20.11.2020 15:46 Uhr - EHF European League - PM Vereine, red

Blomberg und Thüringer HC "spielen jetzt die zweite Halbzeit"

Malina Marie MichalczikMalina Marie Michalczik
Quelle: Matthias Wieking, HSG
Am kommenden Samstag ist die HSG Blomberg-Lippe in der EHF European Handball League Women noch einmal voll gefordert. Zwar konnten sich die Blombergerinnen im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde beim Thüringer HC einen kleinen Vorsprung erarbeiten, um erfolgreich in die Gruppenphase einzuziehen ist jedoch erneut eine herausragende Leistung von Nöten. Das Spiel wird ab 16:30 Uhr im kostenlosen Livestream übertragen.

"Wir spielen jetzt die zweite Halbzeit und es geht für uns bei null zu null weiter. Es ist noch überhaupt nichts gewonnen", macht HSG-Trainer Steffen Birkner gleich zu Beginn unmissverständlich klar. Dennoch hat sich sein Team am vergangenen Samstag in eine exzellente Ausgangsposition bugsiert. Mit 27:31 schlugen die Lipperinnen die im Vorfeld favorisiert gehandelten Thüringerinnen, führten dabei in der Salza Halle sogar zwischenzeitlich mit acht Toren.

Dass die Messe aber noch lange nicht gelesen ist, ist Birkner klar: "Der Thüringer HC ist weiterhin ein extrem starker Gegner. Auch wenn wir das Hinspiel gewonnen haben, sind wir nicht so vermessen zu sagen, dass wir nun als Favoriten in das Rückspiel gehen. Diese Rolle sehe ich weiterhin beim THC", so der HSG-Trainer. "Meine Mannschaft ist im ersten Spiel ans Leistungsoptimum gegangen. Am Samstag werden wir erneut alles abrufen müssen. Unser Ziel ist es in die Gruppenphase zu kommen. Dafür werden wir alles geben. Am Ende werden wir auf die Anzeigentafel schauen und sehen, was dabei rauskommt", sieht Birkner einem spannenden Duell entgegen.

Auch HSG-Torfrau und Co-Kapitänin Melanie Veith warnt vor frühzeitiger Euphorie: "Mit dem Sieg in Thüringen haben wir bislang nur die ?1. Halbzeit? für uns entschieden. Dennoch geht es im Rückspiel wieder bei null los und wir werden bis zum Schluss kämpfen, um in eigener Halle verlustfrei zu bleiben", verspricht Veith.

Während die HSG unter der Woche in der Liga unverhofft kein Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund bestreiten musste, da sich das Team der Dortmunderinnen nach Corona-Fällen bei Champions League Gegner Györi in Quarantäne begeben musste, stecken den Thüringerinnen weitere 60 schwere Minuten in den Knochen. Am Mittwoch reiste das Team des THCs nach Metzingen, konnte dort jedoch kein Selbstvertrauen für das bevorstehende Rückspiel tanken. Mit 32:34 unterlagen die Thüringerinnen der TuS Metzingen.

"Die fehlende Konstanz über die gesamte Spielzeit hat uns den Sieg gekostet", analysiert der THC-Co-Trainer Helfried Müller. "Dabei war man gut ins Spiel gekommen, führte gar mit plus fünf Toren, aber wir haben eben durch so ein Tief unmittelbar vor der Halbzeit ein besseres Ergebnis und einen deutlicheren Vorsprung verpasst." Zweiter Knackpunkt für ihn war das Anschlusstor von Metzingen, die einen letzten Pass in einem Zeitspiel von der Ecke her spielen müssen. Der erreicht dann eine völlig frei stehende Kreisläuferin, indem der Pass durch unseren Kreis geht, ohne dass wir das verhindern.

Die erste Halbzeit ging nach Helfried Müller dennoch "unter dem Druck und den Strapazen der englischen Wochen in Ordnung. Dann aber verschlafen wir den Start in Halbzeit zwei und bleiben fast fünf Minuten ohne eigenes Tor. 21 Gegentore in den zweiten 30 Minuten waren zu viel, nie gelang es, die schnelle Mitte von Metzingen mit Bo van Wetering zu unterbinden, obwohl wir sie gerade so erwartet haben.", sagte Helfried Müller und zeigt sich enttäuscht, "dass sich die Mädels nicht belohnt, sondern durch individuelle Fehler am Ende selbst alles zunichte gemacht haben."

Dass Blomberg kein Spiel hatte und nicht reisen muss, bringt ihnen einen zusätzlichen Vorteil. Das will Helfried Müller gar nicht ins Spiel bringen. "Wir sind zuallererst glücklich, dass wir gesund sind, dass wir spielen dürfen und bisher gut über die Pandemie-Hürden gekommen sind. Die Aufgabe am Samstag ist schwierig, aber die Mannschaft will die Situation annehmen. Am Ende ist das Ziel, mit einem Sieg mental aus der Krise herauszukommen. Da müssen wir raus, daran müssen wir arbeiten, viel arbeiten; aber die Mannschaft ist dennoch auf dem richtigen Weg.", motiviert Helfried Müller.

Stattfinden wird das Rückspiel in der EHF European League Women, für welches extra ein Handballboden in der Halle an der Ulmenallee verlegt wird, leider erneut ohne Zuschauer. Dennoch haben passend zu diesem besonderen Spiel zahlreiche HSG-Fans ihre Unterstützung zum Ausdruck gebracht und werden das Team zukünftig als Papp-Fan unterstützen. Insgesamt 278 Fans nahmen an der Aktion der HSG teil und werden gegen den THC erstmals auf der Tribüne der Halle an der Ulmenallee stehen.