28.12.2020 16:22 Uhr - 1. Bundesliga - PM HL, red

Handball-Luchse haben im Krimi gegen Kurpfalz Bären "dem Druck standgehalten"

Samira Brand erzielte zwei Tore für die Kurpfalz Bären im Krimi gegen die die HL Buchholz 08-Rosengarten.Samira Brand erzielte zwei Tore für die Kurpfalz Bären im Krimi gegen die die HL Buchholz 08-Rosengarten.
Quelle: Bamberger
Am 11. Spieltag bezwangen die HL Buchholz 08-Rosengarten die Kurpfalz Bären Ketsch in einer dramatischen Schlussphase knapp mit 22:21 (8:12). Durch diesen Erfolg konnten die Luchse die Abstiegsplätze verlassen und belegen mit 6:16 Punkten den 13. Rang. Die Kurpfalz Bären waren noch nie so dicht vor einem Punktgewinn, konnten sich aber erneut nicht belohnen und verbleiben ohne Zähler am Tabellenende. Erfolgreichste Werferin bei den Gästen war Kim Berndt mit fünf Erfolgen, bei der Heimmannschaft zeichnete sich Saskia Fackel mit sechs Treffern aus.

Die HL Buchholz 08-Rosengarten erwischten in der Neurotthalle Ketsch einen ausgezeichneten Start und führten nach sieben Minuten bereits mit 1:5, so dass der Bären-Trainer Adrian Fuladdjusch sich gezwungen sah, die erste Auszeit zu nehmen, um seine Mannschaft gegen die starke Abwehr der Luchse einzustellen.

In der Folgezeit änderte das aber wenig an der Dominanz der Luchse, die ihren Vorsprung durch Treffer von Jessica Oldenburg und Evelyn Schulz zum Spielstand 2:7 noch erhöhen konnten, zumal den Gästen in dieser Phase des Spiels kaum technische Fehler unterliefen.

Diese Führung hatte Bestand bis zur 17. Minute, aber dann kamen die Bärinnen besser ins Spiel und verkürzten durch Lara Eckardt und die junge Cara Reuthal zum Spielstand von 6:9. In der 28. Minute konnte Kim Berndt noch einmal auf 7:12 erhöhen, aber mit ihrem Tor zum 8:12 beendete Samira Brand die erste Halbzeit der Partie.

Die mit vollem Kader angereisten Norddeutschen kamen im ersten Abschnitt der Partie gut mit dem häufig praktizierten Überzahlspiel mit sieben Feldspielerinnen der Süddeutschen gut zurecht. Die 6-0-Abwehr der Gäste stand sicher und besonders der Mittelblock mit Evelyn Schulz und Jessica Oldenburg konnte viele Würfe der Gastgeberinnen blocken. Im Angriff war es besonders Sarah Lamp, die mit ihren unberechenbaren Aktionen für Verwirrung in der offensiven 3-2-1-Deckung der Ketscherinnen sorgte und sich selbst mit vier Toren belohnte.



Insgesamt zeigten die Kurpfalz Bären Ketsch aber ein viel zu nervöses Spiel und bei nur acht erzielten Toren offenbarten sie ihre eklatante Abschlussschwäche. Allerdings war auch klar, dass die Partie noch längst nicht entschieden war, denn auch die Luchse spielten nicht ihren besten Handball.

In der zweiten Halbzeit gelang es den Luchsen zunächst ihren Vier-Tore-Vorsprung zum Spielstand von 12:16 zu behaupten, aber in der Folgezeit bekamen die Gäste immer mehr Schwierigkeiten zu erfolgreichen Abschlüssen zu kommen und versuchten routiniert ihren Vorsprung über die Zeit zu bringen. Dieses Unterfangen gelang aber nur bis zur 45. Minute, dann dominierten die Bärinnen.

