25.10.2020 12:33 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Bad Wildungen Vipers haben Buxtehuder SV mit "aggressiven Deckung den Schneid abgekauft"

Lea Schüpbach entschäfrt den Wurf von Luisa SchererLea Schüpbach entschäfrt den Wurf von Luisa Scherer
Quelle: malafo, Vipers
Nach der Pleite in der vergangenen Woche gegen Leverkusen haben die Vipers es geschafft, den Resetknopf zu drücken und zwei ganz wichtige Punkte in der heimischen Ense-Halle einzufahren: Aufgrund einer desolaten zweiten Halbzeit hat der Buxtehuder SV erstmals in seiner Vereinsgeschichte ein Bundesliga-Spiel gegen die HSG Bad Wildungen und bleibt auswärts in dieser Saison ohne Punktgewinn. Das Team verspielte eine zwischenzeitliche Sechs-Tore-Führung und verlor am Ende verdient mit 27:33. Am kommenden Samstag, 16 Uhr, geht es für den BSV weiter. Dann ist das Spitzenteam Thüringer HC in der Halle Nord zu Gast.

"Es ist schade, dass wir das Spiel weggegeben haben. Es ist eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Mir fehlen ein wenig die Worte. Ich habe kurz nach dem Spiel noch keine Erklärung, was in der zweiten Halbzeit passiert ist. Ich bin enttäuscht und entsetzt, dass meine Mannschaft in einem Spiel zwei so unterschiedliche Gesichter gezeigt hat", so BSV-Coach Dirk Leun im Nachgang.

Coronabedingt durften in der Ense-Halle keine Zuschauer sein. So verpassten die Zuschauer in der Anfangsphase eine aggressive BSV-Deckung mit schnellem Umschaltspiel, wie es BSV-Trainer Dirk Leun im Vorfeld gefordert hatte. Unter anderem fing Lone Fischer zwei Bälle ab und verwertete diese im Gegenstoß. Buxtehude führte früh mit 5:1 (8.).

Anschließend entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Die Mannschaften ließen keine Zeit für Verschnaufpausen Nach Ballgewinnen ging es blitzschnell nach vorne und Angriffe wurden schnell und erfolgreich abgeschlossen. An der Führung des BSV änderte sich allerdings nichts. Dreieinhalb Minuten vor dem Seitenwechsel erhöhte Luisa Scherer sogar auf 17:11. In den Schlussminuten des ersten Durchgangs stellte HSG-Trainerin Tessa Bremmer auf eine 4:2-Deckung um. Dies hatte Erfolg. Bis zur Pausensirene verkürzten die Gastgeberinnen auf 15:19

Vipers drehen Partie in Halbzeit zwei






Die Bremmer-Schützlinge gingen mit einer deutlichen Abwehrsteigerung in die zweite Halbzeit der Partie. Manuela Brütsch sorgte für einen starken Rückhalt zwischen den Pfosten. Im Angriff lieferte Spielmacherin Maria da Silva eine absolute Glanzleistung ab und auch Jana Scheib sorgte immer wieder für starke Tore aus dem Rückraum. Der BSV hingegen bekam Probleme im Angriff. Das Team kam gegen die erneut umgestellte 6:0-Deckung der HSG nicht mehr zu freien Würfen oder klaren Torchancen. So dauerte es beinahe sechs Minuten, bis Annika Lott den ersten Treffer nach Wiederanpfiff erzielte. Die Schwächephase der Gäste nutzten die Vipers um den Anschluss herzustellen. In einer Unterzahl, nach der zweiten Zeitstrafe gegen Isabelle Dölle, glich Maxime Struijs zum 20:20.

Der BSV fand im Angriff weiterhin keine Lösungen. Einzig Paulina Golla traf aus dem Rückraum. Bad Wildungen bekam hingegen im mehr Oberwasser und setzte sich auf 24:21 ab. Leun nahm die zweite Auszeit in der zweiten Hälfte. Doch auch die erneute Ansprache von Leun verfehlte ihre Wirkung. Während die Vipers sich in einen Rausch spielten, fehlte beim BSV alles was zu Beginn der Partie funktionierte. Im Angriff fehlte die Aggressivität und im Angriff reihten sich technische Fehler und Fehlwürfe aneinander.

Am Ende stand somit eine verdiente 27:33-Niederlage auf der Anzeigetafel. Es ist im 17 Bundesliga-Duell gegen die HSG Bad Wildungen die erste Niederlage für den BSV, der nach der dritten Auswärtspleite in dieser Saison weiterhin punktlos in der Fremde bleibt.

"Die Umstellung von Bad Wildungen nach der Halbzeit hat Wirkung gezeigt. Sie haben uns mit ihrer aggressiven Deckung den Schneid abgekauft. Wir haben keine Kombination mehr gespielt und uns nicht mehr effektiv Chancen herausgespielt. Hinten müssen wir die Härte annehmen. Das fängt schon mit dem letzten Tor vor der Pause an. Da kann die Gegenspielerin vier Sekunden vor Schluss frei aus der Mitte schießen", so Leun im Nachgang und betont: "Es gibt einige Parallelen zu dem Spiel in Halle-Neustadt. Ich werde das Spiel in Ruhe analysieren und bin gespannt, wie die Mannschaft das Spiel im Rückblick analysiert."

"Ich bin unheimlich stolz, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit so viel Moral gezeigt hat und dass wir gerade im mentalen Bereich einen deutlichen Schritt vorwärtsgekommen sind. Insgesamt war es eine tolle Mannschaftsleistung, bei der jede für jeden gekämpft hat", so Vipers-Trainerin Tessa Bremmer in ihrem Fazit zum Spiel. Durch diesen wichtigen Erfolg stehen die Vipers erstmals auf Platz 8 der Erstliga-Tabelle.

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HSG Bad Wildungen - Buxtehuder SV 33:27 (15:19)

HSG Bad Wildungen: Brütsch, Schüpbach
Ingenpaß 3, Heusdens 1, Platen, Smits 2, Mühlner, Schnack 4, da Silva Pereira 7, Struijs 6/2, Scheib 8, Otto, Spielvogel 2, Plümer

Buxtehuder SV: Rühter, Filter
Süchting, Heldmann, Fischer 4/1, Düvel, Antl 2, Dölle 4, Scherer 1, Ossenkopp, Lott 7, Schneider 2, Prior, von Prittwitz 1, Golla 1, Müller-Korn 5/3

Strafminuten: 6/6
Siebenmeter: 2/2 ; 4/5
Schiedsrichter: Marvin Cesnik und Jonas Konrad
Zuschauer: 0


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