02.02.2021 09:03 Uhr - 2. Bundesliga - Vanessa Frey - Kreiszeitung Böblingen

Kuties bringen nur einen Punkt mit - 24:24

Mike LeibssleMike Leibssle
Quelle: SG H2Ku Herrenberg
Trainer Mike Leibssle von den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg hatte schon im Vorfeld vor der Partie beim HC Rödertal gewarnt. Und er sollte Recht behalten, denn seine Schützlinge taten sich am Samstagabend über weite Strecken des Spiels sehr schwer und kamen beim Tabellenletzten schlussendlich nicht über ein 24:24-Unentschieden hinaus.

"Wir haben im Angriff schlichtweg einen rabenschwarzen Tag erwischt", konstatierte der Kuties-Coach nach dem mageren Remis in Sachsen, "das ist nicht unser Anspruch, und das ist auch all meinen Spielerinnen bewusst." Nach dem Abschluss der Hinrunde stehen die Herrenbergerinnen punktgleich mit dem BSV Sachsen Zwickau auf Rang drei im deutschen Unterhaus.

Der Start in der Sporthalle Großröhrsdorf lief für die Gäu-Sieben recht gut. Die Kuties agierten solide in der eigenen Abwehr, Kreisläuferin Stefanie Schoeneberg erhöhte nach neun Minuten zur 6:3-Führung. Die selbsternannten "Rödertalbienen" ließen sich dadurch jedoch nicht beirren und egalisierten den Spielstand im Anschluss mit einem 3:0-Lauf zum 7:7 (15.).

"Nach dem guten Beginn haben wir in der Offensive angefangen, mit uns zu hadern", so Mike Leibssle über den Einbruch seines Teams, "teilweise wollten wir es mit der Brechstange lösen, was nicht von Erfolg gekrönt war." Zahlreiche technische Fehler und verworfene Torchancen sorgten dafür, dass die Kuties fortan sogar einem Rückstand hinterherlaufen mussten. "Die Hauptfehlerquelle lag weiterhin im Angriff", erkannte Leibssle, "da hat uns über weite Phasen die Durchschlagskraft gefehlt." Beim Stand von 13:13 ging es in die Halbzeit.

Noch ein Kellerkind am nächsten Sonntag zu Gast in der Markweghalle

Nach dem Wiederanpfiff legte Rödertal weiterhin stets ein Tor vor, HC-Trainer Karsten Schneider agierte dabei oftmals mit einer zusätzlichen Feldspielerin. "Das haben wir in der Abwehr dennoch gut gelöst", war Leibssle immerhin mit der Defensivarbeit seiner Mannschaft weitestgehend zufrieden, "was die Angriffsleistung angeht, hatten wir im Kollektiv aber einen Puffer von rund 50 Prozent nach oben."

In der 45. Minute lagen die Kuties erstmals mit vier Toren in Rückstand, Rödertal war auf 20:16 davongezogen. "Unsere Aktionen waren in dieser Phase viel zu ängstlich und ohne Druck in die Tiefe", kritisierte Leibssle, "viele Eins-gegen-eins-Aktionen gegen die offensiv ausgerichtete 3:2:1-Abwehr der Rödertalbienen haben wir nicht gut gelöst." Laura Waldenmaier im Tor der Kuties verhalf ihren Mitspielerinnen in der Schlussviertelstunde mit einigen Paraden zum 20:20, den Ausgleich erzielte Lea Neubrander (50.). "Da haben wir uns super zurückgekämpft", lobte Mike Leibssle.

Die Endphase war von der Nervosität beider Mannschaften geprägt. Annika Blanke brachte die Kuties zwei Minuten vor Schluss mit 24:23 in Führung, doch dem HC gelang postwendend der Ausgleich. Die beiden letzten Aktionen der Herrenbergerinnen waren symptomatisch, denn sie blieben in der Abwehr des HC Rödertal hängen, der mit dem 24:24-Remis den ersten Punktgewinn seit September feiern konnte.

"Das ist erstmal kein Beinbruch", stellte Mike Leibssle beim Blick auf die gesamte Hinrunde seiner Mannschaft fest, "es wäre nur der größte Fehler, aus einem Spiel wie diesem nichts zu lernen." Seine Kapitänin Kerstin Foth stimmte ihm dahingehend voll zu: "Wir wollen nächste Woche gegen Freiburg zeigen, dass wir das besser können und wieder mit mehr Entschlossenheit auftreten."

Am kommenden Sonntagnachmittag bekommen es die Kuties also mit dem nächsten Kellerkind zu tun, wenn aktuelle Tabellenvorletzte HSG Freiburg um 16.30 Uhr in der Markweghalle zu Gast ist.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (2), Bissel (1), Blanke (7/davon 5 Siebenmeter), Tuc, Bok (1), Bühler (1), Seeger, Foth (4), Neubrander (5), Hiller (3), Beddies.