25.01.2021 10:08 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TuS Lintfort gewinnt "sehr zerfahrene Partie" bei Waiblingen Tigers

Jule Samplonius erzielte den letzten TrefferJule Samplonius erzielte den letzten Treffer
Quelle: Michael Schmidt
Zittern war für den TuS Lintfort beim Auswärtsspiel in Waiblingen angesagt. In einer spannenden Schlussphase sicherten sich die Lintforter Zweitligahandballerinnen einen überraschenden 25:24-Auswärtserfolg beim hoch eingeschätzten VfL Waiblingen.

Bis zur 51. Minute und der 23:19-Führung sah es für die Tigers des VfL Waiblingen trotz der bis dahin bereits hohen Fehlwurfquote nach einem Erfolg im Verfolgerduell gegen den TuS Lintfort aus. Doch in der Schlussphase ging nichts mehr im Waiblinger Angriff. Die Gäste vom Niederrhein drehten die Partie mit einem 6:1-Lauf.

In diesen letzten fünf Spielminuten traf dann nur noch Jule Samplonius zum Siegtreffer. "Das ist doch sehr ungewöhnlich, dass über einen so langen Zeitraum gar kein Tor mehr fällt. Aber das spiegelt auch die sehr zerfahrene Partie wider", analysierte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach der Partie.

Angefangen hatte das Spiel für die Gäste recht gut. Der Ball lief flüssig und Laura Graef im TuS-Tor konnte einige Bälle parieren. Da Sinah Hagen angeschlagen war und Caren Hammer berufsbedingt unter der Woche kaum trainierte, startete der Waiblinger Trainer Thomas Zeitz mit Altina Berisha auf Halblinks und Vanessa Nagler auf der Rückraum-Mitte-Position. Der neu formierten VfL-Abwehr indes fehlte zunächst der Zugriff auf die Gästestürmerinnen. So führten die Gäste zunächst ständig und bis zum 8:8 verlief das Spiel ausgeglichen.

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Dann stellte Waiblingen aber auf eine enge Manndeckung für Naina Klein um. Diese Maßnahme zeigte Wirkung, Lintfort verlor den Spielfluss und agierte kopflos. "Als sich dann noch Hannah Haase schwer verletzte, ist bei uns doch einiges durcheinander geraten und ich bin froh, dass wir den Rückstand zur Pause irgendwie auf nur drei Tore begrenzen konnten" war Grenz-Klein froh über den Pausenpfiff.

Waiblingen hatte die Konfusion im Lintforter Spiel genutzt und war auf 13:9 davon gezogen. Mit einem 14:11 für die Gastgeberinnen ging es dann in die Halbzeit. "Und da haben wir uns gesammelt, alles noch mal angesprochen und wollten es im zweiten Abschnitt besser machen", erklärte Bettina Grenz-Klein die Leistungssteigerung.

Direkt nach Wiederanpfiff waren ihrer Spielerinnen hellwach und konnten zügig ausgleichen. Danach blieb das Spiel zunächst offen. Die erstmalige Einwechslung von Hagen und Hammer belebte das Waiblinger Angriffsspiel nun merklich, allein die Chancenverwertung blieb über die gesamte Spielzeit das große Manko.

Mitte der zweiten Halbzeit machte sich bei Lintfort, dass ohne die verletzte Torjägerin Lisa Kunert antreten musste, ein Kräfteverschleiß bemerkbar und Waiblingen konnte vermeintlich vorentscheidend auf 23:19 davonziehen.

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"Doch dann riss beim VfL völlig der Faden. Technische Fehler, weggeworfene Bälle und ein weiterer vergebener Strafwurf eineinhalb Minuten vor dem Ende - der VfL schlug sich gegen nie aufgebende Gäste schlussendlich selbst", so das Fazit der Tigers.

Denn die Gäste hielten dagegen, verkürzten den Rückstand mit einer Energieleistung und führten beim 24:23 erstmals in der zweiten Halbzeit. Und dann kamen die letzten Spielminuten mit dem Siegtor durch Jule Samplonius.

"Das ganze Team hat aufopferungsvoll gekämpft. Naina Klein und Prudence Kinlend haben überragend gespielt. Den Sieg hat uns aber vor allem Yara Ten Holte gerettet, die unter anderem drei Strafwürfe abgewehrt hat. Auch den entscheidenden in der vorletzten Spielminute", freute sich Bettina Grenz-Klein über die gute Leistung ihrer Torfrau.

VfL Waiblingen: Meißner, Merlin; Tietjen (2), Nagler (1), Teixeira da Silva, Schraml (4/2), Hagen (2), Klingler, Wulf (2), Hammer (1), Smits, Padutsch, Berisha (3), De Bellis (2), Ridder (5), Jäger (2)

TuS Lintfort: Graef, Ten Holte; Kinlend (8/2), Legermann, Lambert (2), Samplonius (4/1), Haase, Klein (5), Gruner (1), Henschel (3/3), Üffing, Willing (1), Luca (1)