26.02.2021 10:22 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Frisch Auf Frauen schielen nach Sieg über Mainz 05 auf Relegationsplatz

5 Tore: Iris Andjic5 Tore: Iris Andjic
Quelle: Eibner, Frisch Auf Frauen
Nico Kiener und seinen Spielerinnen von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen stand nach der wegweisenden Partie im Abstiegskampf gegen den 1. FSV Mainz 05 die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Mit 34:24 (15:12) hatten sich die Frisch-Auf-Frauen in der menschenleeren EWS-Arena gegen die Rheinhessen durchgesetzt. Danach umarmten sich alle innig, stellten sich jubelnd ins Tor und posierten für die Siegerfotos.

Durch diesen Erfolg - es war der zweite unter dem neuen Trainer - haben die Göppingerinnen nach Pluspunkten zum Tabellen-13. Buchholz-Rosengarten aufgeschlossen und können sich weiterhin berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt, zumindest jedoch auf das Erreichen von Relegationsrang 13 machen. "Für uns war es unheimlich wichtig, dieses Spiel zu gewinnen", sagte Trainer Kiener nach dem zweiten Heimsieg in dieser Saison, "ich bin sehr zufrieden, vor allem mit der Art und Weise, wie wir Handball gespielt haben."

Die Frisch-Auf-Frauen dominierten die Partie von Anfang an, verpassten es aber, aus ihren Chancen mehr Tore zu machen. Vor allem in der ersten Hälfte vergaben die Gastgeberinnen zahlreiche freie Würfe und ermöglichten es damit den schwachen Meenzer Dynamites, dranzubleiben. In der 17. Minute lag Frisch Auf beim 8:7 nur einen Treffer vorn.

Mit einem 4:0-Lauf durch Tore von Lina Krhlikar, Anja Brugger, mit sieben Treffern beste Schützin der Begegnung, sowie zwei erfolgreichen Abschlüssen von Iris Andjic sorgten die Göppingerinnen für eine beruhigende 12:7-Führung (20.). Auch die Auszeit von Florian Bauer konnte den Lauf nicht stoppen. Mangelndes Rückzugsverhalten, nicht genügend Aufmerksamkeit in der Abwehr und wenig Effektivität im Angriff waren die Ursachen.

Ebenso warf eine doppelte Unterzahl die flinken Frisch-Auf-Frauen nicht aus der Bahn - im Gegenteil: Nachdem Sina Ehmann und Krhlikar kurz hintereinander eine Zeitstrafe kassiert hatten, bauten Roxana Ioneac und Michaela Hrbkova den Vorsprung von 13:10 auf 15:10 aus. Bis zur Pause konnte Mainz den Rückstand auf drei Tore verkürzen (15:12).

Mit einem Blitzstart in den zweiten Durchgang machten die Frisch-Auf-Frauen schnell alles klar. In nicht einmal fünf Minuten hatte Göppingen durch einen 5:0-Lauf den Vorsprung auf acht Tore ausgebaut (20:12).

"Wir kommen aus der Halbzeit und sind nicht auf dem Platz. Die Körpersprache hat zwar gestimmt, beim Torabschluss waren wir aber nicht kaltschnäuzig genug. Auch im Abwehrverhalten waren wir nicht immer schnell genug. Uns hat heute allerdings auch Tina Kolundzic gefehlt, die die Abwehr doch stabilisieren kann", war Dynamites-Coach Florian Bauer entsprechend enttäuscht.

Jetzt nutzten die Gastgeberinnen ihre Chancen auch besser. Hinzu kam eine glänzend aufgelegte Torhüterin Anne Bocka, die im gesamten Spiel fünf Siebenmeter hielt und zahlreiche weitere Möglichkeiten der zu statisch spielenden Mainzerinnen zunichte machte.

Die erste Zehn-Tore-Führung besorgte Andjic nach erfolgreichem Gegenstoß mit ihrem fünften Treffer zum 32:22 in der 57. Minute, der auch beim 34:24-Endstand Bestand hatte.

Überbewerten wollte Coach Kiener den höchsten Saisonsieg allerdings nicht: "Wir haben ein Endspiel gewonnen, mehr nicht. Aber das gibt Selbstvertrauen. Es war wichtig zu zeigen, dass wir hoch gewinnen können. Aber es gibt nach wie vor Dinge, die wir besser machen können."

"Gefreut hat mich, dass Franziska Fischer wieder gut getroffen hat. Wir werden weiter an unseren Defiziten arbeiten, werden versuchen, auch im Training unsere Abschlüsse zu verbessern", so Mainz-Trainer Bauer abschließend.

Göppingen: Bocka, Kaminska (bei einem Siebenmeter), Lengyel (n.e.);
Brugger (7), Wolf (2), Frey, Ioneac (3), Hrbkova (6), Andjic (5), Morf, Tinti (1), Marcikova, Ehmann, Wyder (1), Krhlikar (4), Welter (5)

Mainz: Kolundzic, Coors, Janssen;
Gangel, Dorsz (1), Michailidis, Hampel (2), Hartstock, Jacobs (4/4), Adeberg (6/4), Großheim (2/2), Burkholder (4), Fischer (4), Klobucar (1)

Schiedsrichter: Hofmann/Hörath (Bamberg/Zirndorf)
Strafminuten: 10/4