22.02.2021 09:27 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TuS Lintfort klettert weiter - HC Rödertal muss "cleverer agieren"

5/3 Tore: Dana Gruner5/3 Tore: Dana Gruner
Quelle: Martin Zilse, TuS
Den fünften Sieg in Folge, hatten die Lintforter Zweitligahandballerinnen nach ihrem Gastspiel beim HC Rödertal im Gepäck. Und zum vierten Mal gelang dem TuS in dieser Serie ein Erfolg mit nur einem Tor. Das 21:20 bei den Rödertalbienen war äußerst glücklich, aber nicht unverdient.

"Ich hatte meiner Mannschaft in der Pause gesagt, dass es völlig ausreicht, wenn wir ein einziges Mal in Führung gehen. Dann aber bitte ganz am Ende des Spieles," erklärte Bettina Grenz-Klein nach der Partie glücklich. Die Trainerin behielt Recht, denn ihrem Team gelang nur eine einzige Führung, nämlich die zum 21:20.

Nach diesem Erfolg sah es allerdings lange Zeit nicht aus. Lintfort agierte schläfrig und teilweise pomadig. "Obwohl wir uns intensiv auf die offensive Abwehr der Gastgeber vorbereitet hatten, konnte vor allem mein Rückraum nichts mit dieser Deckungsvariante anfangen", ärgerte sich Grenz-Klein nach dem Spiel. Bei den Bienen stand erstmalig nach langer Pause wieder Isabel Wolff im Kader. Sie konnte besonders in der zweiten Hälfte in der Abwehr überzeugen, obwohl ihr die mangelnde Spielpraxis anzumerken war.

Vor allem im Aufbau haperte es bei Lintfort gegen die 5:1-Formation der Sächsinnen und Prudence Kinlend, Jule Samplonius und Naina Klein zeigten sich völlig indisponiert. Rödertal legte im gesamten Verlauf der ersten Halbzeit ständig eine Führung vor und baute diese sogar auf 11:8 aus.

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Erst kurz vor der Pause rissen sich die Gäste dann zusammen und kamen mit dem Pausenpfiff auf 10:11 heran. "Dann musste ich meinem Team erklären, worum es in solchen Spielen geht", behielt Grenz-Klein am Ende mit ihrer Ansage Recht. Rödertal schaffte es zunächst mehrfach, sich auf drei Tore abzusetzen und die Gäste liefen ständig einer Führung der Hausherrinnen hinterher.

Über 13:10 und 18:15 schienen die Rödertalbienen auf der Siegerstraße. Zwischenzeitlich verletzte sich Spielmacherin Pavlina Novotna im 1-gegen-1 am Fuß. Eine Diagnose stand zum Spielende noch aus. "Aber dann haben wir wieder einmal gezeigt, dass wir bis zum Ende kämpfen und auch ein schlechtes Spiel in der Schlussphase noch umbiegen können. Kompliment an die Mannschaft!", freute sich Bettina Grenz-Klein am Ende über den fünften Erfolg.

Denn in der Schlussphase verließ die Bienen endgültig das Glück. Rammer parierte zwar einen Strafwurf von Dana Gruner (5/3 Tore), doch der Abpraller landete bei Kinlend, die ungehindert den 20:20-Ausgleich erzielte. Den Bienen unterlief ein technischer Fehler. Die Unordnung im Rückzugsverhalten nutzte TuS-Kreisläuferin Willing zum 20:21-Endstand.

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Spannend gemacht hatten es ihre Spielerinnen auch mit vier verworfenen Siebenmetern, darunter allein drei im zweiten Spielabschnitt. "Anscheinend wollten sie eben nicht zu früh in Führung gehen", suchte die Trainerin augenzwinkernd nach einer Erklärung. Beste Spielerin beim TuS Lintfort war wieder einmal Torhüterin Laura Graef, die mit zahlreichen spektakulären Paraden großen Anteil am glücklichen Sieg hatte. In der Schlussphase verletzte sich bei den Lintforterinnen Andra Lucas nach einem Wurfversuch.

"Mit so vielen Fehlwürfen kann man kein Spiel gewinnen. Natürlich stand die Abwehr der Lintforterinnen auch gut, aber wir haben einfach viel zu viele freie Würfe verschossen. Nach dem 18:15 in der 45. Minute dürfen wir so ein Spiel nicht mehr aus der Hand geben", ärgerte sich HCR-Coach Karsten Schneider und ergänzte: "Da müssen wir cleverer agieren. So verlieren wir die Endphase mit 2:6. Das ist zu wenig angesichts der aktuellen Tabellensituation."