17.01.2021 15:42 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

SV Werder Bremen ist gegen HSG Freiburg "im Angriff ins Rollen gekommen"

2 Tore: Sarah Seidel 2 Tore: Sarah Seidel
Quelle: Red Sparrows Freiburg
Die Handballerinnen des SV Werder Bremen gewinnen das wichtige Auswärtsspiel bei der HSG Freiburg mit 30:26 und bauen ihre Serie damit auf 7:1 Punkte aus. Mit nun 8:16 Punkten verlassen die Bremerinnen die Abstiegsränge in der 2. Liga und verbessern sich auf den 11. Tabellenplatz.

Auf sich selbst schauen und wieder ruhiger und klarer in ihrem im Spiel werden. Das war der Fokus, den Red Sparrows Coach Ralf Wiggenhauser im Vorfeld der Partie gesetzt hatte. Das Ziel sei gewesen, die eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Um das zu erreichen, setzte Wiggenhauser zunächst auf eine ungewöhnliche Startformation. Liza Ehret und Luciana Villavicencio, welche beide noch nicht viele Spielminuten sammeln konnten in dieser Saison, starteten auf den Flügeln. Die eigentlich dort beheimatete Hannah Person zog dafür in die Mitte und Kathrin Disch von dort an den Kreis.

Die überraschende Aufstellung zeigte gleich zu Beginn Wirkung. Durch Treffer von Angelika Makelko (4) und Nadine Czok (10/7) erwischten die Red Sparrows einen Blitzstart in die Partie und gingen mit 4:0 in Führung. Werder-Trainer Robert Nijdam war so zu einer frühen Auszeit gezwungen. Nina Engel durchbrach dann die Durststrecke und traf zum 4:1 (7.), dieser Treffer war ein Weckruf für die Bremerinnen. Die Freiburgerinnen konnten den Impuls der Anfangsminuten weitertragen und setzten sich in der 11. Spielminute durch Treffer von Liza Ehret und Luciana Villavicencio auf 7:2 ab. "Wir sind wirklich sehr sehr gut gestartet und hatten eine außergewöhnliche erste Sechs. Das war echt stark, wie sie das gemacht haben!", kommentierte Wiggenhauser die Anfangsphase seiner Mannschaft.

Werder steigerte anschließend sich in der Defensive und konnte so Tor um Tor aufholen. Vor allem Spielmacherin Denise Engelke (4) und Kreisläuferin Naomi Conze (3) brachten die Werderanerinnen wieder zurück ins Spiel. Beim 9:9 kam Werder dann zum Ausgleich und ging beim 11:10 (22.) durch Alina Defayay erstmals in Führung. Nach dem Ausgleich der Gastgeberinnen gelangen den Bremerinnen fünf Treffer in Folge und so baute der SVW die Führung auf 16:11 (26.) aus.

Bis zur Pause ließen die Grün-Weißen nichts mehr anbrennen und gingen mit einer 18:12-Führung in die Pause. "Die Tore für Bremen fielen in dieser Phase natürlich viel zu leicht. Obwohl wir in den ersten 15 Minuten nur vier Gegentore bekommen, gehen wir dann trotzdem mit 18 Gegentoren in die Halbzeit. Ich war gespannt, wie die Mannschaft da aus der Kabine kommt", so Wiggenhauser.

Der Beginn der zweiten Halbzeit, war ähnlich wie der Beginn des ersten Durchgangs. Die Bremerinnen brauchten knapp acht Minuten bis zum ersten Treffer in der zweiten Halbzeit. Allerdings hielt Danique Trooster stark, sodass Freiburg die hektische Phase des Spiels nicht nutzen konnte und es blieb bei einer Sechs-Tore-Führung für die Gäste. Mitte der zweiten Halbzeit kam Freiburg beim 22:18 auf vier Treffer heran, doch ein Doppelschlag von Nina Engel stellte beim 24:18 (47.) den alten Vorsprung wieder her.

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Die Freiburgerinnen, die in der vergangenen Wochen immer wieder mit einem Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit zu kämpfen hatten, kamen auch dieses Mal schleppend aus der Kabine, konnten sich aber, anders als in den Vorwochen, langsam wieder in die Partie kämpfen.

Anstatt dass Werder nun aber den Sack zuzumachte, kam Freiburg zurück ins Spiel, fünf Minuten vor dem Ende betrug der Vorsprung beim 25:23 nur noch zwei Tore. Werder behielt aber die Nerven, Annika Fröhlich verwandelte zweimal eiskalt vom Kreis und auch die offensive Deckung gegen Merle Heidergott und Denise Engelke brachte die Bremerinnen nicht aus dem Konzept. Als Rabea Neßlage per Siebenmeter zum 28:24 (58.) traf, war der Sieg perfekt. Die Führung ließen sich die Werder-Damen nicht mehr aus der Hand nehmen und bejubelten am Ende einen 30:26-Auswärtserfolg in Freiburg.

"Wichtig sind die zwei Punkte", freute sich Werder-Trainer Robert Nijdam nach dem Schlusspfiff, der mit der Leistung seiner Mannschaft aber zufrieden war: "Nach dem 0:4-Rückstand zum Start mussten wir taktisch ein wenig umstellen. Wir haben dann defensiver in der Abwehr agiert und sind im Angriff ins Rollen gekommen." Den Sieg sah Nijdam in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr gefährdet: "Wir wussten, dass es ein hektisches Spiel werden wird und hatten ein paar Mal Pech im Abschluss. Das Gefühl, dass das Spiel aber noch kippen könnte, hatte ich zu keinem Zeitpunkt."

"Ich bin natürlich enttäuscht über das Ergebnis. Überhaupt nicht enttäuscht bin ich aber über das Spiel. War hatten einen guten Start, liegen dann zur Halbzeit deutlich zurück, kommen aber später wieder auf zwei, drei Tore ran. Bremen konnte allerdings immer wieder zurückschlagen und hat die entscheidenden Momente genutzt", analysierte Trainer Ralf Wiggenhauser die Partie im Nachinein und fügte hinzu: "Insgesamt war ich mit dem Spiel sehr zufrieden, wenn ich berücksichtige, was wir reinbringen wollten. Viele unserer Spielerinnen konnten heute überzeugen, wie z.B eine Hannah Person oder eine Liza Ehret!"

Auch wenn sie noch keine Spielminuten sammelten, konnten zwei Red Sparrows ihr Debüt diese Saison feieren: Jessica Peter, die sich vergangene Saison einen Kreuzbandriss zuzog, kehrte nach Verletzungspause wieder zurück in den Kader. Ebenso kam Johanna Chaumet zu ihrem ersten Saisonauftritt im Trikot der Red Sparrows!