15.11.2020 15:04 Uhr - 2. Bundesliga - PM Waiblingen, red

BSV Sachsen Zwickau im Duell mit VfL Waiblingen "einfach abgezockter und cleverer"

4 Tore: Sinah Hagen4 Tore: Sinah Hagen
Quelle: Heiko Potthoff, VfL
In der Summe fehlten den Tigers aus Waiblingen gegen den Tabellenzweiten BSV Sachsen Zwickau nur einige Kleinigkeiten zum Überraschungserfolg. Doch die bärenstarke Abwehr und die in Topform haltende Keeperin Branka Zec reichten nicht aus. Die Gäste waren im Angriff abgeklärter und zielstrebiger und nahmen mit einem 23:18-Auswärtserfolg beide Zähler mit nach Sachsen.

Von Beginn an bestimmten die beiden Abwehrreihen das Spielgeschehen. Nach fast zehn Minuten stand es gerade mal 1:1 durch zwei Strafwurftreffer. Sinah Hagen erzielte das erste Feldtor des Abends zum 2:1 für den VfL. Zwickau benötigte dafür sogar fast 13 Minuten (2:2). Ein Verdienst der starken Tigers-Abwehr mit der überragenden Keeperin Branka Zec. Die slowenische Nationaltorhüterin parierte bis dahin bereits zwei Strafwürfe und zahlreiche weitere Hochkaräter.

Auch der VfL tat sich im Angriff schwer, entfaltete aus dem Rückraum wenig Druck auf die BSV-Abwehr. Zudem stand Zwickaus Torhüterin Charly Zenner in puncto Paraden Branka Zec nur wenig nach. Mit vier Toren in Folge setzte sich das Team von Gäste-Trainer Norman Rentsch nach 17 Minuten auf 6:3 ab. Ein Doppelwechsel im Waiblinger Rückraum - Altina Berisha auf Halblinks und Jule Schraml auf Halbrechts - brachten neuen Schwung ins Angriffsspiel des VfL. Die aus dem Württembergliga-Team aufgerückte Jule Schraml sorgte mit drei Treffern dafür, dass der VfL in der 26. Minute wieder in Führung ging (8:7). Danach schlossen die Tigers jedoch einige Angriffe überhastet oder ungenau ab. Zwickau konterte und nahm eine 10:8-Führung in die Halbzeitkabine.

Auch der zweite Durchgang wurde von den starken Abwehrleistungen beider Teams bestimmt, zudem stieg die Zahl der technischen Fehler an. Während Zwickau im Angriff primär das Spiel Eins gegen Eins suchte, kamen Waiblingens Angreiferinnen nur schwer in die gefährliche Nahzone. Daher konnte der BSV auch einige Anspielversuche an den Kreis abfangen und erfolgreich Gegenstöße fahren. "Das war auch der Unterschied zwischen Zwickau und uns", analysierte später auch Tigers-Coach Thomas Zeitz. "Da ist Zwickau mit seinen vielen erstligaerfahrenen Spielerinnen einfach abgezockter und cleverer."

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Die Gäste zogen mit vier Treffern in Folge von 13:12 auf 17:12 davon (44. Minute). Beim 14:17 durch Waiblingens Tanja Padutsch kam nochmals Hoffnung bei der Heimmannschaft auf. Doch es sollte nicht reichen: Mal verhinderte Pech, mal ein technischer Fehler, mal ein ungenaues Abspiel, dass der VfL nochmals gefährlich heranrücken konnte. Am Ende nahm der Aufstiegsfavorit aus Sachsen mit einem etwas zu hoch ausgefallenen 23:18-Erfolg und sichtlich erleichtert beide Punkte aus der Waiblinger Rundsporthalle mit.

"Klar hätte ich gerne gewonnen, und wir hatten auch die Chance dazu. Mit unserer Abwehr und der kämpferischen Einstellung war ich sehr zufrieden. Aber unter dem Strich hat uns Zwickau mit seiner Abgeklärtheit unsere aktuellen Defizite aufgezeigt und verdient gewonnen", schloss Waiblingens Trainer Thomas Zeitz sein Statement.

Waiblingen: Zec, Meißner;
Tietjen, Nagler, Teixeira da Silva, Schraml (4), Zeba, Hagen (4), Wulf, Hammer, Smits (2/2), Padutsch (2), Berisha (2), De Bellis (1), Ridder (2), Jäger (1).

Zwickau: Zenner, Szott;
Hausherr (1), Rosike (2/1), Magnusdottir (1), Pavlovic (2), Adams, Bolze (1), Nagy (1), Stojkovska (2), Choinowski (7/5), Pester (3/1), Ertl (3), Rode.