03.01.2021 08:37 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Dieser Sieg gibt uns wieder Selbstbewusstsein": Thüringer HC gewinnt Derby gegen SV Union Halle-Neustadt deutlich

Zeigte eine starke Leistung: Marie Skurtveit Davidsen.Zeigte eine starke Leistung: Marie Skurtveit Davidsen.
Quelle: Eibner, Frisch Auf Frauen
Mit einem Kantersieg gewann der Thüringer HC das mitteldeutsche Derby in der Frauen-Bundesliga gegen die Wildcats der SV Union Halle-Neustadt mit 34:17 (16:7). Aus dem Tor heraus gab Marie Skurtveit Davidsen ihrer Mannschaft das nötige Selbstvertrauen im schnellen Umschaltspiel aus der Abwehr in den Angriff zu überzeugen. Beste Werferin aufseiten des THC am Samstag war Emma Ekenman-Fernis mit 8 Toren. Bei Halle konnte Cecilie Woller mit 5 Toren sich am häufigsten in die Torschützenliste eintragen.

Die ersten beiden Würfe auf das THC Tor parierte Marie Skurtveit Davidsen. Auf der Gegenseite verwandelte Marketa Jerabkova den ersten Strafwurf der Partie erfolgreich und brachte die Thüringerinnen in Führung. Der THC erwischte einen super Start in das Derby. Die Gäste wurden in der Startphase nicht für ihre Mühen belohnt und der THC baute seinen Vorsprung auf 5:0 aus.

In der Abwehr agierte der Thüringer HC sehr bissig und ließ die Gäste aus Halle kaum zum Zug kommen. Jan-Henning Himborn nahm bereits nach sechs Minuten die erste Auszeit. Anika Gudelj war es zu verdanken, dass der Rückstand zu Beginn der 12. Minute größer war (6:0). Die wenigen Würfe der Wildcats waren für Marie Skurtveit Davidsen leichte Beute.

Erst in der 13. Minute gelang den Hallenserinnen das erste Tor der Partie durch Lea Gruber zum 6:1. Auch auf den zweiten Treffer mussten die Wildcats lange warten. Cecilie Woller erzielte dann erst in der 20. Minute das nächste Tor für die Gäste. Der Vorsprung wäre deutlicher ausgefallen, wenn die THC-Damen ihre Chancen im Angriff besser genutzt hätten. Die ehemalige THC-Bundesligaspielerin Julia Redder scheiterte mit ihrem ersten Strafwurf an Marie Skurtveit Davidsen.

Auf der Gegenseite machte es Emma Ekenman-Fernis besser und verwandelte ihren Siebenmeter zum 10:1 nach 19 Minuten. Der Treffer wirkte auf die Hallenserinnen wie ein Weckruf und sie schienen mit drei Toren in Folge die Aufholjagd zu beginnen.



Herbert Müller reagierte auf das 10:4 mit einer Auszeit. Diese zeigte Wirkung und die Gastgeberinnen gingen fünf Minuten vor dem Pausenpfiff mit acht Toren in Führung (13:5). In die Kabinen ging es mit einem verdienten 16:7, eine Steigerung in der zweiten Hälfte, besonders im Angriff würde dem THC trotzdem guttun.

Mit dem Wiederanpfiff stellte Marketa Jerabkova den ersten Zehn-Tore-Vorsprung zum 17:7 her. Die erste Zeitstrafe kassierte Arwen Rühl für die Gastgeberinnen. Immer wieder vereitelte Marie Skurtveit Davidsen Torchancen der Hallenserinnen und sorgte so dafür, dass der THC die Führung weiter ausbaute. Nach 37 gespielten Minuten erzielte Asli Iskit den 20. Treffer für ihr Team.

Die für einen Strafwurf im THC-Tor eingewechselte Laura Kuske blieb gegen Sophie Lütke die Siegerin. Bei einer Aktion mit der gegnerischen Abwehr verletzte sich Ina Großmann am Oberschenkel und wurde von den ehemaligen THC-Spielerinnen Alexandra Mazzucco und Julia Redder vom Spielfeld geführt.

Herbert Müller wechselte die Torhüterin im eigenen Angriff gegen die siebte Feldspielerin. Einen Fernwurf der Gäste auf das leere THC-Tor erkämpfte Asli Iskit in der 45. Minute mit einer sehenswerten Flugeinlage. Eine Minute später zog Jan-Henning Himborn beim 26:12 zum zweiten Mal die grüne Karte.

Der Thüringer HC hielt den Druck besonders aus der Abwehr heraus auf die Gäste hoch und schränkte so die Chancenverwertung der Gegnerinnen ein. Petra Blazek, inzwischen im Tor des THC, knüpfte an die Leistung von Marie Skurtveit Davidsen an und parierte gleich zwei Würfe von Cecilie Woller. Acht Minuten vor dem Ende bekam Jolina Huhnstock ihre Chance auf dem Spielfeld.

Dem Thüringer HC gelang es Tor um Tor den Vorsprung auszubauen, der in der 55. Minute bereits 15 Tore betrug (30:15). Lydia Jakubisova ließ ihre Klasse aufblitzen und netzte zweimal hintereinander ein. Zudem glänzte sie mit ihrer Übersicht als Passgeberin für Tempogegenstöße. Der Thüringer HC gewann nach einer deutlichen Steigerung zu den letzten Spielen gegen die Wildcats aus Halle mit 34:17.

THC-Trainer Herbert Müller sagte nach dem Spiel: "Wir sind mit einer aggressiven Deckung ins Spiel gekommen. Die Mannschaft hat sich die Taktik selbst erarbeitet. Wir haben über 60 Minuten gut in der Abwehr gestanden. In dieser Höhe war ein Sieg nicht zu erwarten. Der Schlüssel war die Leistung von Marie David Skurtveit, die im Tor gut gearbeitet hat und die gute Deckung. Dieser Sieg gibt uns wieder Selbstbewusstsein."

Jan-Henning Himborn von den Wildcats befand: "Der THC hat verdient gewonnen. Wir waren zu Beginn Mental noch nicht im Spiel. Der THC hat einfache Tore erzielt und uns mit einfachen Toren ausgekontert. In der 2. Halbzeit sind wir an uns selbst gescheitert, als wir leichte Torchancen liegen gelassen haben. Das Ergebnis ist dann doch etwas zu hoch ausgefallen. Aber gegen einen THC muss man nicht unbedingt gewinnen."