23.11.2020 16:13 Uhr - 2. Bundesliga - Vanessa Frey, red

Kuties sichern sich Derbysieg gegen Nürtingen

Erzielte zwei Tore für die "Kuties": Anika Bissel.Erzielte zwei Tore für die "Kuties": Anika Bissel.
Quelle: Baur/Eibner-Pressefoto, H2Ku
Die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg bleiben in der heimischen Markweghalle ungeschlagen. Der 33:31-Erfolg im schwäbischen Derby gegen die TG Nürtingen war der achte Sieg der Saison, damit hat sich die Mannschaft von Trainer Mike Leibssle zum Jahresabschluss Rang zwei gesichert.

"Ein grandioses Gefühl, mit solch einem Ergebnis in die EM-Pause zu gehen", freute sich der Kuties-Coach nach dem packenden Aufeinandertreffen, "Nürtingen hat uns alles abverlangt, das war eines unserer konzentriertesten Spiele überhaupt."

Die Kuties schafften es von Beginn an, trotz Geisterkulisse - Zuschauer blieben außen vor - die nötigen Emotionen in dieses Derby zu packen. Diese waren vor allem in der Abwehr vonnöten, um die Kreise von Laetitia Quist und Katarina Pandza in den Reihen der Gäste einzuengen. Die beiden Top-Talente aus Metzingen, die per Doppelspielrecht für Nürtingen am Ball sind, schafften es immer wieder, dank ihrer individuellen Klasse, die Abwehr der SG H2Ku auszuspielen.

"Diese Qualität ist schon enorm", zeigte sich auch Leibssle beeindruckt, "Katarina Pandza haben wir über die gesamte Distanz überhaupt nicht in den Griff bekommen." Insgesamt erzielte die österreichische Nationalspielerin 14 Tore.

Die 18-Jährige war es auch, die den Vorsprung der Gäste nach 15 Minuten mit dem 8:5 auf drei Tore erhöhte. Mike Leibssle versuchte mit einer Auszeit zu intervenieren und rief seinen Schützlingen den ursprünglichen Matchplan ins Gedächtnis. "Wir haben uns im Angriff vorgenommen, viel in die Tiefe zu arbeiten und mit Durchbrüchen zum Erfolg zu kommen", ließ der Coach durchblicken.

Die Ansage schien zu fruchten. Angeführt von der starken Annika Blanke und einer unermüdlichen Carolin Tuc kamen die Kuties wieder heran und schafften mit dem Pausenpfiff durch Marie-Christine Beddies den 15:15-Ausgleich.

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich ein temporeicher Schlagabtausch. Eine doppelte Zeitstrafe gegen die TG Nürtingen spielten die Kuties anschließend clever aus und erhöhten auf 21:18 durch Anika Bissel (38.). Doch wer, wenn nicht Katarina Pandza, brachte die Gäste an diesem Abend postwendend wieder heran.

"Dafür leisteten sich die anderen Spielerinnen der TG ein ums andere Mal überhastete Fehlwürfe", erkannte Leibssle, "das haben wir in der entscheidenden Phase gut ausnutzen können." Die Abwehr im Zusammenspiel mit Laura Waldenmaier sicherte schlussendlich in den letzten fünf Minuten den Derby-Sieg. Die Kuties kassierten keinen Gegentreffer mehr und erzielten ihrerseits noch zwei Treffer durch Blanke und Beddies zum 33:31-Endstand.

Gäste-Trainerin Ausra Fridrikas gratulierte nach der Partie zu einem verdienten Sieg der SG, lobte aber gleichzeitig ihre jungen Spielerinnen: "Auch wir haben auf einigen Positionen ein tolles Spiel gemacht." Mike Leibssle stimmte dem voll zu und ergänzte: "Die Zuschauer haben auf jeden Fall im Livestream ein kurzweiliges Spiel geboten zu sehen bekommen." Seine Mannschaft hat nun eine Woche frei, ehe es anschließend in die Vorbereitung auf die restliche Hinrunde geht.

Nächstes Spiel erst am 9. Januar gegen TuS Lintfort




Wegen der Europameisterschaft der Frauen im Dezember in Dänemark findet das nächste Spiel der Kuties erst am 9. Januar 2021 gegen Lintfort in der heimischen Markweghalle stattfinden. Bisher spielt die SG eine der besten Spielzeiten ihrer Geschichte mit nur einer Niederlage, acht Siegen und Platz zwei in der Liga. "Damit sind wir natürlich hochzufrieden", grinste Leibssle und blickte gleichzeitig in die Zukunft, "2021 wollen wir daran anknüpfen."

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (3), Bissel (2), Blanke (11/davon 5 Siebenmeter), Tuc (2), Bok, Kussmaul (1), Foth (6), Bühler (1), Neubrander (1), Hiller (1), Beddies (5)