30.12.2020 15:44 Uhr - 2. Bundesliga - Ralf Ohm, HNA Melsunger Allgemeine via SG 09

Kirchhofs neuer Coach Martin Denk will "so schnell wie möglich aus der Abstiegszone"

Martin DenkMartin Denk
Quelle: Richard Kasiewicz, SG 09
Nein, Zeit, um in seine neue Rolle hineinzuwachsen, hat Martin Denk, der neue Cheftrainer von Handball-Zweitligist SG 09 Kirchhof nicht. Im Interview mit Ralf Ohm für die HNA Melsunger Allgemeine offenbart der Nachfolger von Gernot Weiss, wie er mit dieser Situation umgeht. "Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich aus der Abstiegszone zu kommen", so Martin Denk auch mit Blick auf das Szenario eines möglichen vorzeitigen Saisonendes.

Sie sind mitten in der Saison vom Co- zum Cheftrainer befördert worden. Hat Sie diese Entwicklung überrascht?

Martin Denk:
Auf jeden Fall. Ich war Co-Trainer, um Gerry zu entlasten. Das war meine Erwartung, mit der ich in die Saison gegangen bin.

Bisher haben Sie alleinverantwortlich fünf Jahre das Juniorteam in der Oberliga trainiert. Wie groß ist nun die Herausforderung zwei Klassen höher?

Martin Denk:
Eine Riesenaufgabe, in die ich hineinwachsen muss. Hab? dazu aber wenig Zeit, weil wir schon am Samstag das erste Spiel haben.

Was ist anders?

Martin Denk:
Mit gestandenen Bundesliga-Spielerinnen wie Diana Sabljak oder Nela Zuzic zusammen zu arbeiten ist anders als mit jungen Spielerinnen, die ihre Karriere noch vor sich haben. Die Vorbereitung auf die Spiele ist wesentlich komplexer d.h. ich muss mich viel mehr mit dem Gegner befassen.

Wie gehen Sie mit dem Zeitdruck um?

Martin Denk:
Auch wenn ich meine eigenen Ideen habe, werde ich erst mal keine großen Änderungen vornehmen, sondern nur an kleineren Schräubchen drehen.

An welchen?

Martin Denk:
Überzahlspiel und zweite Welle, weil wir mehr einfache Tore brauchen.

Welche Trainer haben Sie persönlich am meisten beeinflusst, was konnten Sie von wem lernen?

Martin Denk:
Von Gernot Weiss die taktische Einstellung der Mannschaft, von Robert Nolte den Umgang und die Führung der Spieler, von Christian Denk die Motivation des Teams.

Die Mannschaft hat die ersten beiden Spiele gewonnen und die nächsten fünf verloren. Wie erklären Sie sich den bisherigen Saisonverlauf?

Martin Denk:
Wir haben eine junge Mannschaft, die noch nicht über die nötige Konstanz verfügt. Und wohl auch nicht mit den gestiegenen Erwartungen nach dem guten Saisonstart zurecht kam. Die Ergebnisse sind auch dem Spielplan bzw. der Spielstärke der Gegner geschuldet.

Mannschaft und Umfeld wurden durch einige Corona-Fälle und insgesamt sechs Wochen Quarantäne arg von der Pandemie getroffen. Seit 17. Dezember sind die Spielerinnen wieder im Training. Wie ist der Stand der Vorbereitung auf das kommende wichtige Spiel am Samstag in Freiburg?

Martin Denk:
Unsere Mannschaft ist fit, da brauchen wir uns keine Sorgen machen. Wir müssen nur in den Spielrhytmus finden. Das ist umso wichtiger als wir in den nächsten 18 Tagen vier Spiele haben.

Was können Sie mit der Mannschaft in dieser Saison erreichen?

Martin Denk:
Wir können nur von Spiel zu Spiel schauen, zumal wir damit rechnen müssen, dass die Serie wegen Corona jederzeit unterbrochen oder beendet werden kann. Da zählt jeder Punkt. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich aus der Abstiegszone zu kommen.

Und was haben Sie mittelfristig vor?

Martin Denk:
Dazu kann ich erst nach den nächsten vier Spielen Auskunft geben. Dann bin ich in der Lage zu beurteilen, ob das Ganze passt. Für mich ist das ein Prozess.

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