14.01.2021 17:18 Uhr - 1. Bundesliga - law

Frisch Auf Göppingen schrammt gegen Bietigheim an der Sensation vorbei

Nele Reimer wird von Anja Brugger und Sina Ehmann angenommen. Nele Reimer wird von Anja Brugger und Sina Ehmann angenommen.
Quelle: Michael Schmidt
Mit dem letzten Aufgebot mussten die Handballerinnen von Frisch Auf Göppingen in das Heimspiel gegen Nachbar und Champions-League-Teilnehmer SG BBM Bietigheim gehen. Vor dem Derby gegen den Spitzenreiter hatten Alexandra Tinti, Romy Morf und Iris Andjic wegen Verletzungen Interimstrainer Vladimir Jelesic absagen müssen. Dennoch verkaufte sich das übrig gebliebene Häuflein gegen die Startruppe des gebürtigen Göppingers Markus Gaugisch teuer und unterlag nur mit 22:27 (14:14).

Dabei zeigten die Grün-Weißen im ersten Spiel nach der Entlassung von Cheftrainer Aleksandar Knezevic (siehe nebenstehenden Artikel) Tugenden, die man lange Zeit nicht mehr gesehen und schmerzlich vermisst hatte. Leidenschaft, Wille und Kampfbereitschaft bildeten die Grundlage für einen couragierten Auftritt des krassen Außenseiters, der sein letztes Spiel vor drei Monaten gewonnen hatte.

Bis tief in die zweite Hälfte hinein bot das Team von Jelesic dem hohen Favoriten Paroli. Einen raschen 2:4-Rückstand (5. Minute) drehten die Frisch-Auf-Frauen flugs in eine 6:4-Führung und Gaugisch sah sich zu einer ersten Auszeit gezwungen (12.). Auch danach kam der Bietigheimer Express nicht ins Rollen. Nur Torhüterin Emily Sando hatte es die mit vielen Nationalspielerinnen gespickte SG zu verdanken, dass die Frisch-Auf-Frauen nicht mit einer Führung in die Pause gehen konnten sondern mit einem 14:14.



Drei schnelle Treffer der Gäste zu Beginn des zweiten Durchgangs brachten die Göppingerinnen etwas aus dem Konzept (15:19/37.). In dieser Phase bestrafte Bietigheim Göppinger Fehler in der Offensive mit mehreren Gegenstoßtoren eiskalt. In der 44. Minute hatten die Gäste den Vorsprung zum ersten Mal auf fünf Tore ausgebaut (23:18).

Doch die Gastgeberinnen kämpften weiterhin mit Leidenschaft und hatten sechs Minuten später beim Stand von 23:21 aus Bietigheimer Sicht sogar die Möglichkeit, wieder bis auf ein Tor heranzukommen. Ein technischer Fehler sowie ein Fehlversuch von Roxana Ioneac beendeten dann allerdings alle Hoffnungen auf eine Sensation und Bietigheim baute seinen Vorsprung wieder bis zum 27:22-Endstand auf fünf Tore aus.



Beste Göppinger Werferin war Michaela Hrbkova mit fünf Treffern. Frisch-Auf-Interimscoach Jelesic, der bislang als Co-Trainer von Knezevic fungiert hatte, freute sich über den Auftritt seines Teams: "Die Mannschaft hat mehr Energie gezeigt als zuletzt. Wenn ein neuer Trainer kommt, ist das immer ein Schockmoment, auch wenn ich ein alter, neuer Trainer bin. Wenn wir zwei, drei weitere Wechselmöglichkeiten gehabt hätten, wäre vielleicht sogar die Chance auf ein Remis dage wesen."