01.02.2021 09:19 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

HL Buchholz 08-Rosengarten gelingt Pokalüberraschung bei Bayer Leverkusen

Jubel bei den Handball-LuchsenJubel bei den Handball-Luchsen
Quelle: Jörg Dembinski / Spielbilder TSV Bayer 04 Leverkusen
"Das Viertelfinale ist einfach nicht unsere Runde. Das dritte Mal raus in den letzten Jahren", kommentierte Andreas Thiel, Handball-Abteilungsleiter des TSV Bayer Leverkusen, leicht konsterniert die 23:24-Heimniederlage seiner Werkselfen gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten in der Runde der letzten Acht im DHB-Pokal. Beim TSV war die Niederländerin Zoe Sprengers mit neun und Svenja Huber mit 7/3 Toren die erfolgreichste Torschützinnen und bei den Luchsen zeichnete sich die Schwedin Fatos Kücükyildiz mit sechs Treffern, darunter auch den letzten der Partie aus. Evelyn Schulz und Kim Berndt trafen je fünfmal.

Nach der HSG Bad Wildungen (2017/18) und Union Halle Neustadt (2018/19) verhinderten nun die Luchse aus der Nordheide den Einzug des Rekordpokalsiegers vom Rhein ins OLYMP Final4. Für die Kombination aus Buchholz und Rosengarten ist die Qualifikation für die Endrunde im Mai in Stuttgart hingegen der größte Erfolg in der noch jungen Vereinshistorie.

"Glückwunsch an Buchholz-Rosengarten für eine sehr engagierte Leistung. Besonders in der 1. Halbzeit haben sie uns für mein Empfinden ein wenig den Schneid abgekauft, da war ich mit der Deckung nicht sehr zufrieden. Zudem haben wir im Angriff nicht so diszipliniert an unserem Matchplan festgehalten", so Martin Schwarzwald.

Der Trainer der Elfen wusste um die Probleme im eigenen Rückraum und wollte das Spiel dadurch mehr in die Breite ziehen. Wenn dies allerdings seinen Spielerinnen gelang, dann ergaben sich auch Tore über die Außen. Zum einen über die treffsichere Zoe Sprengers, die Niederländerin erzielte fünf ihrer neun Treffer vor der Pause, zum anderen über Svenja Huber, die vier Treffer beisteuerte. Hinzu kamen zwei Treffer aus dem Rückraum von Mariana Lopes.

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Beiden Mannschaften merkte man zu Beginn der Partie in der Leverkusener Ostermann-Arena die Nervosität an. Für den Aufsteiger stand Evelyn Schulz wieder zur Verfügung und das sollte sich auszahlen, denn mit ihrer Präsenz stabilisierte sie die Abwehr der Luchse enorm. Da auch der TSV in der Deckung wieder stark agierte, entwickelte sich im ersten Abschnitt ein zähes, aber stets spannendes Spiel, in dem keine der beiden Angriffsreihen zu einfachen Toren kam.

Bemerkenswert im ersten Abschnitt der Partie war, dass die Elfen nicht annähernd an die starke Leistung wie im Pflichtspiel gegen Borussia Dortmund anknüpfen konnten. Zwar stand die Abwehr sicher, aber im Angriff scheiterten sie besonders im Rückraum an der überragenden Mareike Vogel im Tor der Luchse, die im Zusammenspiel mit dem starken Mittelblock 45 Prozent der Würfe parieren konnte und mit ihren tollen Paraden, darunter zwei gehaltene Strafwürfe, den Außenseiter im Spiel hielt. In dieser Partie übernahm Fatos Kücükyildz meistens die Rolle der Taktgeberin und zeigte wieder ihr großes Potential. Erstaunlich war die Leistung von Evelyn Schulz, die trotz des großen Trainingsrückstands ihrer Mannschaft sehr viel Sicherheit gab.

