10.01.2021 09:59 Uhr - 1. Bundesliga - PM BUX, red

"Glücklicher" Sieg: Buxtehuder SV gewinnt Nord-Derby gegen den VfL Oldenburg in letzter Sekunde

Siegtorschützin Annika LottSiegtorschützin Annika Lott
Quelle: Buxtehuder SV
Der Buxtehuder SV hat das prestigeträchtige Nord-Derby in der Frauen-Bundesliga gegen den VfL Oldenburg mit 25:24 gewonnen. Den Siegtreffer in der Halle Nord erzielte Annika Lott in der Schlusssekunde. Spielerisch war die Partie der Tabellennachbarn am gestrigen Samstag allerdings dürftig.

Die Oldenburgerinnen erwischten den besseren Start. Während der VfL in der 3. Minute mit 2:0 in Führung ging, dauerte es beim BSV beinahe vier Zeigerumdrehungen, ehe Mieke Düvel erstmals in Netz traf. Da Buxtehude acht Minuten ohne Gegentreffer blieb, drehte der BSV die Partie auf 4:2. Anschließend entwickelte sich kein hochklassiges Handballspiel.

Beide Mannschaften leisteten sich Fehler im Angriff und machten es den Deckungsreihen und den Torhüterinnen nicht sonderlich schwierig. Bei Buxtehude fehlte besonders die Effektivität aus dem Rückraum. Anfängliche Fehlwürfe sorgten dafür, dass in manchen Situationen das Selbstvertrauen fehlte. Folgerichtig stand es 10:10 zur Pause.

Im zweiten Abschnitt steigerte sich das Niveau. Beide Mannschaften erspielten sich zunehmend mehr Torchancen. Besonders BSV-Kapitänin Lone Fischer und Oldenburgs beste Torschützin Merle Carstensen lieferten sich ein Duell. Fischer erzielte insgesamt zehn Tore, davon vier Siebenmeter, Carstensen war elfmal erfolgreich, davon sechs Siebenmeter.

Beide Spielerinnen waren somit beste Torschützinnen ihres Teams und wurden nach Spielschluss zur "Spielerin des Tages" ihrer Mannschaft gekürt. Auch wenn sich Fischer und Carstensen bei den Toren nur geringfügig unterschieden, legten die Gäste zunächst vor. Jenny Behrend traf zum 15:12 (36.).



Buxtehude verkürzte, doch ungenaue Zuspiele ermöglichten dem VfL erneut eine Drei-Tore-Führung beim 18:15 (42.). Aber auch davon ließen sich die Gastgeberinnen nicht verunsichern. Vor allem Jugendspielerin Mailee Winterberg wirkte unbekümmert und hatte mit insgesamt drei Toren großen Anteil, dass der BSV 14 Minuten vor dem Ende mit 20:19 in Führung ging.

In der Schlussphase wechselte die Führung hin und her. Beim Stand von 24:24 besaß Lone Fischer die Chance zur erneuten BSV-Führung, scheiterte allerdings an Torfrau Julia Renner (elf Paraden). Zuvor hatte Lana Teiken Meret Ossenkopp gefoult. Oldenburg musste die letzten beiden Minuten also in Unterzahl spielen. Dennoch hatte der VfL die Chance auf den Siegtreffer.

Ossenkopp fing den Pass von Lisa-Marie Fragge ab. Bei 20 Sekunden auf der Uhr gehörte der letzte Angriff somit doch dem BSV. Annika Lott übernahm die Verantwortung und warf den Ball auf das Tor. Von Julia Renners Oberschenkel prallte der Ball unmittelbar vor der Schlusssirene in Netz ab. Anschließen stürmten die BSV-Spielerinnen auf das Feld. Das 25:24 war der sechste Sieg im siebten Heimspiel der Saison.

"Das eine Tor mehr hat heute für Buxtehude gereicht, um die zwei Punkte zu behalten. Wir sind gut gestartet und reingekommen. Auf beiden Seiten war die Chancenverwertung ausschlaggebend, dass es lange wenig Tore gab. Wir haben dann im Angriff was geändert. In der zweiten Halbzeit kommen wir auch gut rein, aber nachher machte Buxtehude es im Angriff besser.´", analysierte Niels Bötel, der Trainer des VfL Oldenburg.

Er ergänzte: "Ich bin dennoch mit meiner Mannschaft zufrieden, auch wenn wir nicht so clever gewesen sind, dass ein oder andere Ding vorne mehr zu machen. Dementsprechend wäre mehr drin gewesen. Beide Seiten haben junge Spielerinnen, da passieren auch mal Fehler und dementsprechend gewinnt heute die andere Seite."

BSV-Trainer Dirk Leun befand: "Beide Mannschaften haben sich sehr schwer getan mit hoher Qualität aus dem Rückraum zu werfen beziehungsweise die Torhüterinnen haben es vereitelt. Nach diesen ersten Fehlwürfen haben wir den Mut verloren, haben zu statisch gespielt, haben uns wenige bewegt und hatten wenig Spielfluss. Was das angeht, war es ein schlechtes Spiel von uns."

Leun richtete seinen Blick schon nach vorne: "Am Ende gewinnen wir das Spiel glücklich, aber der kämpferische Einsatz in der Deckung hat sich ausgezahlt. Wir sind froh, dass wir unsere gute Heimbilanz ausbauen konnten. Derbys sind besondere Spiele, gerade bei jungen Spielerinnen ist es nicht einfach. Handballerisch ist es enttäuschend, was wir abgeliefert haben. Wir haben nächste Woche ein weiteres Derby und müssen unsere Schlüsse aus dem Spiel ziehen."

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