01.03.2021 14:25 Uhr - 1. Bundesliga - PM Buxtehude, red

Buxtehuder SV hat Vorsprung gegen Bensheim/Auerbach Flames "nicht über die Ziellinie gerettet"

Dionne Visser und Johanna Heldmann (re.) im ZweikampfDionne Visser und Johanna Heldmann (re.) im Zweikampf
Quelle: Andrea Müller, Flames
Zwei Tage nach dem Spiel in Leverkusen musste der Buxtehuder SV auch bei der HSG Bensheim/Auerbach bis zum Schluss alles in die Waagschale werfen. Nach einem ähnlichen Spielverlauf reichte es am Ende beim 31:31 erneut nur zu einer Punkteteilung. Im Heimspiel gegen die HSG Bad Wildungen am kommenden Samstag, 16 Uhr, will der BSV nach fünf sieglosen Liga-Spielen wieder gewinnen.

Wie bereits beim 20:20 am Freitag in Leverkusen kam Buxtehude gut in die Partie. Vor allem aus dem Rückraum übte das Team viel Druck aus. Sieben der ersten neun Tore erzielten Johanna Heldmann, Liv Süchting oder Mia Lakenmacher, die nach ihren fünf Toren in Leverkusen in die Startformation rückte, aus der Distanz oder nach Durchbrüchen an den Kreis. Neben dem starken Rückraum präsentierte sich der BSV auch in der Abwehr stabil. Mehrfach fing das Team bereits im Spielaufbau der "Flames" Bälle ab. Mit zwei Gegenstößen stellte Meret Ossenkopp Mitte des ersten Durchgangs auf 10:5.

Doch das Polster gab dem Spiel der Gäste keine Ruhe. Stattdessen vermehrten sich die Fehler im Angriff und sorgten für unvorbereitete Würfe. Bensheim konnte den Rückstand daher nach und nach verkürzen. Etwas weniger als drei Minuten vor der Pause gelang schließlich der Ausgleich zum 13:13 durch Ines Ivancok. Den Schlusspunkt setzte allerdings Paula Prior. Sekunden vor der Halbzeitsirene nutzte sie die Unordnung der Gastgeberinnen im Rückzugsverhalten und traf zum 15:14-Halbzeitstand.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte die BSV-Deckung Probleme mit Simone Spur Petersen. Sie warf fünf der ersten sechs Tore der HSG nach Wiederanpfiff. Beim 17:16 brachte Spur Petersen ihr Team erstmals in Führung. Buxtehude hielt den Anschluss, glich mehrfach aus oder legte wieder einen Treffer vor. Einen größeren Vorsprung konnten sich allerdings beide Teams nicht herausspielen.

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14 Minuten vor dem Ende lief der BSV beim 22:24 einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher. Bensheim fand immer wieder die Lücke in der Gäste-Abwehr. Aber Buxtehude verhinderte einen größeren Rückstand. Knapp sechs Minuten vor Schluss gelang Lone Fischer per Siebenmeter der erneute Ausgleich. Wie in Leverkusen musste Buxtehude bis in die Schlusssekunden alles investieren, um etwas Zählbares einzufahren. Erst verwandelte Lone Fischer ihren fünften Siebenmeter zum 31:30. Anschließend eroberte Buxtehude den Ball, kam aber nicht zum Abschluss.

Stattdessen herrschte Verwirrung. Bensheims Trainerin Heike Ahlgrimm legte die Grüne Karte. Beide Teams besprachen die letzten 17 Sekunden der Partie. Mit dem Ende der Auszeit zeigten die Schiedsrichter auf den Siebenmeterstrich und zeigten Meret Ossenkopp die Rote Karte. Sie verhinderte vor der Auszeit die schnelle Spielfortsetzung, was in der letzten Minute entsprechend geahndet wird. Sarah van Gulik erzielte das 31:31. Dabei blieb es, da Jessica Kockler auf der Gegenseite den letzten Wurf von Mia Lakenmacher entschärfte.

"Es ist wieder ärgerlich, dass wir nicht zwei Punkte mitnehmen. Wir haben es nicht über die Ziellinie gerettet. Ich muss meiner Mannschaft aber ein Riesenkompliment machen. Sie hat eine kämpferische Leistung gezeigt und noch mal alles rausgehauen. Ich bin daher nicht unzufrieden", so BSV-Coach Dirk Leun, der aber betonte: "Ich habe viele gute Sachen gesehen. Wir haben einen schönen Angriffshandball gezeigt und schöne Tore herausgespielt. Am Ende hat die Kraft gefehlt, um in der Deckung dagegenzuhalten, da war der Rückraum mir zu oft erfolgreich."

Im neunten Bundesliga-Duell gegen die HSG Bensheim/Auerbach verließ Buxtehude somit erstmals das Feld nicht als Sieger. Trotz des zweiten Unentschiedens an diesem Wochenende überholte der BSV den VfL Oldenburg und belegt nun Rang neun. Personell gab es zudem einen weiteren Rückschlag für den BSV. Paulina Golla wurde in der Schlussphase am Kopf getroffen.

"Die zwei Spiele haben uns ein gutes Stück weitergebracht, auch wenn ich nicht weiß, ob wir uns über die Ergebnisse ärgern oder freuen sollen. Ich hoffe, dass Paulina nicht allzu lange ausfällt, weil dann würde es langsam bitter werden und uns die Alternativen ausgehen", so Leun abschließend zum Doppelspieltag.

Die Diagnose und die daraus resultierende Ausfallszeit stehen noch nicht fest. Sie wäre nach Lea Rühter, Caroline Müller-Korn, Lynn Schneider, Annika Lott, Luisa Scherer und Mieke Düvel bereits die siebte Spielerin, die verletzt pausieren müsste.