06.10.2007 20:16 Uhr - 1. Bundesliga - Timo Hölscher - hbvf.de

Buxtehude jubelt dank Lamein und Klijn

Wieder die Beste beim BSV: Diane LameinWieder die Beste beim BSV: Diane Lamein
Quelle: sportseye.de
Welch ein Handball-Krimi in der Buxtehuder Halle Nord! Letztlich sicherten dem BSV Buxtehude zwei Paraden von Torfrau Debbie Klijn und ein Treffer von Diane Lamein fünf Sekunden vor dem Abpfiff zwei glückliche Punkte durch einen 24:23 (12:10)-Zittersieg gegen den Thüringer HC. Für Buxtehude war es der zweite Heimerfolg in dieser Saison, während der Thüringer HC nach zuletzt zwei Siegen eine Niederlage hinnehmen musste.

Unter den Augen von Weltmeister Dominik Klein und Dänemark-Legionärin Stefanie Melbeck begannen beide Teams ungeordnet in ihren Deckungsreihen, sodass der BSV in der fünften Minute bereits beim 3:2 knapp führte. Anschließend stand die Gästeabwehr sicher, während Buxtehudes Würfe aus dem Rückraum leichte Beute für THC-Torfrau Isabella Thomsen-Rosenby waren. Der THC spielte schnell im Angriff und nutzte die BSV-Lücken in der Defensive konsequent aus – die Folge: 3:7 in der zwölften Minute.

Anschließend kam Buxtehude besser in die Partie, da man nach erfolgreichen Einzelaktionen Tor um Tor verkürzte und schließlich durch einen Treffer von Susanne Henze, die heute zumeist am Kreis agierte, zum 7:7 ausglich. Linkshänderin Julia Jurack brachte den THC nach zwei Toren mit 9:8 und kurz darauf mit 10:8 in Führung, doch den Gästen fehlten nun die Ideen im Angriff gegen eine jetzt gut sortierte BSV-Deckung. Auf der Gegenseite übernahm Lamein zunehmend mehr Verantwortung und brachte Buxtehude mit ihrem vierten Treffer mit 12:10 zur Pause nach vorn.

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie auf schwachem Niveau, da bei beiden Teams nach den vielen Verletzungen und englischen Wochen die Kräfte wichen. Gäste-Trainer Dago Leukefeld ließ im übrigen seine sechs Feldspielerinnen bis zum Ende durchspielen und brachte lediglich Michaela Schanze in der 26. Minute für Torfrau Thomsen-Rosenby. Der THC glich schnell aus und die Partie war bis zum Ende absolut ausgeglichen.

Für die Highlights sorgte beim BSV neben Führungsspielerin Lamein auch ihre Landsfrau Willemijn Karsten, die viermal in der zweiten Halbzeit traf. Beim THC gefiel die rechte Angriffsseite mit Jurack und Außen Martina Knytlova, die zusammen 14 Tore markierte. Beim Stand von 22:22 nahm Leukefeld eine Auszeit in der 58. Minute und Knytlova gelang daraufhin mit ihrem siebten Tor die 23:22-Gästeführung. Ebenfalls in der 59. Minute erzielte Julia Harms mit ihrem ersten Ballkontakt den 23:23-Ausgleich.

40 Sekunden vor dem Ende kamen zwei THC-Akteurinnen frei vor Klijn zum Wurf, doch die Niederländerin wehrte beide Bälle bravourös ab. Die 1.050 Zuschauer hielt es nun nicht mehr auf den Sitzen und Lamein gelang fünf Sekunden vor dem Ende mit einem Wurf aus dem Rückraum der viel umjubelte Treffer zum 24:23-Endstand. Die schnelle Mitte des THC wurde durch eine Fußabwehr von Jana Stapelfeldt, die dafür die Rote Karte sah, unterbunden, so dass die Erfurterinnen lediglich noch einen Freiwurf von der Mittellinie ausführen durften, der kein Tor mehr einbrachte.

Trainerstimmen:

Wolfgang Pötzsch
, BSV Buxtehude:
Über diesen Sieg bin ich sehr glücklich, Gratulation an meine Mannschaft. Beide Teams waren in der Abwehr top, im Angriff dafür weniger. Ich habe heute eine Leistungssteigerung bei Klijn und Karsten gesehen. Vielleicht wäre am Ende auch ein Unentschieden gerecht gewesen. Nächsten Samstag haben wir eine kleine Chance gegen Nürnberg, diese wollen wir versuchen zu nutzen.

Dago Leukefeld, Thüringer HC:
Entscheidend waren heute bei Buxtehude die Holland-Fraktion und eine ganz starke Janne Wode. Nach einer starken Anfangsphase von uns haben wir ein kampfbetontes Spiel gesehen und es ist natürlich bitter, am Ende mit leeren Händen dazustehen. Das tut mir sehr leid für die Mannschaft, die heute alles gegeben hat. Wir haben es in vielen Phasen aber auch versäumt den Sack zuzumachen. Die personellen Alternativen auf der Bank konnte ich nicht bringen, da sie nach ihren Verletzungen noch nicht wieder soweit sind. Ich denke, am Ende hätten beide Teams den Sieg verdient gehabt.