22.02.2021 11:11 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

HSG Freiburg geht nach der Halbzeit im Waiblinger Angriffswirbel unter

12 Tore: Sinah Hagen12 Tore: Sinah Hagen
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
Zur Halbzeit (15:12) sah es für die Waiblinger Tigers im baden-württembergischen Derby gegen die HSG Freiburg noch nicht nach einem klaren Erfolg aus. Doch im zweiten Durchgang rollte der VfL-Angriff auf Hochtouren. Am Ende gelang dem VfL mit dem 37:22 gegen die Red Sparrows sogar der bislang höchste Saisonsieg.

Neben Vivien David, Mariel Wulf und Lulu De Bellis musste der Waiblinger Trainer Thomas Zeitz kurzfristig auch noch auf Altina Berisha verzichten. Doch die daraus resultierende ungewohnte Anfangsformation der Waiblingerinnen war in der Abwehr gleich voll da und im Angriff mit viel Dampf unterwegs. Nach nur fünf Minuten führte der Gastgeber schon mit 4:0. Weitere 150 Sekunden später (Spielstand 6:2) nahm Gästecoach Ralf Wiggenhäuser bereits die erste Halbzeit.

Der VfL blieb aber auch danach das bessere Team, ließ dabei jedoch gute Tormöglichkeiten aus, zumal sich HSG-Keeperin Svenja Wunsch steigerte. Der Gastgeber blieb zwar ständig in Führung, konnte sich aber durch die ausgelassenen Chancen noch nicht vorentscheidend absetzen. Freiburg kämpfte sich immer wieder heran. Daher war beim VfL trotz der 15:12-Halbzeitführung durchaus noch Skepsis für den zweiten Durchgang angesagt.

"Wir haben in der ersten Halbzeit zwar gute Phasen gehabt, aber wir müssen uns bei unserer Torhüterin bedanken, dass wir da nicht höher in Rückstand waren", fasste Coach Wiggenhauser die ersten 30 Minuten seiner Red Sparrows zusammen.

Der Treffer der besten VfL-Werferin Sinah Hagen (12 Tore) zum 16:12 gleich nach Wiederbeginn sollte jedoch der Auftakt für einem rasanten Waiblinger Auftritt in den zweiten 30 Minuten sein. Da Caren Hammer schon vor der Pause mit zwei Zeitstrafen belegt wurde, stellte Zeitz die VfL-Abwehr um. Es standen nun Waiblinger Formationen auf dem Parkett, die so in dieser Saison noch nie zusammen gespielt hatte. Doch es funktionierte auch in dieser Zusammensetzung hervorragend - ein Beleg für die starke Bank des VfL.

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Was von den Red Sparrows auf den Waiblinger Kasten kam, war für die überragende VfL-Keeperin Celina Meißner meist eine sichere Beute. Und nicht nur das: Meißner leitete auch gleich viele schnelle Gegenstöße passgenau ein.

Auf der Linksaußen-Position kam nach der Halbzeit Lena Klingler zu ihrem ersten längeren Einsatz bei Waiblingen - und die 20-Jährige nutzte ihre Chance beeindruckend und eiskalt: Fünf Mal warf Klingler auf das Freiburger Tor, fünf Mal schlug der Ball auch ein. Lisa Kristmann aus dem Waiblinger Perspektivkader kam im zweiten Durchgang zu ihrem ersten Zweitliga-Einsatz in dieser Saison. Und auch sie hatte mit ihren zwei Toren vom Kreis eine hundertprozentige Trefferquote.

Freiburg kämpfte zwar, war aber gegen die entfesselten Waiblingerinnen chancenlos. Nach einem 6:0-Tore-Lauf zum 24:15 (43. Minute) war die Frage nach dem Sieger geklärt. Aber die Waiblingerinnen ließen trotz der klaren Führung die Zügel nicht schleifen und hatten nun richtig Spaß an der Partie. Die HSG spielte oft sehr lange Angriffe, die das Schiedsrichtrergespann recht großzügig laufen ließ. Aber sobald der VfL in Ballbesitz kam, rollte der Angriffs-Express wieder erfolglos an.

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Das Sahnehäubchen auf ihre Leistung setzen die Gastgeberinnen mit dem Tor zum 37:22-Endstand: Lena Klingler von Linksaußen leitete den herrlichen Kempa-Trick auf Vanessa Nagler ein. Kleine Lichtblicke an diesem sehr düsteren Tag für die Red Sparrows waren die Comebacks nach Verletzungspausen von Debora D´Arca, die zwei Siebenmeter hielt, und Rebecca Dürr (1) in die Mannschaft.

"Es freut mich sehr für die Mädels, dass sie sich für ihre engagierte Leistung und Einstellung mit diesem klaren Sieg belohnt haben", gab ein sehr zufriedener Waiblinger Trainer Thomas Zeitz nach Spielende zu Protokoll. "Wir waren zwar schon in der ersten Halbzeit das bessere Team, haben da aber noch zu viele Chancen liegen gelassen. Diesen Schwung wollen wir nun in die nächsten Partien mitnehmen."

"Wir wurden hergespielt. Das war ein Auftritt wie ein Tabellenletzter", fasste Wiggenhauser die letzten 20 Minuten dieser Partie schonungslos zusammen. Nach so einer "nicht zweitligareifen" Leistung gibt es selbstverständlich einiges aufzuarbeiten, wobei er die "unfassbar schlechte Wurfquote, die 60 Minuten ohne 2-Minuten-Strafe und den fehlenden Rückzug in der Abwehr" hervorhob.

VfL Waiblingen: Meißner, Zec;
Tietjen (3), Nagler (3), Teixeira da Silva (1), Schraml, Hagen (12), Klingler (5), Hammer (1), Smits (2/2), Padutsch (4), Kristmann (2), Ridder (2), Jäger (2)

HSG Freiburg: Wunsch, D´Arca
Person (1), Baum (4), Makelko (1), Chaumet, Durr (1), Spinner (3), Schmitt, Disch, Hartl (2), Zeides (3), Ehret, Villavicencio (2), Lipps (2/1)