02.11.2020 13:46 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Leistung in der Abwehr" bringt Neckarsulmer Sport-Union den Sieg beim VfL Oldenburg

Kathrin Pichlmeier konnte sich viermal gegen Neckarsulms Abwehr durchsetzenKathrin Pichlmeier konnte sich viermal gegen Neckarsulms Abwehr durchsetzen
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Nächste Niederlage für die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg: In eigener Halle unterlag das Team von Trainer Niels Bötel am Sonntagnachmittag der Neckarsulmer Sport-Union mit 22:27 (15:13). Nachdem sich die Mannschaft in der ersten Halbzeit aus einem Rückstand einen Vorsprung von zwei Toren erkämpft hatten, gerieten sie zu Wiederanpfiff wieder in Zugzwang - eine erneute Aufholjagd vor leeren Rängen in der kleinen EWE-Arena gelang nicht.

"Wir haben ganz gut angefangen und haben danach in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit allerdings sehr hektisch und unkonzentriert gespielt, wodurch einige technische Fehler auf unserer Seite entstehen und Oldenburg die Führung übernehmen kann. Danach hat die Mannschaft die besprochenen Vorgaben in der Halbzeit sehr gut umgesetzt und sie haben deutlich konzentrierter gespielt. In der zweiten Hälfte sind wir sehr gut in der Abwehr gestanden und haben im Endeffekt das Spiel mit unserer Leistung in der Abwehr auch gewonnen", erklärte NSU-Trainerin Tanja Logvin den Auswärtssieg.

Gleich der Auftakt lief alles andere als nach Plan für Oldenburg. Rund sechseinhalb Minuten standen auf der Uhr, da beorderte VfL-Coach Niels Bötel seine Spielerinnen in der genommenen Auszeit zum ersten Mal zu sich. 3:6 lagen die Huntestädterinnen zu diesem Zeitpunkt zurück und schienen kaum Zugriff auf das Spiel zu finden. Bötel sah sich zum Handeln gezwungen, brachte eine siebten Feldspielerin im Angriff und wechselte im Tor Nele Reese ein.

Und mit etwas Anlauf ging der Plan auf. Zwei Tore von Jenny Behrend brachte den VfL wieder in Schlagdistanz (7:8), kurze Zeit später sorgte in Lana Teiken die zweite Außenspielerin für den 10:10-Ausgleich. Und auch von einer Neckarsulmer Auszeit ließ sich der VfL nicht aus dem gefundenen Rhythmus bringen. Direkt im Anschluss an die Auszeit erkämpfte sich Oldenburg den Ball, Kathrin Pichlmeier sorgte für die Führung der Gastgeberinnen. Und: Mit schnellen Gegenstößen bauten die Oldenburgerinnen ihren Vorsprung sogar auf zwei Tore zur 15:13-Halbzeitführung aus.

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Ein Spiegelbild der Anfangsphase aus Durchgang eins gab es nach Wiederanpfiff. Innerhalb kürzester Zeit hatte sich die Führung der Oldenburgerinnen in einen 15:16-Rückstand gewandelt, ohne dass die VfL-Frauen nur einen Treffer erzielt hatten. Der erste nach dem Seitenwechsel gelang Merle Carstensen nach vier Minuten vom Siebenmeterpunkt zum 16:16. Doch kurze Zeit später war Neckarsulm mit zwei Toren von Irene Espinola Perez auf 20:17 davongezogen. Irene Espinola Perez traf dabei erneut mit einer starken Quote, dazu stand die Neckarsulmer Defensive mit einer gut aufgelegten Sarah Wachter im Tor nun deutlich sicherer und bereitete dem VfL in der zweiten Hälfte große Probleme.

Oldenburg wehrte sich noch einmal. Allen voran VfL-Keeperin Nele Reese, die ihr Team mit etlichen Paraden im Spiel hielt und dabei gleich drei Siebenmeter der Sport-Union vereitelte, brachte die Gastgeberinnen noch einmal heran. Nach dem 21:22 durch Marie Steffen (46. Minute) schien sogar ein erneuter Führungswechsel möglich. Doch stattdessen zogen die Gäste davon - und fügten dem VfL Oldenburg die fünfte Niederlage im achten Saisonspiel zu. "Die Niederlage geht auch in der Höhe in Ordnung", konstatierte VfL-Trainer Niels Bötel nach der Partie. Gerade in der Abwehr habe man oftmals nicht griffig genug agiert und im Angriff am Ende zu viele Chancen ausgelassen.

Immerhin: Die personelle Situation der Oldenburgerinnen dürfte sich für die letzten drei Spiele vor der Winterpause schon ein wenig entspannt haben. Marloes Hoitzing stand nach ihrer Verletzung wieder auf der Platte - und mit Natacha Buhl präsentierte der VfL kurz vor dem Spiel eine neue Spielerin. Die 1,78 Meter große Kreisläuferin war am Vorabend der Partie in Oldenburg angekommen und hatte ihren Vertrag unterschrieben. "Sie passt mit ihren 20 Jahren perfekt in unser Konzept und wir sind froh, dass Natacha da ist", sagte Geschäftsführer Andreas Lampe, der einen großen Dank an die HSG Freiburg richtete. "Nur die schnelle und unkomplizierte Zusammenarbeit hat diesen Transfer möglich gemacht."

VfL Oldenburg - Neckarsulmer Sport-Union 22:27 (15:13)

Oldenburg: Renner (3/1 Paraden), Reese (8/1 P.)
Fragge, Teiken (2), Reinemann (1), Buhl, Hoitzing (1), Pichlmeier (4), Martens, Steffen (4), Carstensen (7/5), Behrend (3), Knippert

Neckarsulm: Gois (2 P.), Wachter (14/1 P.)
Kalmbach, Wolf, Senvald, Hendrikse (2), Knippenborg (4), Wick (1/1), Espinola Perez (8), Kooij (4), Nieuwenweg (5), Kretzschmar (3), Moser

Siebenmeter: 5/7 ; 1/4
Strafminuten: 6/4
Schiedsrichter: Matthias Klinke / Sebastian Klinke
Zuschauer: -

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