04.01.2021 11:13 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine mit Material Ralf Ohm, HNA, red

"Große Last abgefallen": SG 09 Kirchhof gewinnt Krimi bei Red Sparrows Freiburg

Deborah SpatzDeborah Spatz
Quelle: Michael Wendling, HSG
Im ersten Spiel des Jahres gelang den Red Sparrows auch im sechsten Anlauf kein Heimsieg. Trotz einer guten ersten Halbzeit und einer 13:9-Halbzeitführung verloren die Freiburgerinnen gegen die Gäste aus Kirchhof letztendlich mit 22:23. "Von mir und auch von der Mannschaft ist eine große Last abgefallen", so Kirchhofs neuer Trainer Martin Denk gegenüber der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen.

Die erste Halbzeit begann vielversprechend. Durch Treffer von Carolin Spinner (2) und Nadine Czok, welche mit 12 Toren (davon 8 Siebenmeter) erfolgreichste Werferin des Abend war, gingen die Red Sparrows schnell in Führung und hielten diese nahezu die komplette erste Halbzeit. Die Gäste, angeführt von Diana Sabljak (4), Klara Schlegel (6) und Deborah Spatz (6), blieben allerdings dran und ließen die Gastgeberinen über lange Zeit höchstens auf zwei Tore davon ziehen.

Lediglich gegen Ende der ersten 30 Spielminuten konnten die Freiburgerinnen sich allmälich absetzten. Top-Scorerin Nadine Czok (12) erzielte vom Siebenmeter, nach vorausgegangenem Foul und einer 2-Minuten-Zeitstrafe gegen Deborah Spatz das Tor zur 12:8 Führung in der 27. Minute.

Den Red Sparrows gelang es aber anschließend nicht, den Vorteil der Überzahl entsprechend zu nutzen und die Führung weiter auszubauen. Die 2-Minuten-Strafe gegen Nadine Czok und der anschließend verwandelte Siebenmeter von Diana Sabljak setzten mit Ablauf der Uhr den Schlusspunkt unter die erste Halbzeit. Mit einer 13:9-Führung ging es für die Red Sparrows in die Kabine.

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"Ich denke, dass wir ganz gut gespielt haben in der ersten Halbzeit und auch vollkommen verdient geführt haben. Es war eine unglückliche Situation mit der Überzahl", analysierte Trainer Ralf Wiggenhauser die ersten 30 Minuten seiner Mannschaft.

Eine große Hypothek, die Martin Denk in einer etwas lauteren Pausenansprache zur "Charaktersache" erhob. Und seine Spielerinnen reagierten prompt, zeigten den geforderten Charakter. Die Kirchhoferinen erwischten einen guten Start in die zweite Halbzeit. Ihre Überzahl nutzend kamen die Gäste aus Hessen wieder in die Partie.

Die große Entdeckung dabei: Deborah Spatz aus dem Juniorteam. Mit Kirsten Bänfer stellte die 21-Jährige nach dem Wechsel einen Mittelblock der Extraklasse und im Angriff sprang sie effektvoll für die indisponierte Diana Sabljak in die Bresche. "Deborah hat die Mannschaft besonders in der Defensive mitgerissen", lobte Martin Denk die Rückraumspielerin. Die gab das Lob an ihre Nebenleute weiter: "Mit Kirsten bin ich auf der Mitte eingespielt und die Mannschaft hat mich hervorragend unterstützt."

Das lag auch vor allem an der fehlenden Gefährlichkeit der Freiburger Offensive. Erst nach mehr als acht Minuten durften die Red Sparrows in der zweiten Halbzeit das erste Mal jubeln, als Nadine Czok zum 14:14 ausglich und den Kirchhofer 5:0-Lauf unterbrach. "Wir haben zehn Minuten harmlosen Handball gespielt und waren hinten zu schlampig", fasste Wiggenhauser den Fehlstart in Halbeit Zwei zusammen.

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Der Ausgleichstreffer, ein Weckruf für die Freiburgerinnen, welche jetzt wieder gefährlicher wurden und auch defensiv die Gäste stoppen konnten. Die Partie war in dieser Phase ausgeglichen wie nie und beide Manschaften wollten den Sieg nun unbedingt einfahren. Drei Minuten vor Schluss glich erneut Nadine Czok aus, die an diesem Tag das offensive Herz der Freiburgerinnen war. Nach einem defensiven Stopp der Red Sparrows waren die Gastgeberinnen zwei Minuten vor Schluss beim Stand von 22:22 in der Situation, das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen.

Doch die Red Sparrows schafften es nicht, die Verteidigung der Gäste zu überwinden und blieben wiederholt hängen. Die Kirchhoferinen hingegen nutzten ihre Chance und gingen durch den Treffer von Klara Schlegel (6) mit 23:22 in Führung. Mit 83 Sekunden auf der Uhr gelang es den Freiburgerinnen aber abermals nicht, einen freien Wurf zu kreieren und bekamen letztlich das Zeitspiel abgepfiffen.

Die Red Sparrows verlieren damit auch das sechste Heimspiel in dieser Saison. "Wir hatten, trotz des schlechten Starts in die zweite Halbzeit, am Ende die Chance gehabt zu gewinnen. Aber wir schaffen es zum Schluss nicht, den Ball aufs Tor zu werfen und bekommen noch das Zeitspiel abgepfiffen. Am Schluss steht da eine Niederlage, die so total unnötig war. Das darf so nicht passieren und es macht uns alle wütend, dass wir das so verloren haben", so Ralf Wiggenhauser.

Freiburg: Svenja Wunsch, Salomé Kuß;
Hannah Person, Christiane Baum (1), Angelika Makelko (3), Carolin Spinner (2), Kim Schmitt, Kathrin Disch, Nadine Czok (12/8), Leonie Hartl, Simone Falk, Maja Zeides (1), Liza Ehret, Luciana Villavicencio, Marie Lipps (3)

Kirchhof: Frederikke Siggard, Nele Zuzic;
Zerin Özcelik (3), Jana Schaffrick (1), Lea Immelnkämper, Ida Evjen, Marie Sauerwald, Diana Sabljak (4/3), Mariel Beugels (2), Hannah Kamp (1), Klara Schlegel (6), Kirsten Bänfer (1), Deborah Spatz (5)