05.03.2021 08:31 Uhr - 2. Bundesliga - Ralf Ohm, HNA, Sport Schwalm-Eder, Melsungen, SG 09

SG 09 Kirchhof: Wer stoppt Königstransfer Blanke?

Annika BlankeAnnika Blanke
Quelle: Hansepixx, SVW
Das Spitzentrio der 2. Handball-Bundesliga wartet auf die SG 09 Kirchhof. Erst die SG H2Ku Herrenberg (3.), dann Füchse Berlin (1.) und anschließend BSV Sachsen Zwickau. Drei Mammutaufgaben, die für den Tabellenelften laut Trainer Denk immerhin den Vorteil haben, "dass wir ohne Druck aufspielen können." Was psychologisch durchaus hilfreich sein könnte, wenn die Trauben derart hoch hängen.

Allerdings: Aufstiegsambitionen hat der kommende Gegner Herrenberg (Sa. 18 Uhr Stadtsporthalle Melsungen), obwohl aussichtsreich im Titelrennen, nicht. Denn eine Lizenz für die 1. Liga haben die Baden-Württembergerinnen nicht beantragt. Die käme für eine Mannschaft, die nach ihrem Aufstieg 2014 als Drittletzter der Saison 2016/2017 nur durch den Rückzug des HC Leipzig aus dem Oberhaus Zweitligist blieb, wohl etwas zu früh.

"Das macht sportlich und wirtschaftlich für uns noch keinen Sinn", bestätigt Trainer Leibssle, unter dessen Ägide (seit 2018) es bergauf ging. In der laufenden Spielzeit mauserte sich das eingespielte Team, seit sechs Spieltagen ungeschlagen, sogar zu einem Titelkandidaten. "Wir haben fünf Aufbauspielerinnen, die auf allen drei Rückraumpositionen agieren können", lobt Mike Leibssle die Variabilität seines Teams, das von allen Positionen torgefährlich ist.

Eine ragt trotzdem heraus. Der Königstransfer aus der 1. Liga nämlich, die Ex-Göppingerin Annika Blanke. "Unsere Führungsspielerin" wie ihr neuer und ehemaliger (in Nellingen) Coach deren Bedeutung für das Team beschreibt. Eine, die in engen Situationen den Unterschied ausmacht, die als umsichtige Regisseurin die Fäden zieht, die auch selbst den Torerfolg sucht und mit 90/36-Treffern die interne Torschützenliste vor der Halblinken Lea Neubrander (87/12) anführt.

Im Hinspiel (19:25) bekam die SG die 27-Jährige (nur ein Tor) halbwegs in den Griff, scheiterte aber an Herrenbergs 6:0-Deckung - ein weiteres Qualitätsmerkmal der Kuties. "Wir müssen unsere Top-Leistung abrufen", weiß daher Kirchhofs Torfrau Zuzic. Gemeint ist eine Wiedergutmachung für die 19:37-Pleite in Lintfort und ein Kraftakt wie beim vorausgegangenen 27:26 gegen Solingen - "zwei Gesichter", die Martin Denk ein Rätsel sind.

Den darüber hinaus Personalsorgen plagen. Nela Zuzic (Innenbanddehnung), Katharina Hufschmidt (Hand angebrochen) und Klara Schlegel (Bänderriss) fallen aus, der Einsatz von Greta Kavaliauskaite ist fraglich. Also muss der zweite Anzug mit Frederikke Siggaard, Deborah Spatz, Ida Evjen und Katharina Koltschenko ran. "Ich hoffe, sie explodieren", sagt der SG-Coach. Denn: Kneifen gilt nicht, schon gar nicht gegen einen Gegner, "gegen den wir nichts zu verlieren haben."

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