27.02.2021 15:38 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Anpfiff mit einer Stunde Verspätung: Neckarsulm sichert sich nach misslungenem Start zwei Punkte

Neckarsulm jubelt über zwei Punkte. Neckarsulm jubelt über zwei Punkte.
Quelle: Neckarsulmer Sport-Union
Lange Zeit war am Freitagabend unklar, ob und wann die Partie der Neckarsulmer Sport-Union gegen den SV Union Halle-Neustadt angepfiffen werden kann. Das Schiedsrichter-Duo Thomas Kern und Thorsten Kuschel stand zum geplanten Spielbeginn noch in einer Vollsperrung auf der Autobahn - und die beiden anwesenden Teams verfolgten die zeitgleich spielenden Konkurrenten auf der LED-Wand in der Neckarsulmer Ballei. Mit einer Stunde Verspätung wurde die Partie letztendlich doch noch angepfiffen und Neckarsulm sicherte sich nach einem misslungenen Start mit dem 35:30-Heimsieg die verdienten zwei Punkte.

Die Sport-Union verfehlt den verspäteten Spielbeginn allerdings komplett und liegt im ersten von zwei Spielen am Wochenende früh mit 0:5 in Rückstand. In der Abwehr bekommt die NSU keinen Zugriff und erspielt sich in der Offensive auch keine klaren Chancen. Dazu ist mit Jill Kooij eine Neckarsulmerin bereits nach acht Minuten mit zwei Zeitstrafen schwer vorbelastet, weshalb NSU-Trainerin Tanja Logvin früh reagiert und ihre Mannschaft mit einer Auszeit neu einstellt.

Erst nach zehn Minuten kommt Neckarsulm angeführt von der wieder einmal stark spielenden Lynn Knippenborg mit deutlich mehr Tempo in Fahrt und egalisiert den 2:7-Rückstand mit einem 5:0-Lauf zum Ausgleich. Auch eine Auszeit von Gäste-Trainer Jan-Henning Himborn ändert nichts am starken Lauf der NSU, die sich kurze Zeit später durch Selina Kalmbach, Lynn Knippenborg und Nathalie Hendrikse erstmals die Führung erkämpft. Zehn Minuten lang gestaltet sich die Partie mit viel Tempo offen, dann stellt Neckarsulm in der Defensive auf die 5:1-Deckung um, hat die Wildcats dadurch deutlich besser im Griff und erspielt sich einer 17:14-Führung zur Pause.

Endgültig absetzen kann sich Neckarsulm dann unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Irene Espinola Perez und Carmen Moser erhöhen mit einem 4:1-Lauf zur 21:15-Führung und zwingen die Wildcats zu einer weiteren Auszeit. Halle-Neustadt kann zunächst noch einmal verkürzen, in der Folge behält die Sport-Union aber deutlich die Oberhand. Nach 48 Minuten und weiteren Treffern durch Selina Kalmbach, Nathalie Hendrikse und Lucie-Marie Kretzschmar führt die NSU zwischenzeitlich mit sieben Toren Unterschied und verwaltet die Führung letztendlich souverän bis zum verdienten 35:30-Heimsieg.

Tanja Logvin nahm den verfehlten Start angesichts des Endergebnisses gelassen: "Wir haben vor dem Spiel gesprochen, dass ich eine Antwort nach dem Hinspiel in Halle und zuletzt in Bietigheim sehen möchte. Aber ich kann meine Mannschaft heute auf keinen Fall angreifen, denn wir haben zwei Stunden auf die Schiedsrichter gewartet und mussten Kaffee trinken statt oder andere Spiele anschauen anstatt uns wie gewohnt auf unser Spiel vorzubereiten. Das ist nicht der Fehler unserer Mannschaft oder der Schiedsrichter, sondern kann leider auf unseren Autobahnen passieren."

Nach zehn Minuten habe sich ihre Mannschaft "aber gut gefangen und unser Spiel mit Tempo aufgezogen, deshalb bin ich sehr glücklich über die zwei Punkte und unseren Sieg", so Logvin weiter. Gegenüber Jan-Henning Himborn bilanzierte: "Wir sind super ins Spiel reingekommen und sind letztendlich an unserer Chancenverwertung gescheitert. Insgesamt haben wir heute ein gutes Handballspiel beider Mannschaften gesehen, wo ich vor allem auch mit unserem Tempo sehr zufrieden bin."