25.10.2020 10:46 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulmer Sport-Union: Verletzung von Jojo Rode trübt Freude über Sieg gegen Handball-Luchse

Irene Espinola PerezIrene Espinola Perez
Quelle: Larissa Eisele, NSU
Im vierten Heimspiel der Saison in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) feiert die Neckarsulmer Sport-Union am Samstagabend gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten mit 33:25 (18:15) den dritten Heimsieg. Während sich die Gastgeberinnen vor allem auf die Linkshänderinnen Irene Espinola Perez (9) und Nathalie Hendrikse (8) verlassen konnte, traf bei den Luchsen Kim Berndt achtmal.

Lediglich zu Beginn des Spiels war die NSU dabei kurze Zeit in Rückstand und behielt sonst fast die komplette Spielzeit über die Führung beim insgesamt souveränen Heimsieg. Getrübt wurde die Freude über den Heimsieg leider zwei Minuten vor Spielende durch eine vermutlich schwere Verletzung bei der Neckarsulmer Linksaußen Jojo Rode.

Die 23-Jährige bekam in der Defensive einen schweren Schlag auf das rechte Knie und musste mit großen Schmerzen in das Krankenhaus gebracht werden. "Natürlich mache ich mir momentan Sorgen um unsere Jojo Rode, aber sie ist eine Kämpferin und wir hoffen, dass wir sie so schnell wie möglich wieder auf dem Spielfeld sehen können", so NSU-Trainerin Tanja Logvin.

Im Spielverlauf starteten beide Mannschaften vor 293 Zuschauern in der Neckarsulmer Ballei zunächst auf Augenhöhe. Nach zehn Minuten nahm die Sport-Union im Angriff Fahrt auf und konnte erstmals deutlich erhöhen. Bis zur 15. Minute zogen die Süddeutschen durch einen 5:0-Lauf auf 9:5 davon, da die zu passive Luchse-Abwehr vor allen Dingen die erfolgreichen Abschlüsse aus dem Rückraum von der Spanierin Irene Espinola Perez nicht unterband.

Logvin: "Mache mir Sorgen um Jojo Rode"




Ihrerseits scheiterten die Gäste bei klaren Tormöglichkeiten an der großartig parierenden Isabel Gois und brachte die NSU zu einer 13:7-Führung. Buchholz-Rosengarten kämpfte sich allerdings zurück und ließ die NSU nicht davon ziehen. In Überzahl und durch vereinzelte Abspielfehler der Gastgeberinnen konnte die Luchse etwas aufschließen und gingen mit einem Drei-Tore-Rückstand (18:15) in die Kabine.

Mit jeweils vier technischen Fehlern gab es einen Gleichstand, aber der größte Unterschied in der ersten Halbzeit zwischen beiden Mannschaften zeigte sich in der Wurfausbeute von den Außenpositionen, denn da trafen die Spielerinnen der NSU sechsmal, während bei den Luchsen bis zur Einwechselung der jungen Maj Nielsen in der 27. Minute alle Versuche von Isabel Gois gemeistert wurden. Durch diesen Umstand konnte sich die Abwehr der Neckarsulmer Sport-Union in der Mitte verdichten und weitgehend die sonst so gefährlichen Aktionen der Achse Kim Berndt und Kreisspielerin Evelyn Schulz unterbinden.

In der zweiten Hälfte war die Neckarsulmer Sport-Union weiterhin die klar dominierende Mannschaft in der Ballei, eine deutliche Führung gelang gegen die kämpferischen Gäste allerdings nicht. Immer wieder verkürzten die Luchse in den entscheidenden Momenten, weshalb sich bis zur 45. Minute ein spannendes Spiel ergab.

Allerdings blieb auch Neckarsulm immer wieder in den entscheidenden Aktionen souverän und ließ Buchholz-Rosengarten nicht näher als zwei Tore verkürzen. Beim 26:24 war dann auch der Bann gebrochen und Neckarsulm macht den Heimsieg frühzeitig perfekt. Mit einem 7:1-Lauf in den letzten 15 Minuten hatte die Sport-Union die Gäste in der Schlussphase im Griff und feierte den 33:25-Sieg sowie den aktuell fünften Tabellenplatz in der HBF.