Die starke Sophia Sommerrock brachte die Heimmannschaft mit ihrem Treffer zum 15:17 wieder in Schlagdistanz, aber Jessica Oldenburg brachte ihr Team wieder mit drei Treffern Vorsprung in Front. Doch die Luchse fanden nun kaum noch Lösungen für ein erfolgreiches Angriffsspiel. So war es nicht verwunderlich, dass in der 54. Spielminute nicht nur der Anschluss durch die immer stärker auftrumpfende Saskia Fackel gelang, sondern auch der Ausgleich zum 21:21 durch Sommerrock.

Eigentlich sprach jetzt alles für einen Erfolg der Kurpfalz Bären, denn sie hatten während des gesamten Spiels nie aufgegeben und waren in der zweiten Halbzeit das bessere Team - aber es sollte nicht sein. Das entscheidende Tor zum Sieg gelang Maj Nielsen von Rechtsaußen als sie sicher und nervenstark verwandelte.

Die Heimmannschaft konnte in den letzten zwei Minuten nicht mehr kontern, denn die überragende Mareike Vogel im Tor hielt den "insgesamt etwas glücklichen" Sieg der Luchse fest. In der spannenden, aber von beiden Mannschaften nervös gestalteten Partie, erreichten viele Spielerinnen nicht ihre Bestform und auch die Chancenverwertung ließ doch sehr zu wünschen übrig.

Nach gutem Beginn häuften sich die Ballverluste der Luchse, so dass die Kurpfalz Bären Ketsch immer im Spiel blieben und auf ihre Chance lauerten. Als Evelyn Schulz Mitte der zweiten Halbzeit aufgrund einer schweren Verletzung nicht mehr eingesetzt werden konnte, verlor die Abwehr der Luchse ihre Stabilität und stand nicht mehr so sicher. Das hätten die Gastgeberinnen ausnutzen können, aber sie scheiterten zu oft an der überragend agierenden Torhüterin Mareike Vogel, die mit 15 Paraden glänzte.

Stimmen zum Spiel:




"Ich wusste, dass uns in Ketsch ein schweres Spiel erwartet und die Mannschaft meines Kollegen Adrian Fuladdjusch hat uns alles abverlangt. Ich bin vor allen Dingen mit den zwei Punkten zufrieden, denn nur das zählt. Letztlich hat meine Mannschaft in diesem ungemein wichtigen Spiel dem Druck standgehalten, erklärt Dubravko Prelcec, der Trainer der HL Buchholz 08-Rosengarten nach dem Spiel.

"In der zweiten Halbzeit sind wir nur schwer ins Spiel gekommen und als von Außen etliche Chancen nicht genutzt wurden, kam mehr und mehr Unruhe auf. Auch die Verletzung von Evelyn Schulz musste von den Mädels erst einmal mental verkraftet werden", so Prelcec weiter.

Für Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team überwiegt ebenfalls die Freude über den Sieg: "Wir sind stolz auf unser Team. Endlich verlassen wir die Abstiegsplätze mit einem hart umkämpften Auswärtssieg in Ketsch. Eine starke 6-0-Abwehr mit einer noch stärkeren Mareike Vogel im Tor waren die Basis des Erfolges. Am Ende zeigte die Jüngste im Team, Maj Nielsen, keine Nerven und verwandelte den entscheidenden Ball zum 21:22 Endstand."

Statistik:


Kurpalz Bären: Moormannm Wiethoff, Hinzmann, Feiniler (3), Haupt, Brand (2), Sommerrock (4), Marmodee, Fackel (6/3), Reuthal (2/2), Möllmanh, Filmar, Engelhardt (1), Eckhardt (3), Winnewisser

Handball-Luchse: Vogel, Ludwig, Cronstedt, Schulz (2), Nielsen (3), Kadenbach (1), Lamp (4), Berndt (5/1), Oldenburg (3), Geist (1), Axmann, Luschnat (1), Hauf, Borutta, Herbst (1), Kücükyildiz (1)

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