25.10.2020 08:33 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

HSG Blomberg-Lippe gegen VfL Oldenburg nur "in der Anfangsphase etwas überdreht"

Drei Tore gegen den Ex-Klub: Cara HartstockDrei Tore gegen den Ex-Klub: Cara Hartstock
Quelle: HSG Blomberg-Lippe
Gegen den VfL Oldenburg ist der HSG Blomberg-Lippe am Samstagnachmittag ein deutlicher Erfolg gelungen. Im Duell mit den Niedersachsinnen setzte sich die HSG am 7. Spieltag der Handball Bundesliga Frauen am Ende ungefährdet mit 35:27 (15:11) durch. Erstmals in der Bundesligageschichte mussten die Blombergerinnen dabei ohne Zuschauer:innen auskommen.

"Ein hartumkämpftes Duell" hatte HSG-Trainer Steffen Birkner bereits im Vorfeld des Spiels erwartet. Schließlich hatten die Oldenburgerinnen in dieser Spielzeit bereits u.a. mit einem Sieg gegen Metzingen und einer knappen Niederlage gegen den Thüringer HC auf sich aufmerksam gemacht. Da das Spiel aufgrund der aktuellen Gesundheitslage ohne Zuschauer ausgetragen werden musste, folgten zahlreiche HSG-Fans dem kurzfristigen Aufruf, eine virtuelle Anfeuerung an das Team zu senden. Diese wurden während der Aufwärmphase über die Beamerschleife laufen lassen und zauberten den HSG-Spielerinnen ein Lächeln in die Gesichter.

Den besseren Start in die Begegnung erwischten jedoch die Gäste. Kathrin Pichlmeier, welche von 2015 bis 2019 das Trikot der HSG trug, schenkte ihrer ehemaligen Teamkollegin Melanie Veith nach knapp vier Minuten den Treffer zum 2:3 ein. Während Lisa Rajes wenig später frei aufs Tor zulaufend an der Latte scheiterte, machte es VfL-Spielerin Merle Carstensen auf der Gegenseite besser und sorgte mit zwei Treffern in Folge für das 2:4 und 2:5.

Doch die HSG biss sich zurück. Nele Franz bewies einmal mehr starke Nerven von der Siebenmetermarke und erzielte nach 17 Minuten den 8:8-Ausgleich. Birkner sah dennoch Gesprächsbedarf und nahm beim Stand von 9:9 die erste Auszeit der Begegnung. Die Worte des HSG-Trainers trafen scheinbar auf offene Ohren. Zudem riss in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs der Spielfaden der Huntestädterinnen. Zu viele Würfe landeten neben dem Tor - oder wurden von HSG-Torhüterin Melanie Veith gehalten.

Birkner: "Wir sind schwer ins Spiel gekommen"




Die Gastgeberinnen kamen stattdessen immer wieder über die Außenpositionen zu Torgelegenheiten und bauten den Vorsprung aus. "Wir haben die Rückwärtsbewegung vernachlässigt", ärgerte sich Coach Bötel. "Damit haben wir Blomberg zu schnellen Toren eingeladen." Mit der Pausensirene kam auch noch Pech hinzu. Nach dem 15:11 der HSG netzte der VfL auf der gegnerischen Seite postwendend ein - aber erst nach der Sirene, wie die Schiedsrichter entschieden.

In der zweiten Halbzeit bewiesen die Oldenburgerinnen ihre Hartnäckigkeit. Nach zwei Toren in kürzester Zeit hatte es nach 38 gespielten Minuten den Anschein, als würden die Niedersachsinnen noch einmal ihre Chance wittern. Rund acht Minuten nach Wiederanpfiff brachte Jenny Behrend - mit sechs Toren beste VfL-Schützin - die Gäste mit zwei Treffern in Folge noch einmal in Schlagdistanz (17:20). Doch die HSG hielt in dieser Phase stark dagegen und unterbrach den Mini-Lauf des Teams von Trainer Niels Bötel bereits im Ansatz.

Auch eine Auszeit der Oldenburgerinnen sollte nichts daran ändern können, dass die HSG durch eine stark aufspielende Ann Kynast nach 47 Minuten mit 27:20 klar davonzog. Diesen Vorsprung verteidigten die Blombergerinnen bis zum Ende. Beste Werferinnen der HSG waren am Samstagnachmittag Nele Franz, Lisa Rajes und Ann Kynast mit jeweils sieben Treffern.

"Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben uns zu Beginn zu viel vorgenommen und in der Anfangsphase etwas überdreht. Am Ende konnten wir uns aber auf unsere Stärke, die 1. und 2. Welle, verlassen. Ich bin froh, dass meine Spielerin die Situation rund um Corona sowie die fehlenden Zuschauer während der 60 Minuten erfolgreich ausblenden konnten und die zwei Punkte hierbehalten haben", beurteilte Birkner die Leistung seines Teams.

Bötel: Gegen Blomberg "muss man am Limit spielen"




"Nach den ersten Spielen sind nicht mehr alle bei 100 Prozent. Aber wenn man gegen Blomberg Punkte holen will, muss man am Limit spielen. Das hat heute nicht geklappt", resümierte Bötel. Auch die Einwechslung von Nele Reese im Tor nichts ändern. "Knackpunkt waren die erste und zweite Welle der HSG", sagte der Oldenburger Trainer. Im Sechs-gegen-Sechs hätten sich beide Mannschaften schwergetan. "Die Tore über die schnelle Mitte waren am Ende entscheidend."

"Wir hoffen natürlich alle, dass wir in zwei Wochen beim DHB-Pokalspiel gegen Bensheim/Auerbach wieder vor volleren Rängen spielen dürfen. Unser fachkundiges Publikum hat heute trotz des Sieges an allen Ecken gefehlt", betonte Birkner.

Durch den Sieg verteidigen die Blombergerinnen mit nun 10:4 Punkten den vierten Tabellenplatz in der Handball Bundesliga Frauen. Nach der vierten Saisonniederlage steht der VfL mit 6:8 Punkte weiter im Tabellenmittelfeld - verpasste es aber, den Anschluss an die vorderen Plätze zu halten.

Am kommenden Wochenende steht nun für Blomberg ein Verfolgerduell bei Bayer Leverkusen auf dem Programm, welche am Freitag mit einem Sieg gegen den Thüringer HC für die Überraschung des 7. Spieltags sorgten. Anwurf der Begegnung ist am 31. Oktober um 19:30 Uhr. Am Sonntag, 1. November, sind die Oldenburgerinnen wieder in eigener Halle gefordert. Um 16.30 Uhr wird die Neckarsulmer Sport-Union zu Gast sein. "Wir haben noch harte Spiele vor uns", blickt Niels Bötel voraus. "Gegen Neckarsulm ist sicherlich etwas drin", sagt der VfL-Coach. "Wenn wir unsere Leistung abrufen."

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HSG Blomberg-Lippe:
Rajes (7), Franz (7/7), Kynast (6), Michalczik (5), Murer (4), Hartstock (3), Rüffieux (2), Wenzel (1)

VfL Oldenburg:
Behrend (6), Pichlmeier (5), Reinemann (5/1), Carstensen (4/1), Knippert (3), Steffen (2), Teiken (2)



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