10.01.2021 09:02 Uhr - EHF European League - HaJo Steinbach, THC

Start gegen Astrakhan: Thüringer HC will sich European League gut verkaufen

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Marco Wolf
Der THC sei eine "Wundertüte" meinte kürzlich Cheftrainer Herbert Müller - in der Liga gab es zuletzt einige Rückschläge. Mit der European League gibt es nun etwas internationale Abwechslung, der Startschuss fällt am heutigen Sonntag im Duiell mit dem russischen Vertreter Astrakhan. "Natürlich wollen wir versuchen, uns bestmöglich zu verkaufen", blickt Müller nicht nur auf den heutigen Auftakt sondern die insgesamt schwere Gruppe, in die der THC gelost wurde.

2010 übernahmen die Brüder Herbert und Helfried Müller den Thüringer HC, fünf Niederlagen gab es dabei bislang in keiner Saison zu diesem Zeitpunkt - zumal vier davon in eigener Halle. Zuletzt gab es eine überraschende Niederlage gegen die Flames der HSG Bensheim/Auerbach. Herbert Müller vermisste dabei "die nötige Moral in der Mannschaft, um dieses Spiel noch zugunsten des THC zu kippen".

Nach dem Abbruch der vergangenen Saison verpasste der Thüringer HC in diesem Jahr die Champions League - nach acht Teilnahmen in den letzten Jahren, die unter anderem einmal den Sprung in das Viertelfinale brachte. Und die Gruppe in der European League liest sich beinahe wie eine der Champions League: Mit Astrachanotschka Astrachan (RUS), CS Minaur Baia Mare (ROU) und Storhamar Handball Elite (NOR) gibt es namhafte Gegner für den THC.

"Sein Land international zu vertreten ist natürlich immer eine schöne und besondere Aufgabe mit einem besonderen Reiz. Auch wenn in Zeiten von Corona alles sehr schwierig ist, mit Reisen, ohne Zuschauer, für viele auch mit besonderem finanziellem Aufwand verbunden, freuen wir uns sehr, dass wir auch in diesem Jahr die Gruppenphase der neugegründeten EHF European League erreicht haben", blickt Herbert Müller mit Vorfreude auf den Start.

"Natürlich wollen wir versuchen, uns bestmöglich zu verkaufen", so der THC-Coach, der ausführt: "Auch wenn aus meiner Sicht die Gruppe, die wir erwischt haben, sehr schwer ist und mit Baia Mare und Astrachan wahrscheinlich zwei Mitfavoriten auf den Titel gegen uns antreten. Mit Storhamar wird die Gruppe sehr reizvoll komplettiert. Für uns ist es wichtig und schön, gleich mit einem Heimspiel zu starten. Wir wollen alles geben, um den Favoriten Astrachan ins Straucheln zu bringen."

Astrakhan liegt in der russischen Superliga auf Rang vier mit 20:2 Punkten, punktgleich mit dem Dritten Lada Togliatti, einem weiteren russischen Vertreter in der EHF European League. Zuletzt siegte der Club im russischen Poka gegen den EHF Champions League Klub ZSKA Moskau, das in der Champions League seine Gruppe mit bislang nur einer Niederlage anführt. Herbert Müller hat sich das Pokalspiel der beiden russischen Teams angesehen, "und fleißig mitgeschrieben."

Der Coach des Thüringer HC kam dabei aus dem Schwärmen nicht heraus: "Es ist sehr wichtig, seine Heimspiele zu gewinnen, aber da kommt eine richtige Macht auf uns zu. Supergroße, athletisch starke Spielerinnen, die vor allem zweikampfstark sind und eine sehr aggressive Abwehr spielen. Es wird für uns darauf ankommen, darauf Antworten zu finden und auch wieder Stabilität in die Abwehr zu bekommen, Zweikämpfe zu gewinnen. Wir werden alles tun, um einen optimalen Start in die Gruppenphase der European League zu erwischen."