25.01.2021 18:28 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL, red

Eine Verlängerung, ein Abgang: VfL Oldenburg verkündet Personalentscheidungen

Nele Reese hat ihren Vertrag beim VfL Oldenburg verlängert.Nele Reese hat ihren Vertrag beim VfL Oldenburg verlängert.
Quelle: VfL Oldenburg
Während die Bundesliga-Rückrunde der Handballerinnen am vergangenen Wochenende gestartet ist, treiben die Verantwortlichen des VfL Oldenburg die Personalplanungen für die kommende Saison voran. Nach der Vertragsverlängerung von Kathrin Pichlmeier, hat auch Nele Reese ihren im Sommer auslaufenden Vertrag um zwei Jahre bis 2023 verlängert. Lisa-Marie Fragge wird ihre Karriere beim Bundesligisten dagegen im Sommer beenden.

Es war ein Prozess, der sich über mehrere Monate hinweggezogen hat - am Ende musste Lisa-Marie Fragge aber eine Entscheidung treffen. Mit Ende ihres Studiums, und dem Start in die Berufswelt, kehrt sie dem Bundesliga-Handball den Rücken, um den Fokus auf die Arbeit legen zu können.

"Mir ist die Entscheidung superschwer gefallen", gesteht die 21-Jährige, deren Zeit nach sechs Jahren beim VfL Oldenburg somit im Sommer endet. Im zweiten B-Jugendjahr wechselte sie 2015 von ihrem Heimatverein BV Garrel an die Hunte.

"Der Kontakt kam über die HVN-Auswahl zustande. Nach einem Probetraining habe ich erst noch ein Jahr gewartet, bis ich mich für den Wechsel entschieden habe", erzählt Fragge. Bereut hat sie ihn nicht. In Oldenburg avancierte die Rückraumspielerin im Jugendteam zur Leistungsträgerin und schaffte es mit dem VfL bis ins Final Four um die Deutsche Meisterschaft der Jugendbundesliga 2017.

"Ich bin unglaublich froh, dass ich mich damals für den Wechsel entschieden habe. Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte."

Ihr Bundesliga-Debüt gab Fragge im September 2017 in Blomberg. "Ich bin sehr gut an die Bundesliga herangeführt worden", erzählt sie. "Erst war es eine echte Umstellung in Sachen Athletik und Schnelligkeit. Aber mit der Unterstützung war es am Ende kein Problem." Neben ihrem ersten Heimspiel - samt Einlaufshow und lautstarkem Publikum - sei auch der Pokalsieg in Stuttgart 2018 ein "Gänsehautmoment" gewesen.

"Es ist wirklich schade, dass Lisa mit dem Leistungshandball aufhören muss. Sie ist eine, die das System verstanden hat, das wir hier in Oldenburg spielen", sagt ihr Trainer Niels Bötel. Besonders in der Defensive habe Fragge - egal ob im Training oder in den Spielen - unheimlich viel geleistet und auch die Ausfälle von Kathrin Pichlmeier aufgefangen.

"Uns verlässt eine Spielerin, die immer Vollgas gegeben und auch einmal ihre Meinung gesagt hat, was ich persönlich sehr wichtig finde", so Bötel. "Sie hinterlässt eine Lücke, die wir erstmal füllen müssen."

Bis zum Saisonende steht die Garrelerin dem VfL-Coach aber noch zur Verfügung - und wird alles daran setzen, dass das Team in der Rückrunde noch weitere Siege feiern kann. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir schon so gut zusammenagieren und menschlich und spielerisch so gut zusammenpassen", sagt Lisa-Marie Fragge. Bis zum Ende wolle sie jeden Moment genießen. "Ich denke, vor allem die letzten Spiele werden noch einmal besonders werden. Aber ich freue mich, dass ich mit so einer Mannschaft die Saison beenden darf."

Nele Reese verlängert - Duo im Tor bleibt bestehen




Auf Kontinuität setzt der VfL Oldenburg zwischen den Pfosten. Torhüterin Nele Reese hat ihren im Sommer auslaufenden Vertrag um zwei Jahre bis 2023 verlängert. Damit wird sie auch in der nächsten Saison mit Julia Renner das Torhüterinnen-Duo in der Huntestadt bilden.

"Die Kommunikation war sehr offen und da die ersten beiden Jahre für mich super gepasst haben, war die Entscheidung nicht wirklich schwer", erzählt die 20-Jährige, die seit 2019 für den VfL aufläuft. "Ich war am Anfang vielleicht noch etwas unerfahren und unsicher, aber das ist schnell verflogen. Ich fühle mich hier sehr wohl", sagt Reese. "Wir sind viele junge Spielerinnen, die alle auch einmal Fehler machen können und dürfen. Da gibt es keinen Grund, sich unsicher zu fühlen."

Der Studentin war dabei von Beginn an klar, dass sie zunächst den Platz hinter Julia Renner einnimmt. "Umso schöner finde ich, dass ich zuletzt schon mehr Spielanteile bekommen habe und in einigen Spielen wichtig für die Mannschaft werden konnte", sagte sie. Und auch das Zusammenspiel mit der erfahrenen Renner ist für die gebürtige Kielerin, die vor ihrem Wechsel für den TSV Altenholz und den SV Henstedt-Ulzburg auflief, perfekt.

"Ich finde, es ist das Beste was einer jungen Spielerin passieren kann, so jemanden wie Julia in jedem Training dabei zu haben. Wenn ihr im Training etwas auffällt, sagt sie es mir sofort, bei Spielen nimmt sie mir die Aufregung und gibt viele Tipps." In den ersten Monaten nach dem Wechsel habe Reese zudem viel hinter dem Tor gestanden und Julia Renner beobachtet. "Allein das hat schon unheimlich viel geholfen", verrät die 20-Jährige.

Auch VfL-Trainer Niels Bötel ist mit der Entwicklung seiner jungen Torhüterin zufrieden. "Nele hat ein ähnliches Profil wie Julia. Dadurch kann der Fokus im Training nicht nur auf ähnliche Dinge gelegt werden, sondern Julia kann Nele mit ihrer Erfahrung helfen und unheimlich weiterbringen", sagt er und lobt: "Ich weiß, dass Nele aktuell nicht so viele Spielanteile bekommt, das ist als Torhüterin manchmal so. Aber wenn sie gespielt hat, dann hat sie immer ihre Leistung gezeigt."

Auch im Training würde die 1,86 Meter große Keeperin einen starken Eindruck hinterlassen. "Wichtig ist, dass sie immer mehr Selbstvertrauen entwickelt", sagt Niels Bötel. Mit diesem dürfte wohl auch das Ziel, das sich Nele Reese für die kommenden zweieinhalb Jahre in Oldenburg gesetzt hat, möglich sein. "Ich möchte mir meinen Stammplatz erarbeiten und verdienen", sagt die 20-Jährige. "Ich bin in meiner Zeit hier gewachsen und glaube daran, dass ich es zur Nummer eins schaffen kann."

Mit der Vertragsverlängerung von Nele Reese nimmt der Oldenburger Kader für die kommende Spielzeit weiter an Form an. Zwölf von 14 Positionen sind beim VfL bereits besetzt, dazu befindet sich Geschäftsführer Andreas Lampe in weiteren Gesprächen. "Wir sind auf einem guten Weg", so Lampe.