15.11.2020 12:39 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Vierter Ligasieg in Folge: Neckarsulmer SU schlägt Bayer Leverkusen 30:26

7 Tore: Nathalie Hendrikse7 Tore: Nathalie Hendrikse
Quelle: Larissa Eisele, NSU
Eine Woche nach dem Pokalerfolg bei der Neckarsulmer Sport Union konnten die Werkselfen vom TSV Bayer Leverkusen in der Bundesligabegegnung an gleicher Stelle nicht an die Leistung der Vorwoche anknüpfen und mussten nach der 26:30-Niederlage ohne Erfolgserlebnis und damit ohne Punkte die Heimreise antreten.

Es waren noch keine drei Minuten gespielt, als sich Michael Biegler genötigt sah, die erste Auszeit zu nehmen, um sein Team nach einem schnellen 0:3-Rückstand in die Spur zu bringen. "Wir haben den großen Fehler gemacht, dass wir das heute eher als einen lockeren Betriebsausflug genommen haben. Ich war sehr angespannt und habe versucht, vor dem Spiel die richtige Richtung reinzubekommen. Die Kurve haben wir aber nicht bekommen und waren zum Anpfiff nicht da", so Biegler.

Der erneute Weckruf durch die Auszeit sollte in der Folge Früchte tragen. Stück für Stück kämpften sich sich die Elfen heran und kamen durch Mia Zschockes Treffer zum 9:9 (18. Minute) erstmals zum Ausgleich, was wiederum NSU-Trainerin Tanja Logvin veranlasste, ihrerseits eine Auszeit zu nehmen.

Die NSU-Abwehr stand im Vergleich zur Pokal-Niederlage deutlich besser, dazu pariert eIsabel Gois im Neckarsulmer Tor einige Bälle. Die Leverkusenerinnen waren jetzt aber am Drücker, gingen sogar beim 11:10 erstmals in Führung und nahmen nach einem tollen Unterhandtor von Annefleur Bruggeman zum 14:12 sogar eine Zwei-Tore-Führung mit in die Halbzeit.

Der Start in Hälfte zwei gelang ebenfalls perfekt. Nach einem Treffer von Zivile Jurgutyte sowie zwei Siebenmetertoren von Zoe Sprengers, die aufgrund von Kniebeschwerden nur bei Strafwürfen zum Einsatz kam, lagen die Elfen beim 17:13 (33.) erstmalig mit vier Treffern vorne.

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Tanja Logvin reagierte und nahm Jurgutyte in Sonderbewachung, die die Werkselfen aus dem Tritt brachte und die Neckarsulm durch einen Doppelschlag von Nathalie Hendrikse sowie weiteren Toren von Lynn Knippenborg und Lucie-Marie Kretzschmar zum 17:17-Ausgleich nutzte.

Biegler nahm erneut eine Auszeit, da sein Team "das Fünf gegen Fünf nicht so gespielt hat, wie es im Training einstudiert worden war. Wir waren davon nicht überrascht, sondern wir waren nicht wach genug, das war das Entscheidende. Das macht einen sehr ärgerlich, denn wir wussten was kommt."

Nach Bruggemans Treffer zum 17:18, der letzten Führung der Gäste, kippte das Spiel endgültig. Zu allem Überfluss verletzte sich in dieser Phase Rechtsaußen Svenja Huber und konnte nicht weiterspielen. Neckarsulm hatte in der Folge deutlich Oberwasser, erarbeitete sich bis zur 49. Minute einen eigentlich komfortablen Vorsprung und führte phasenweise mit sechs Treffern. Allerdings reagierten in der Schlussphase auch die Werkselfen und nehmen NSU-Spielmacherin Lynn Knippenborg mit einer kurzen Deckung aus dem Spiel.

Zwar kämpften sich die Elfen, bei denen die 16-jährige A-Jugendliche Pia Terfloth in der zweiten Halbzeit ein beachtliches Bundesligadebüt mit drei Toren von der Rechtsaußenposition gab, wieder heran, doch es reichte nicht mehr zu einem Punkt.

"Im Endeffekt sind wir dann genau die vier Tore hinten, die wir am Anfang verschlafen haben - so einfach ist das. Ich wusste, was passiert, wir waren nicht wach, laufen Rückständen hinterher und geben Vorsprünge zu schnell wieder ab", so Biegler in der Analyse.

NSU-Trainerin Tanja Logvin war nach dem ersten Sieg in der Bundesliga gegen Leverkusen überhaupt, sehr zufrieden mit ihrer Mannschaft: "Meine Mannschaft hat hervorragend gespielt und vor allem hervorragend gekämpft. Ich habe vor dem Spiel eigentlich nur eine Sache gefordert: eine Antwort auf die Niederlage im Pokal. Die Mädels haben diese Antwort heute gegeben und ich bin unglaublich stolz auf die gezeigte Leistung.", freut sich NSU-Trainerin Tanja Logvin nach Spielende über den sechsten Saisonsieg.

Neckarsulmer SU - TSV Bayer 04 Leverkusen 30:26 (12:14)

Neckarsulm: Gois, Wachter; Kalmbach (2), Wolf, Senwald, Hendrikse (7), Knippenborg (5), Wick (2/2), Perez (5), Kooij, Nieuwenweg (1), Kretzschmar (2), Moser (6/2)

Leverkusen: Fehr, Graovac; Jurgutyte (6), Hinkelmann, Sprengers (5/5), Zschocke (2), Holste, Souza (3), Kämpf, Bruggeman (2), Polsz, Einarsdottir (2), Huber (3), Cormann, Terfloth (3)

SR: Hellbusch/Jansen (Trebur/Geinsheim) - Z: keine. - Zeitstrafen: 6:2 Minuten (Kooij/zweimal, Wolf - Jurgutyte). - Siebenmeter: 6/4:6/4 (Hendrikse an die Latte/11., Wick scheitert an Graovac/33. - Huber scheitert an Gois/10, Sprengers scheitert an Wachter/53.)

Spielfilm: 3:0 (3.), 3:1 (5.), 5:2 (8.), 6:3 (11.), 9:6 (15.), 9:9 (18.), 10:9 (19.), 10:11 (22.), 12:11 (25.), 12:14 (HZ)
12:16 (33.), 13:17 (33.), 17:17 (38.), 17:18 (40.), 23:18 (46.), 23:19 (48.), 25:19 (50.), 26:20 (51.), 26:24 (55.), 27:24 (56.), 27:25 (57.), 29:25 (59.), 29:26 (60.), 30:26 (EN).