11.01.2021 17:43 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine,red

TuS Lintfort hat bei Niederlage in Herrenberg "gezeigt, dass wir ligatauglich sind"

Beste Torschützin bei der H2Ku Herrenberg: Annika Blanke.Beste Torschützin bei der H2Ku Herrenberg: Annika Blanke.
Quelle: Hansepixx, SVW
Die SG H2Ku Herrenberg bleibt in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen nach dem 30:28 (16:15)-Heimsieg gegen den TuS Lintfort in der Spitzengruppe. Zudem ist das Team von Trainer Mike Leibssle in der heimischen Markweghalle weiterhin ungeschlagen.

Dennoch war der Erfolg über die Gäste aus dem niederrheinischen Kamp-Lintfort ein hartes Stück Arbeit. "Für den TuS wäre sicherlich mehr drin gewesen", ist der Kuties-Coach ehrlich, "wir haben phasenweise nicht souverän agiert, deshalb sind wir sehr froh über diese zwei Punkte." Mit einem Spiel weniger steht das Gäu-Team aktuell auf Rang drei hinter Berlin und Zwickau.

Nach einer siebenwöchigen Pause lief der Start für beide Mannschaften holprig. Vor leeren Rängen aber zahlreichen Zuschauern im Livestream ging Lea Neubrander für die Herrenbergerinnen voran und markierte mit starken Aktionen das 4:3 (6.). In der eigenen Defensive bekam die SG lange keinen Zugriff auf den starken Rückraum des TuS, der ohne seine drittbeste Torschützin Prudence Kinlend angereist war.

"Wäre sie dabei gewesen, hätten wir vermutlich noch mehr Probleme bekommen", ist Leibssle sicher. Der Reutlinger musste bereits nach zwölf Minuten sein Abwehrkonzept umstellen, da Aylin Bok im Mittelblock früh mit zwei Zeitstrafen Gefahr lief, sich eine Rote Karte einzufangen.

"Da mussten wir schnell umdisponieren", hadert der Coach, "wir waren lange nicht in der Lage, unsere Gegenspielerinnen in schwierige Wurfsituationen zu bringen." Rechtsaußen Saskia Hiller erhöhte dennoch auf 9:7 für H2Ku. Die Linkshänderin war mit sieben Treffern beste Torschützin ihres Teams.

"Am Anfang haben wir sehr gut dagegen gehalten und den Kampf angenommen. Nach der langen Pause bin ich mit der Leistung zufrieden", analysierte Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein nach der Partie. Mit einem 15:16 Halbzeitrückstand konnten die Lintforter gut leben.

Nach Wiederanpfiff rissen die Gäste das Ruder herum und gingen ihrerseits durch einen Treffer von Lisa Kunert mit 20:18 in Führung (37.). "Wir haben uns schwergetan und viel zu zerfahren in der Offensive agiert", kritisierte Leibssle, "teilweise waren unsere Angriffe zu hektisch, wir wollten schlichtweg zu viel." Jedoch ließen die Kuties nicht abreißen und erzielten angeführt von Kapitänin Kerstin Foth fünf unbeantwortete Treffer in Folge.

"Das war ganz stark, ich hätte mir dennoch gewünscht, dass wir uns noch weiter hätten absetzen können", so Leibssle. Lintfort verkürzte nach einer Zeitstrafe gegen Anika Bissel auf 25:26 und läutete damit die spannende Schlussphase ein. Mike Leibssle schwor in einer Auszeit seine Schützlinge nochmals ein: "Ich gab die klare Ansage, dass wir den reinen Kampf jetzt annehmen müssen."

Erst parierte Torhüterin Laura Waldenmaier einen Siebenmeter (55.), dann brachte Saskia Hiller mit dem 30:27 die Vorentscheidung. Das Team von Gäste-Trainerin Bettina Grenz-Klein konnte dem nur noch einen Siebenmeter zum 30:28-Entstand entgegensetzen. "28 Gegentreffer sind eindeutig zu viel", ärgerte sich Leibssle, "es zeigt jedoch auch, über wie viel Qualität der TuS verfügt, sie haben nicht umsonst als einzige Mannschaft den Füchsen Berlin einen Punkt abgetrotzt."

Beim TuS Lintfort zeigte man sich nach dem Spiel trotz der Niederlage zufrieden. "Ich bin ganz froh, dass wir an die guten Leistungen der bisherigen Spiele anknüpfen konnten. Nach dem Punktgewinn in Berlin haben wir nun auch in Herrenberg gezeigt, dass wir ligatauglich sind. Und wenn in den nächsten Wochen auch Prudence Kinlend ins Team zurückkehrt, haben wir noch mehr Varianten" blickt die Trainerin optimistisch auf die nächste Spiele.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (4), Bissel (3), Blanke (6/davon 3 Siebenmeter), Tuc, Bok, Bühler (1), Kussmaul (1), Foth (3/1), Neubrander (5), Hiller (7), Beddies.