28.12.2020 15:27 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Oldenburg trotz Niederlage in Bietigheim mit dem Ergebnis "schon zufrieden"

Kim Naidzinavicius erzielte beim Sieg der SG BBM acht Tore für die Bietigheimerinnen.Kim Naidzinavicius erzielte beim Sieg der SG BBM acht Tore für die Bietigheimerinnen.
Quelle: Marco Wolf
Der VfL Oldenburg hat in der Handball-Bundesliga der Frauen die sechste Saisonniederlage kassiert. Beim Tabellenführer SG BBM Bietigheim unterlag die Mannschaft von Trainer Niels Bötel trotz eines couragierten Auftritts mit 27:32 (14:16). Beste Werferin für den VfL war Merle Carstensen mit elf Toren, für die SG BBM erzielte Kim Naidzinavicius acht Treffer.

Zum ersten Mal im Bundesliga-Kader der Gastgeberinnen standen die beiden 16-jährigen Nachwuchstalente Matilda Ehlert und Magdalena Probst, da SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch auf die verletzten Karolina Kudlacz-Gloc, Anna Loerper, die erkrankte Luisa Schulze sowie die schwangere Stine Jørgensen verzichten musste.

Den Oldenburgerinnen war von der langen Anreise, die am frühen Sonntagmorgen in den Süden der Republik gestartet war, zunächst nichts anzumerken. Von Beginn agierte der VfL mutig und setzte den Spitzenreiter unter Druck. Einen Kempa-Trick im ersten Angriff verwandelte Merle Carstensen zur 1:0-Führung, die kurze Zeit später sogar auf einen Zwei-Tore-Vorsprung ausgebaut wurde.

Carstensen präsentierten sich im Oldenburger Spiel dabei einmal mehr als Aktivposten. Nach ihrer vorzeitigen Vertragsverlängerung vor Weihnachten trieb die Spielmacherin das Oldenburger Offensivspiel an, blieb vom Siebenmeterpunkt nervenstark und sorgte zudem mit einigen abgefangenen Bällen und daraus resultierenden Tempogegenstößen dafür, dass der VfL in Schlagdistanz blieb - auch als Bietigheim die Partie zwischenzeitlich gedreht hatte.



Nach einer Auszeit von Coach Bötel gelang der Ausgleich, Lisa-Marie Fragge sorgte mit ihrem Wurf zum 10:9 sogar zur erneuten Oldenburger Führung (10:9, 19.). Dass der VfL dennoch mit einem Rückstand in die Halbzeitpause ging, lag auch daran, dass sich Bietigheim - nach nur einer Trainingseinheit vor der Begegnung - mit zunehmender Spieldauer besser auf den VfL eingestellt hatte und sich etwas konzentrierter und nervenstärker vor dem gegnerischen Tor präsentierte (16:14).

Zudem kassierte Merle Carstensen mit dem Halbzeitpfiff die erste Zeitstrafe der Partie - die ersten 120 Sekunden nach dem Seitenwechsel mussten die Huntestädterinnen somit in Unterzahl bestreiten. Und: Anders als im ersten Abschnitt waren es nun die Bietigheimerinnen, die den besseren Start in Durchgang zwei erwischten. Bis zur Auszeit von Trainer Niels Bötel nach rund 35 Minuten standen sechs Gegentoren nur ein erzielter Treffer gegenüber - innerhalb kürzester Zeit hatten die Oldenburgerinnen den Anschluss verloren.

Aufholen ließ sich der Rückstand trotz der verbleibenden 25 Minuten nicht mehr. Zwar gelang es, nach einem Treffer von Jane Martens, noch einmal auf vier Treffer zu verkürzen (21:25/46.). Doch dichter kam der VfL, der immer wieder gute Aktionen zeigte, sich aber auch zu einfache Fehler leistete, nicht mehr heran. Bietigheim verteidigte den Vorsprung bis zum Schlusspfiff.

"Klar ärgere ich mich über die eine oder andere vergebene Chance oder einfachen Fehler, den wir uns geleistet haben", sagte VfL-Trainer Niels Bötel nach der Partie - zeigte sich aber dennoch zufrieden. "Wir sind heute Morgen um sechs Uhr losgefahren, damit hatten wir eine lange Reise in den Beinen. Dass wir am Ende mit fünf Toren in Bietigheim verlieren - da bin ich vom Ergebnis schon zufrieden."

Sein Gegenüber, SG BBM-Cheftrainer Markus Gaugisch, freute sich insbesondere über die Leistung seiner Nachwuchstalente: "Wir haben heute auf gleich vier erfahrene Spielerinnen verzichten müssten und das gut kompensiert. Junge Spielerinnen wie Nele Reimer und Leonie Patorra nutzten ihre Chance. Letztendlich haben wir verdient gewonnen."

Statistik:




SG BBM Bietigheim: Emily Sando, Valentyna Salamakha - Kim Naidzinavicius (8/5), Lauenroth (5), Reimer (4), Maidhof (4), Snelder (3), Berger (2), Østergaard (2), Patorra (2), Smits (2)

VfL Oldenburg: Julia Renner, Nele Reese - Lisa Marie Fragge (2), Lana Teiken, Toni-Luisa Reinemann, Natacha Buhl, Marloes Hoitzing (1), Kathrin Pichlmeier (5/1), Jane Martens (1), Marie Steffen (2), Merle Carstensen (11/6), Jenny Behrend (3), Luisa Knippert (1)

28.12.2020 - HBF kompakt: Krimisieg im Abstiegskampf für Handball-Luchse, Dortmund weiter verlustpunktfrei