Prelcec: "Haben lange einen beherzten Kampf geliefert"




"Wir wollten eigentlich unsere Fehler minimieren und unsere Wurfquote verbessern, das ist uns in diesem Spiel leider nicht gelungen. Meine Mädels haben sich trotz der miserablen Chancenverwertung nicht beirren lassen und einer sehr starken NSU lange einen beherzten Kampf geliefert, aber die Schlussphase war natürlich frustrierend für uns", bilanzierte Luchse-Trainer Dubravko Prelcec nach der Partie.

"Meine Mannschaft hat heute einen großen Einsatz gezeigt und im Angriff sowie der Abwehr ein gutes Spiel gemacht. Dazu haben wir schon seit mehreren Spielen mit Sarah Wachter und Isabel Gois eine Mauer hinter unserer Abwehr und ich bin sehr stolz, dass beide konstant gute Torhüterleistungen zeigen. Auch im Angriff haben wir gegen verschiedene Abwehrformationen eine Antwort gefunden und uns verdient den Sieg geholt, deshalb bin ich wieder sehr stolz auf die heutige Leistung der Mädels", sagte NSU-Trainerin Tanja Logvin nach Spielende.

"Wir müssen unsere Punkte gegen andere Gegner holen, denn bis auf Oldenburg haben wir alle Niederlagen gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel bekommen. Für mich ist es wichtig das Positive aus dem Spiel mitzunehmen und mein Team weiter aufzubauen. Über weite Strecken des Spiels bin ich mit den gezeigten Leistungen zufrieden und ich hoffe, dass unsere angeschlagenen Spielerinnen in der nächsten Woche wieder ihre volle Leistungsstärke abrufen können", hofft Dubrako Prelcec.

Deutlich wurde, dass Marleen Kadenbach trotz ihrer vier Tore noch sehr gehandicapt wirkte. Ein Lichtblick in dieser Partie war das Wirken der erst 18-jährigen Maj Nielsen, die nach ihrer Einwechslung mit ihren Abschlüssen von Außen deutlich gemacht hat wie sich das Spiel positiv verändern kann, wenn man zum Faktor auf dieser Position wird. Entscheidend für die Niederlage war aber, dass die Luchse-Abwehr Selina Kalmbach, Nathalie Hendrikse und Isabel Espinola Perez nie richtig in den Griff bekam.

Matthias Steinkamp vom Luchse-Trainer-Team ist sehr enttäuscht über den Verlauf des Spiels: "Wir hatten uns nach der guten Leistung in der zweiten Halbzeit aus der Vorwoche gegen Blomberg viel für das Spiel gegen Neckarsulm vorgenommen. Trotzt der 16 vergebenen klaren Abschlussmöglichkeiten stand es 12 Minuten vor Schluss nur 27:25 und ein Sieg schien noch möglich. Leider gelang uns kein einziger Torerfolg mehr und wir mussten am Ende eine vom Ergebnis zu hohe Niederlage hinnehmen. Am kommenden Wochenende müssen wir viel effektiver beim Torwurf agieren, um gegen Halle die Punkte zu holen."

Weiter geht es für die Neckarsulmerinnen in der Handball Bundesliga Frauen am kommenden Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim VfL Oldenburg. Das nächste Heimspiel bestreitet die NSU am 7. November (18:00 Uhr) im DHB-Pokal Achtelfinale gegen den TSV Bayer 04 Leverkusen.

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Neckarsulmer Sport-Union - HL Buchholz 08-Rosengarten 33:25 (18:15)

Neckarsulm: Gois (6/1 Paraden), Wachter (5 P.)
Kalmbach (4 Tore), Wolf, Senvald, Hendrikse (8), Knippenborg (3), Wick, Espinola Perez (9), Kooij (3), Nieuwenweg (1), Kretzschmar (1), Rode, Moser (4)

Buchholz-Rosengarten: Vogel (7 P), Ludwig (6/1 P.)
Cronstedt, Schulz (2), Nielsen (4), Kadenbach (4/1), Kücükyildiz (3), Lamp (3), Berndt (8/2), Geist (1), Axmann, Hauf, Herbst

Siebenmeter: 0/1 ; 3/5
Strafminuten: 8/4
Schiedsrichter: Daniela Kuschel / Sandra Senk
Zuschauer: 293




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