01.03.2021 15:11 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulmer Sport-Union mit perfektem Wochenende, Meenzer Dynamites hätten sich "mehr belohnen können"

6 Tore: Nathalie Hendrikse6 Tore: Nathalie Hendrikse
Quelle: Larissa Eisele, NSU
Mit einem hart erarbeiteten 34:29-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz machte die Neckarsulmer Sport-Union nach dem Erfolg am Freitagabend das Wochenende mit insgesamt 4:0 Punkten perfekt. Nicht einmal 48 Stunden nach der ersten Partie hatte die NSU gegen die abstiegsbedrohten Dynamites lange Zeit Probleme, setzte sich am Ende allerdings standesgemäß mit 34:29 (17:16) durch.

Wie auch gegen Halle-Neustadt war der Start am frühen Sonntagabend alles andere als optimal für die Neckarsulmerinnen. Mit 4:8 lagt die Sport-Union nach zehn Minuten gegen frisch aufspielende Dynamites überraschend im Hintertreffen. Gestützt auf eine sichere Nina Kolundzic und einer auf der Halbposition offensiv ausgerichteten Abwehr, machte man es den Neckarsulmerinnen schwer, ein systematisches Spiel aufzuziehen.

Neckarsulm fehlté im Angriff der Druck und erneut wurden viele Torchancen leichtfertig vergeben. NSU-Trainerin Tanja Logvin stellte in der Abwehr bereits früh auf die 5:1-Deckung um und brachte im Angriff immer wieder eine vierte Rückraumspielerin statt einer Kreisläuferin. Lange Zeit rannte die NSU allerdings in der ersten Hälfte einem Rückstand hinterher und konnte erst durch einen Doppelschlag von Selina Kalmbach erstmals die Führung übernehmen.

Aber auch nach der 17:16-Halbzeitführung machte sich die Sport-Union weiterhin das Leben selbst schwer und spielte nicht mit der gewohnten Durchschlagskraft und Überzeugung. Dabei konnte sich Neckarsulm in der zweiten Hälfte vor allem auf Isabel Gois im Tor verlassen, die gleich drei Siebenmeter der Gäste entschärfen konnte. Die Dynamites zwangen die Neckarsulmerinnen immer wieder zu Fehlern und Fehlwürfen. Selbst agierte man weiter ruhig mit Einläufern und Kreisspiel; nach einem eigenen Gegenstoß stand es in er 38. Minute 20:20.

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Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich lag die Führung in der zweiten Hälfte komplett auf Seiten der Sport-Union. Doch erst ab der 50. Minute konnte die Sport-Union die höhere Qualität im Kader auch auf die Anzeigetafel bringen und sich erstmals etwas deutlicher von Mainz absetzen. Letztendlich setzte sich die NSU mit 34:29 nach einem harten Stück Arbeit durch und kann mit 4:0 Punkten das Wochenende perfekt abschließen.

"Mit dem Auftritt heute, gerade auch in er 2. Halbzeit, in der wir in der Vergangenheit oft größere Probleme hatten, bin ich sehr zufrieden. Die offensive Deckung hat gut funktioniert, so konnten wir eine der gefährlichen Rückraumspielerinnen aus dem Spiel nehmen. Auch viele Aktionen gegen die 5:1-Deckung haben funktioniert", so Dynamites-Coach Florian Bauer, der ergänzte: "Leider haben wir dann zu viele Chancen vergeben, inclusive vier Siebenmeter-Würfen. Da hätte sich die Mannschaft mehr belohnen können. Am Ende haben wir dann alles probiert, aber es hat dann eben nicht gereicht. Aber die Frauen haben leistungsmäßig alles gegeben - ich denke, dass das so ziemlich unserem besten Level entsprach."

"Ich bin insgesamt zufrieden mit unserem Wochenende und sehr froh, dass wir vier Punkte geholt haben. Wir haben wie Mainz einige Sachen in diesem Spiel probiert und sind dazu sehr lange in der 5:1-Abwehr gestanden. Die Aufgabe im heutigen Spiel war die Konzentration auf die eigene Stärke, denn ich habe der Mannschaft am Samstag komplett frei gegeben und wir haben keine gemeinsame Videoanalyse vor dem Spiel gemacht. In der Abwehr habe ich mir mehr erhofft, aber sie haben das insgesamt gut gemacht. Zwei Punkte sind zwei Punkte und das zählt letztendlich", sagte Tanja Logvin nach dem erneuten Heimsieg.

Für Selina Kalmbach und Sarah Wachter geht es nach dem Doppelspieltag ohne Unterbrechung direkt weiter zu einem Regionallehrgang der deutschen Nationalmannschaft in Ruit. Das restliche Team der Sport-Union bereitet sich ab Dienstag auf das kommende Auswärtsspiel bei den HL Buchholz 08-Rosengarten vor. "Es ist schön, dass unser Angriff derzeit gut funktioniert und wir viele Tore werfen. Aber wir haben in der ersten Saisonhälfte die Spiele hauptsächlich durch unsere Abwehr gewonnen und müssen vor den kommenden Spielen in diesem Bereich wieder deutlich mehr arbeiten. In den letzten zehn Minuten zeigen wir nach der Umstellung auf die 6:0-Deckung erneut unsere Qualitäten. Wir müssen aber zusammen lernen, gegen solche Mannschaften von Beginn an den Killerinstinkt zu haben und unsere Platzierung zu unterstreichen", so Logvin weiter.