15.02.2021 12:07 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Waiblingen muss bei Sieg über HC Leipzig "am Ende etwas zittern"

Leipzig konnte Vanessa Nagler nicht kontrollierenLeipzig konnte Vanessa Nagler nicht kontrollieren
Quelle: VfL Waiblingen
45 Minuten lang legten die Waiblinger Tigers einen souveränen Auftritt im Auswärtsspiel beim HC Leipzig hin und führten mit bis zu sechs Toren Vorsprung. Erst in den Schlussminuten wurde es nochmals eng und spannend, als der HCL mehrere Zeitstrafen gegen den VfL zum 24:25-Anschlusstreffer nutzte. Doch der VfL behielt die Nerven und am Ende mit 29:27 Toren (14:11) auch verdient die Oberhand.

Die Gäste benötigten in Leipzig rund fünf Minuten, um die Müdigkeit der 450 Kilometer langen Anfahrt abzuschütteln. Nach dem 0:2-Rückstand stand der VfL in der Abwehr jedoch sehr solide. Lediglich bei den Kreuzbewegungen des HCL im Rückraum mit abschließendem Pass auf die starke Kreisläuferin Stefanie Hummel sah die Waiblinger Defensive nicht immer gut aus. Dafür lief es im VfL-Angriff zunehmend besser, sowohl aus dem Positionsspiel heraus, als auch im schnellen Gegenstoßspiel.

Die Waiblingerinnen trafen insbesondere von den Außenpositionen durch Alina Ridder und Tanja Padutsch sowie aus dem Rückraum, in dem Altina Berisha auf Halblinks einen sehr guten Nachmittag hatte. Mit einem 5:0-Tore-Lauf innerhalb von acht Minuten drehte der VfL den 2:3-Rückstand in die 7:3-Führung nach vierzehneinhalb Minuten.

Angesichts der Niederlagenserie in den letzten Wochen und dem Rückstand wirkte das junge Leipziger Team nun recht verunsichert. Der HCL vergab einige Angriffe durch unpräzise Abspiele oder scheiterte an der guten VfL-Keeperin Branka Zec. Beim insgesamt sehr souverän auftretenden VfL verhinderte die nachlassende Chancenverwertung ab Mitte des ersten Durchgangs eine höhere Halbzeitführung (14:11).

"Dass die gute Stimmung aus den vergangenen beiden Tagen, nicht in eine ordentliche Leistung umgewandelt werden konnte ist sehr schade! Nach einem guten Beginn in Halbzeit 1, können wir einen 5:0-Lauf der Tigers von Minute 8 bis Minute 15 nicht verhindern. Dabei zeigen sich in allen Mannschaftsteilen Schwächen im Abschluss", so HCL-Trainer Fabian Kunze, der ergänzt: "Hinzu kommen gravierende Abwehrschwächen in einzelnen Mannschaftsteilen, was in der Summe dazu führt, dass wir mit einem 11:14-Rückstand in die Halbzeitpause gehen. In dieser Phase kurz vor der Halbzeit hatte uns Vanessa Nagler ganz schön weh getan."

Mit Spannung wurde aus Waiblinger Sicht der Auftakt in die zweite Hälfte erwartet. Denn da kam der VfL in den vergangenen Partien immer nur schwer wieder in Fahrt. Nicht jedoch so in Leipzig: Die Gäste waren sofort wieder präsent und bauten die Führung rasch auf 17:12 aus. Auch in der Folgezeit blieb der VfL lange das bessere und abgeklärtere Team, ließ Leipzig auf maximal vier Tore heranrücken.

Der Waiblinger Trainer Thomas Zeitz hatte bis zur 50. Minute (25:20) kaum Auswechslungen vorgenommen. Der erste Tausch war in der 21. Minute Vanessa Nagler für Sinah Hagen. Nagler fügte sich nahtlos ins Waiblinger Spiel ein und gefiel als treffsichere Torschützin.

Ob dem VfL konditionell die Puste auszugehen schien oder das Team nach dem lange Zeit souveränen Auftritt zu früh die Konzentration herunterfuhr, war von außen betrachtet nicht eindeutig zu beurteilen. Dass es in den letzten acht Minuten aber dann doch noch spannend wurde und die Waiblingerinnen um den Sieg zittern mussten, hatten wohl die wenigsten nach dem bisherigen Spielverlauf noch erwartet. Allerdings musste der VfL nun auch häufig in Unterzahl spielen und verlor einige Bälle durch unpräzise Abschlüsse und technische Fehler.

Leipzig witterte Morgenluft und schaffte knapp sechs Minuten vor dem Schlusspfiff den 24:25-Anschlusstreffer durch Julia Weise. Der VfL wackelte, fiel aber nicht: Sinah Hagen im Eins gegen Eins, Vivien Jäger mit energischem Einsatz vom Kreis und zwei Mal Altina Berisha gegen die nun offene Manndeckung des HCL machten den Deckel endgültig zugunsten der Gäste drauf.

"Unser Ziel als Trainer muss es sein, aus diesen 10 Minuten in den kommenden Spielen 40 Minuten und mehr zu machen, um wieder an unsere alte Leistungsstärke heranzukommen. Das diese Fähigkeit in unserem jungen Team steckt haben sie bereits eindrucksvoll in der Hinrunde bewiesen und genau das muss auch in den kommenden Tagen und Wochen unser Ziel sein, dieses Leistungsniveau wieder zu erreichen", so Fabian Kunze.

"Die Mädels haben heute die Vorgaben sehr gut umgesetzt und vor allem auch mit hoher Konzentration durchgezogen", äußerte sich ein sehr zufriedener Waiblinger Trainer Thomas Zeitz zum Auswärtserfolg. "Ich bin schon sehr stolz auf das Team, wie es die Ruhe und den Matchplan beibehalten hat. Am Ende müssen wir zwar etwas zittern, auch bedingt durch mehrere Zeitstrafen gegen uns. Doch der Sieg war verdient."

Leipzig: Kröber, Krüger, Kreitczick;
Uhlmann (2), Glimm, Seidel, Weise (6), Theilig,Ferber-Rahnhofer, Greschner, Lo. Röpcke (1), Li. Röpcke (5), Maier (1/1), J. Hummel (5/1), S. Hummel (7)

Waiblingen: Zec, Meißner;
Tietjen, Nagler (4) , Teixeira da Silva, Schraml, Hagen (3), Klingler, Hammer (1), Smits (2/2), Padutsch (5), Berisha (10/2), DeBellis, Ridder (2), Jäger (2)