12.12.2020 10:22 Uhr - 1. Bundesliga - Sönke Spille, red

Führungsspielerinnen bleiben an Bord: VfL Oldenburg verkündet zwei Vertragsverlängerungen

Julia Renner und Merle Carstensen haben ihre Verträge beim VfL Oldenburg verlängert.Julia Renner und Merle Carstensen haben ihre Verträge beim VfL Oldenburg verlängert.
Quelle: VfL Oldenburg
Während die Handball-Bundesliga der Frauen pausiert und in Dänemark die Handball-Europameisterschaft der Frauen läuft, hat der VfL Oldenburg Fakten in seiner Kaderplanung für die Zukunft geschaffen. Mit Torhüterin Julia Renner und Rückraumspielerin Merle Carstensen haben gleich zwei Spielerinnen ihre Verträge in der Huntestadt verlängert. Während der Vertrag von Kapitänin Julia Renner nun bis 2022 läuft, hat ihre Stellvertreterin sogar einen Kontrakt bis 2023 unterschrieben.

"Dass wir zu einem so frühen Zeitpunkt in der Saison Spieleverträge verlängern ist eher untypisch", sagt Andreas Lampe, Geschäftsführer des VfL Oldenburg. "Mir war es aber wichtig, bei beiden früh für Klarheit zu sorgen und ein Signal zu setzen, zwei absolute Führungsspielerinnen an uns zu binden."

Julia Renner: Erfolgreiche Ära findet eine Fortsetzung


Mit Julia Renner hat das Oldenburger Handball-Gesicht der vergangenen mehr als 15 Jahre ihren Vertrag beim VfL Oldenburg um eine weitere Saison verlängert. Seit 2005 steht Renner zwischen den Oldenburger Pfosten, gewann in dieser Zeit den europäischen Challenge-Cup, den nationalen Supercup und wurde mit dem VfL dreimal DHB-Pokalsieger. Müde ist die mittlerweile 33-Jährige aber noch nicht - und hat besonders am Zusammenspiel mit ihren jungen Teamkolleginnen Gefallen gefunden.

"Wir haben ein super Team, das Umfeld passt perfekt. Deshalb fühlt es sich einfach richtig an, weiterzumachen", erklärt Renner. Die jungen Spielerinnen hätten ihr die Entscheidung dabei "relativ leicht gemacht". "Wir sind eine junge Truppe, entwickeln uns und haben unheimlich viel Potenzial", sagt Renner.

"Es ziehen alle im Team mit und wir wollen uns gemeinsam verbessern. Selbst ich kann mich trotz meines Alters noch in einigen Bereichen entwickeln", meint sie mit einem Augenzwinkern.

"Julia ist eine absolute Leistungsträgerin bei uns", freut sich VfL-Trainer Niels Bötel, dass er auf seine Torhüterin mindestens bis 2022 zurückgreifen kann. "Man hat in allen Spielen in dieser Saison gesehen, dass sie ein ganz wichtiger Rückhalt für das Team ist."

Ähnlich sieht es Geschäftsführer Andreas Lampe: "Sie ist als Spielerin und Kapitänin unheimlich wichtig für die Mannschaft und den Verein", sagt er. "Wir sind froh, dass sie uns ein weiteres Jahr die nötige Stabilität im Tor verleiht."

Merle Carstensen: Als Neuzugang direkt eine Leistungsträgerin



Ebenfalls einen neuen Vertrag erhält Rückraumspielerin Merle Carstensen. Die 26-Jährige wechselte vor der Saison nach acht Jahren beim Zweitligisten TSV Nord Harrislee an die Hunte und avancierte nicht nur aufgrund ihrer 58 Tore in den ersten neun Saisonspielen zur absoluten Führungsspielerin. "Viele waren davon überrascht, dass sich Merle so schnell zurechtgefunden hat", sagt ihr Trainer Niels Bötel, der von Beginn an von ihrem Können überzeugt war.

"Ich bin sehr zufrieden mit ihr, es ist aber sicher noch ein bisschen mehr Potenzial vorhanden." Das sieht auch Carstensen so, die ihren bis 2022 laufenden Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert hat. "Ich möchte meine Leistungen aus den ersten Saisonspielen bestätigen", sagt sie. "Ich lerne noch viel und kann mich auf die tolle Unterstützung von meinen Mitspielerinnen und dem Trainerteam verlassen."

Daher sei ihr die Entscheidung auch nicht schwergefallen, als der VfL signalisierte, ihren Kontrakt zu verlängern. "Ich wurde super aufgenommen und bin sehr zufrieden, wie ich meine Rolle im Team gefunden habe", betont sie. "Ich sehe hier eine gute Zukunft für mich und bin gespannt was in der nächsten Zeit möglich ist."

"Merle hat sich die vorzeitige Vertragsverlängerung mit ihren guten Leistungen verdient", lobt Andreas Lampe die Oldenburger Top-Torschützin. "Es ist überhaupt nicht zu erkennen, dass sie aus der 2. Liga in die 1. Liga gewechselt ist." Dazu haben sie von Beginn an nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz Verantwortung übernommen. "Es ist ein gutes Zeichen, dass Merle ein Jahr länger bleibt. Sie ist ein Vorbild, von dem die jüngeren Spielerinnen lernen können."

Kaderplanung: Corona-Pandemie erschwert Arbeit


Während die VfL-Spielerinnen nach einer einwöchigen Regenerationsphase seit Anfang Dezember nun dem Ende der EM-Pause entgegenfiebern, laufen im Hintergrund die weiteren Planungen für die nächste Spielzeit - jedoch mit einigen Fragezeichen. "Die kommende Saison ist schwierig zu planen", gibt Geschäftsführer Andreas Lampe Einblick in seine Arbeit.

"Durch die Corona-Pandemie gibt es in unserem Budget noch viele Unklarheit." Fest stehe aber, dass er in den kommenden Jahren den Fokus auf personelle Konstanz legen möchte. Lampe: "Wir wollen diesen Kader so lange zusammenhalten wie es geht und in den kommenden Jahren etwas entwickeln."