09.01.2021 14:49 Uhr - 2. Bundesliga - Vanessa Frey - Kreiszeitung Böblingen

SG H2Ku Herrenberg: Am Samstagabend lauert der Angstgegner

Anika Bissel Anika Bissel
Quelle: Baur/Eibner-Pressefoto, H2Ku
Nach einer siebenwöchigen Europameisterschafts-Pause bestreiten die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Samstag (20 Uhr) das erste Spiel des Jahres in der heimischen Markweghalle. Dann ist der TuS Lintfort zu Gast, der tabellarisch derzeit zwar vier Plätze hinter den Kuties auf Rang sieben steht, dennoch eine Art Angstgegner für die Gäu-Sieben ist. In sechs Aufeinandertreffen mit der Mannschaft aus dem niederrheinischen Kamp-Lintfort gingen die Herrenbergerinnen in der Vergangenheit lediglich einmal als Sieger von der Platte.

"Eine bärenstarke Truppe", warnt auch Trainer Mike Leibssle vor dem Aufeinandertreffen, "wir müssen voll dagegenhalten und dürfen uns von der Tabellensituation nicht blenden lassen." Der Coach, der gemeinsam mit seiner Assistentin Sarah Neubrander seinen Vertrag vergangene Woche um ein weiteres Jahr verlängerte, hat die zurückliegenden Wochen produktiv genutzt und seine Schützlinge für die vier noch ausstehenden Spiele in der Hinrunde fit gemacht.

"Nach unserer letzten Partie gegen Nürtingen Ende November haben wir eine einwöchige Pause eingebaut, danach den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen", blickt Leibssle zurück, "meine Spielerinnen haben konzentriert gearbeitet und sind fit für die kommenden Aufgaben." Einige geplante Trainingsspiele gegen Erstligisten mussten coronabedingt abgesagt werden. Die SG H2Ku agiert momentan, so wie die gesamte Handball-Bundesliga der Frauen, nach der Corona-Verordnung Sport mit einer Sondergenehmigung, die es ihr ermöglicht, den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten und auch noch nach 20 Uhr unterwegs zu sein.

Seit dem 2. Januar haben sich auch die Abläufe bei den Zweitligisten verschärft. Regelmäßige Schnelltests müssen verpflichtend frühestens 24 Stunden vor Spielbeginn bei allen Beteiligten durchgeführt werden. Dies bedeutet nochmals einen zusätzlichen organisatorischen und finanziellen Aufwand. "Wir hoffen natürlich, dass wir und all unsere Gegner glimpflich durch diese Zeit kommen", betont Mike Leibssle, "der Spielplan lässt kaum noch Spielraum für etwaige Verschiebungen."

Auch das Testprozedere bezüglich der Schiedsrichter hat sich mit dem Jahreswechsel verändert. So müssen nun die jeweiligen Heimvereine zur Abnahme eine geschulte Person sowie Antigen-Schnelltests für die Unparteiischen bereitstellen. Sollte der Test eines Schiedsrichters positiv ausfallen, würde der andere die Partie alleine leiten müssen. Wird das gesamte Gespann positiv getestet und es stünde kein Ersatzschiedsrichter bereit, müsste die Partie komplett ausfallen.

"Das wird sicherlich eine Zerreißprobe für alle", ist Mike Leibssle überzeugt, "wir haben bis Ende März ganze zwölf Spiele am Stück, auch ohne die gegebenen Umstände wäre das ein knackiges Programm." Umso wichtiger wäre für sein Team deshalb ein positiver Start in diese Serie mit einem Heimsieg gegen Lintfort. Dann würde einiges leichter von der Hand gehen.

Die Kuties sind in der Markweghalle in der laufenden Saison noch ungeschlagen. Damit dies so bleibt, müssen vor allen Dingen die Kreise des starken Rückraums des Gegners eingeengt werden. "Sie haben mit Naina Klein und Prudence Kinlend eine starke Achse, die gut mit dem Kreis agiert und von Tempo lebt", schildert Leibssle, "sie werden jeden unserer Fehler knallhart mit ihrem schnellen Spiel bestrafen."

Das Team von Cheftrainerin Bettina Grenz-Klein war bisher die einzige Mannschaft, die Tabellenführer Berlin einen Punkt abtrotzen konnte. "Nach zwei Niederlagen in der Anfangsphase der Runde haben sie im weiteren Verlauf sehr gute Leistungen gezeigt", weiß der Kuties-Coach, "sie werden uns alles abverlangen." Leibssle kann dabei auf einen vollen Kader zurückgreifen, auch Sandra Kussmaul aus der zweiten Mannschaft wird wieder mit an Bord sein.