich ist dies für uns auch eine Bestätigung für unsere Leistungen durch den Verein", sagt die gebürtige Bocholterin.

Dankbar ist Jule Samplonius vor allem dafür, dass sie im Gegensatz zu vielen ihrer Freundinnen und Freunde ihrem Lieblingssport nachgehen kann. "Wir sind hier schon privilegiert, dafür sind wir unglaublich dankbar. Wir freuen uns, dass wir seit Anfang des Jahres regelmäßig getestet werden. Aber ich hoffe, dass es bald auch für all meine Freundinnen und Freunde wieder los geht, denn sie sind nun schon so lange ohne Handball. Eine Rückkehr zum Trainings- und Spielbetrieb in den unteren Ligen wäre für unseren Sport enorm wichtig", sagt Samplonius.

Ihren Vertrag hat die 19-Jährige beim TuS Lintfort inzwischen um ein weiteres Jahr verlängert. Man darf gespannt sein, ob die Mannschaft von Bettina Grenz-Klein dann in der 2. oder sogar in der Bundesliga zu sehen sein wird. Aber erst einmal ist die Vorfreude auf das Spiel gegen die Füchse Berlin am Samstag groß.