28.12.2020 15:02 Uhr - 1. Bundesliga - Martin Holzheier, THC, red

"Nichts zu holen" für den Thüringer HC im Topspiel gegen Borussia Dortmund

Tessa van Zijl war beim Thüringer HC die beste Schützin für die BVB-Damen.Tessa van Zijl war beim Thüringer HC die beste Schützin für die BVB-Damen.
Quelle: Wolfgang Stummbillig, BVB
Der Thüringer HC musste sich dem BVB 09 Dortmund am Sonntag mit 30:36 (13:19) geschlagen geben. Von Beginn an fanden die Gastgeberinnen kein Mittel gegen den Angriffsdruck der Gäste, die im Spielverlauf ihren Vorsprung bis auf zwölf Tore ausbauen konnten. Beste Werferin für den Thüringer HC war Emma Ekenman Fernis mit sechs Treffern. Mit sieben Toren war Tessa van Zijl beste Schützin für die BVB-Damen.

Nach der langen Bundesligapause durch die Handball Europameisterschaft der Frauen empfing der Thüringer HC den ungeschlagenen Tabellenführer BVB 09 Dortmund zum Spitzenspiel des 11. Spieltages. Andre Fuhr betonte im Vorfeld bei Eurosport, dass er auf jeden Fall beide Punkte mit nach Hause nehmen will.

Den ersten Angriff konnte der THC wegen eines technischen Fehlers nicht erfolgreich abschließen. Marie Davidson verhinderte zwei Mal eine mögliche schnelle Gästeführung. Von der Strafwurflinie erzielte Marketa Jerabkova den 1:0 Führungstreffer. Nach drei Minuten ging dann der BVB durch Jennifer Gutierrez in Führung, der THC fand gegen die schnellen Konter der Dortmunderinnen kein Mittel. Nach sieben Minuten konnte Marketa Jerabkova den Anschluss zum 3:4 wieder herstellen.

Die Gäste antworteten prompt. Die Abwehr der Thüringerinnen war zu löchrig und der BVB konnte nach zehn Minuten auf 4:7 davonziehen. Beim Stand von 8:11 nahm Herbert Müller Mitte der ersten Halbzeit seine erste Auszeit, um die Abwehr die ihm zu langsam agierte, zu ordnen. Eine Minute später erhöhte der Gast erstmals auf vier Tore, Kelly Dulfer netzte zum 8:12 ein. Die Gastgeberinnen bekamen die Dortmunderinnen nicht in den Griff, die ihre Angriffe geduldig ausspielten.

Vorn musste sich die sonst sichere Marketa Jerabkova an der Strafwurflinie gegen Isabell Roch geschlagen geben. Knapp zehn Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit war Herbert Müller gezwungen seine zweite Grüne Karte legen. Der BVB war da bereits ohne viel Mühe auf 8:14 davon gezogen. Vor allem die Chancenverwertung seiner Mannschaft war nicht nach den Vorstellungen des THC-Trainers.



Die Gäste spielten weiter ihr schnelles Angriffsspiel und bauten die Führung auf sechs Tore aus (9:15). Die Schwächen des Thüringer HC waren zu offensichtlich und diese nutzten die Gäste für sich, um bis zur Halbzeit auf ein deutliches 13:19 davonzuziehen. Der THC musste in der zweiten Halbzeit mehr Druck aufbauen, um dem Gast noch einigermaßen Paroli bieten zu können.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit zeigten die Dortmunderinnen, dass sie das Spiel nicht aus der Hand geben wollten und Johanna Stockschläder erhöht auf 13:20. Die erste Zeitstrafe des ansonsten fairen Spiels, gab es in der 33. Minute gegen Merel Freriks. Kerstin Kündig konnte erst nach drei Minuten der zweiten Spielhälfte endlich den nächsten Treffer für die Gastgeberinnen erzielen (14:21). Im nächsten Angriff der Gäste kassierte nun auch Josefine Huber ihre erste Zeitstrafe.

Die Thüringerinnen vergaben mehrfach leichtfertig ihre Torchancen und schafften es nicht, sich gegen den Druck der BVB-Damen zu stellen. Kelly Vollebregt erzielte in der 43. Minute den ersten Zehntorevorsprung für den BVB zum 27:17. Dem THC drohte nun eine empfindliche Niederlage, so dass Herbert Müller in der 43. Minute bereits seine letzte grüne Karte legte. Zehn Minuten vor Spielende hatten die Dortmunderinnen ihren Halbzeitvorsprung verdoppelt und lagen mit 21:33 klar vorn.

Die Gastgeberinnen hatte einfach nichts mehr entgegenzusetzen. Sowohl Asli Iskit als auch Lydia Jakubisova scheiterten mit ihren freien Würfen. Andre Fuhr nahm in der 52. Minute nochmals eine Auszeit und kündigte viele Wechsel an. Das Spiel war für ihn bereits gelaufen und er war sicher, als Sieger vom Parkett zu gehen. Die Frauen des THC mühten sich jetzt mehr, den Rückstand wieder unter zehn Tore zu bringen.

Marie Skurtveit Davidsen zeigte nach Wiedereinwechslung noch einige gute Paraden, konnte die deutliche Niederlage jedoch nicht verhindern. Einen Glanzpunkt setzte Ina Grossmann mit zwei Gegenstoßtreffern in Folge zum 28:35. Den Schlusstreffer der Partie setzte Emma Ekenman-Fernis per Strafwurf zum 30:36. Am Ende gewann der BVB deutlich mit 36:30 und hat somit den ersten Meisterschaftserfolg der HBF eindeutig im Blick. Der THC muss sich in den nächsten Partien deutlich steigern, um die internationalen Qualifikationsplätze erreichen zu können.

Statistik:




Thüringer HC: Laura Kuske, Marie Skurtveit Davidsen, Petra Blazek; Emma Ekenman-Fernis 6/4, Beate Scheffknecht 2, Asli Iskit 5, Ina Großmann 3, Arwen Rühl 3, Kerstin Kündig 2, Lydia Jakubisova 2, Jolina Huhnstock, Nina Neidhart, Marketa Jerabkova 5/1, Josefine Huber 2

BVB Dortmund: Rinka Duijndam, Isabell Roch, Yara ten Holte; Alina Grijseels 5/1, Clara Monti Danielsson 1, Tessa van Zijl 7, Inger Smits, Tina Abdula 2/1, Johanna Stockschläder 3, Jennifer Gutierrez Bermejo 3, Merel Freriks 4, Kelly Dulfer 5, Laura van der Heijden 1, Kelly Vollebregt 3, Jennifer Rode, Dana Bleckmann 2

28.12.2020 - HBF kompakt: Krimisieg im Abstiegskampf für Handball-Luchse, Dortmund weiter verlustpunktfrei