Doch nach dem Wechsel wurde aus dem 11:12-Rückstand schnell ein 11:14, ehe die Gastgeberinnen allmählich Fahrt aufnahmen. "Dann ging ein Ruck durch die Mannschaft und in der Abwehr wurde bedeutend besser verteidigt. Wir kommen ins Tempo und sind dann am Drücker. Beim Stande von 21:19 sind wir sogar im Angriff, vergeben aber durch einen Fehlpass eine mögliche Drei-Tore-Führung. Wir kassieren postwendend eine Zeitstrafe, die die Luchse ebenso gut ausnutzen wie ihre Chancen in der Schlussphase. So verlieren wir am Ende mit einem Tor und so ist der Frust naturgemäß groß", so Schwarzwald.

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In den letzten Minuten der Begegnung hatten die Rheinländerinnen noch einmal die Möglichkeit zum Ausgleich, aber die starke Luchse-Abwehr verleitete die Leverkusenerinnen als letzte Möglichkeit zu einem Kempa, der allerdings misslang.

"Die Freude ist bei den Mädels riesengroß, beim Trainerteam eher gedämpft. Das sind im Mai mitten im Abstiegskampf zwei zusätzliche Partien, die an die Substanz gehen werden", so Luchse Trainer Dubravko Prelcec etwas zurückhaltend, aber mit klarem Blick auf die kommenden Aufgaben: "Dieser Sieg ist gut für das Spiel in Bensheim und alle anderen wichtigen Spiele. Ich hoffe, dass das Team das Positive aus diesem Spiel mitnehmen kann für die anstrengenden Spiele im Februar und März."

"Wir haben eine couragierte Mannschaftsleistung geboten und unser Matchplan ist aufgegangen. Wir wollten aus einer schnellen und kompromisslosen Abwehr den Rückraum, sowie den Kreis der Elfen neutralisieren, was uns in der ersten Halbzeit überragend gelungen ist. Garanten des knappen aber verdienten Sieges waren Mareike Vogel im Tor, Evi Schulz nicht nur als Säule in der Abwehr, sondern auch als sichere Torschützin am Kreis, Fatos Kücükyildiz, die als Spielmacherin Verantwortung übernommen hat und Kim Berndt, die auf verschiedenen Positionen ihre Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft gestellt hat", ging Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainerteam in die Einzelkritik.

Sven Dubau, der Geschäftsführer der HL Buchholz 08-Rosengarten sieht noch einen weiteren Faktor für den Sieg gegen Leverkusen: "Wir haben in der letzten Woche sehr viel mit unserer Mental-Trainerin Maike Koberg zusammengearbeitet und wenn dazu so eine Führungsspielerin wie Evi Schulz wieder präsent ist, dann gibt das der Mannschaft eine ganz andere Zuversicht. Letztlich war es der größere Siegeswille, der den Ausschlag zu unseren Gunsten bewirkt hat."

Spielstatistik




TSV Bayer 04 Leverkusen - HL Buchholz 08-Rosengarten 23:24 (11:12)

Leverkusen: Fehr, Graovac;
Jurgutyte (2), Hinkelmann, Sprengers (9), Holste (2), Souza, Kämpf (1), Bruggeman, Polsz, Einarsdottir, Lopes (2), Huber (7/3), Cormann

Buchholz 08-Rosengarten: Vogel, Ludwig;
Cronstedt, Schulz (5), Nielsen, Kadenbach (2/1), Harms (1), Kucukyildiz (6), Lamp (2), Berndt (5/3), Axmann, Luschnat, Hauf (2), Borutta, Herbst (1), Steinfurth

SR: Hartmann/Schneider (Magdeburg/Irxleben)
Strafminuten: 6/0 (Lopes/dreimal, Disqualifikation/60.)
Siebenmeter: 3/6 ; 4/4 (Vogel hält gegen Huber und Sprengers, Huber an die Latte)

Spielfilm: 0:1 (2.), 3:2 (5.), 5:5 (16.), 8:8 (22.), 11:9 (26.), 11:12 (30.) - 11:14 (33.), 14:14 (36.), 16:15 (38.), 17:18 (42.), 19:19 (47.), 21:19 (50.), 21:21 (55.), 22:21 (55.), 22:23 (58.), 23:23 (58.), 23:24 (598./EN).