06.01.2021 09:42 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

HSG Bensheim/Auerbach Flames reisen mit "zwei Trainingseinheiten nach der Quarantäne" zum Thüringer HC

Heike AhlgrimmHeike Ahlgrimm
Quelle: Andrea Müller, Flames
Die Wartezeit ist vorbei, denn lang ist es her, dass die Handallerinnen der HSG Bensheim/Auerbach in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) auf Punktejagd gegangen sind. Seit der 23:25-Auswärtsniederlage am 21.11.2020 bei der Neckarsulmer Sport-Union Mitte November sind die Flames im Trainings- bzw. Wartemodus auf den Spielbetrieb, nachdem sich für die Flames der Start nach der EM-Pause unplanmäßig verzögerte.

Am Montag endete für die Spielerinnen sowie den Trainer- und Betreuerstab die fast zweiwöchige Quarantäne, nachdem es bei dem routinemäßig wöchentlich durchgeführten PCR-Test vor Weihnachten bei einer Spielerin einen positiven Corona-Test gab. Dadurch mussten die drei Liga-Spiele gegen die SV Union Halle-Neustadt und die beiden Spitzenteams TuS Metzingen und Borussia Dortmund abgesagt und neu terminiert werden.

Die Flames freuen sich darauf wieder ins Spielgeschehen eingreifen zu dürfen. Erstmals standen die Handballerinnen am Montag wieder zum gemeinsamen Training in der Halle und am Mittwoch geht es direkt zum siebenmaligen Deutschen Meister Thüringer HC (19.30 Uhr, Salza-Halle) zum Re-Start in der Liga.

Auch Flames-Coach Heike Ahlgrimm ist froh, dass es endlich für ihr Team in der HBF weitergeht: "Wir haben seit November keinen Handball mehr gespielt und die letzten 14 Tage in der Quarantäne noch nicht einmal einen in der Hand gehabt. Ich bin froh darüber, dass wir jetzt als erstes den Thüringer HC haben, wo man nichts zu verlieren hat. Thüringen muss zu Hause gegen uns unbedingt gewinnen. Das kommt uns zugute und wir freuen uns einfach darauf. Wir hatten jetzt zwei Trainingseinheiten nach der Quarantäne, die für viele nicht einfach war. Fast alle waren allein zu Hause und das auch über Weihnachten und Silvester. Es war alles anders, wie wir es geplant hatten und jetzt freuen wir uns alle darüber, dass es endlich losgeht. Von daher sind wir heiß darauf, dass wir die Möglichkeit haben, zu spielen".

Der THC belegt derzeit mit 15:9 Punkten den 5. Tabellenplatz und hat schon drei Spiele mehr auf dem Konto. Überhaupt zeigt die Tabelle der HBF aktuell ein etwas schiefes Bild. Aufgrund von einigen ausgefallenen und verschobenen Spielen gibt es Mannschaften, die bisher erst neun oder zehn Spiele hatten, die HL Buchholz 08-Rosengarten dagegen hat als einzige Mannschaft schon dreizehn Spiele ausgetragen.

Der Thüringer HC stand nach der EM-Pause zweimal auf der Platte. Gegen den Ligaprimus Borussia Dortmund hatte man bei der 30:36-Niederlage keine Chance. Während die Flames sich am Wochenende noch in der Quarantäne und somit im "Home-Office" fit halten mussten, gab es für den THC einen deutlichen 34:17 (16:7) Kantersieg im mitteldeutschen Derby gegen die Wildcats der SV Union Halle-Neustadt, durch den das Team von THC-Trainer Herbert Müller ordentlich Selbstvertrauen sammeln konnte. Aber auch sonst ist die Favoritenrolle beim THC.

Die THC-Mannschaft zeigte am Samstag laut Trainer Herbert Müller "eines der besten Spiele der laufenden Saison und überzeugte vor allem in der Abwehr mit einer sehr gut haltenden Marie Skurtveit Davidsen im Tor und auf dem rechten Flügel mit Emma Ekenman Fernis und Lydia Jakubisova." Und der THC-Coach ergänzte: "Durch eine konzentrierte Abwehrarbeit sind wir in ein erfolgreiches Tempospiel gekommen und haben zu Beginn leichte Tore erzielt, wenn auch einige Chancen liegengelassen worden sind. Die starke Abwehr über 60 Minuten war der Schlüssel zum Erfolg."

Gegen Dortmund wurden ihnen zu Hause die Grenzen aufgezeigt, gegen Halle haben sie dann aber ein gutes Spiel gemacht und sich Selbstvertrauen geholt. Es geht bei ihnen hoch und runter diese Saison. Nichtsdestotrotz fahren wir nirgendwo chancenlos hin. Vielleicht können wir mal so ein Momentum für uns nutzen und für eine Überraschung sorgen", ist Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm trotzdem zuversichtlich, dass ihr Team, trotz der langen Pause, ein gutes Spiel abliefern kann. Herbert Müller stellt für Bundesliga die Aufgabe, "weiter gewinnen und Punkte sammeln, um sich Schritt für Schritt wieder nach oben zu arbeiten."

Auch Herbert Müller sieht den THC derzeit als "Wundertüte". Ihm fehlt es an der nötigen Konstanz und er will wieder dahin, dass die Salza-Halle für die Gegner zu einer "uneinnehmbaren Festung" wird. Das muss derzeit leider ohne Zuschauer gelöst werden. Für Herbert Müller, "soll diese wunderbare Spielstätte, endlich und bald wieder mit begeisterten Fans proppenvoll gefüllt sein."

Für Müller ist klar: "Die Bundesliga ist jetzt die Hauptaufgabe, auch wenn im Januar noch das Viertelfinale im DHB-Pokal gegen die TuS Metzingen und der Start in die Gruppenphase der EHF European League anstehen."

Die Partie im Livestream auf Sportdeutschland.TV