23.10.2020 08:27 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Geisterspiel in Blomberg - VfL Oldenburg will "schauen, was möglich ist"

Isabelle Jongenelen (re.) spielte früher in OldenburgIsabelle Jongenelen (re.) spielte früher in Oldenburg
Quelle: Michael Schmidt
Nun herrscht leider Klarheit: Aufgrund der aktuellen Infektionszahlen im Kreis Lippe wird auch das Bundesligaspiel der HSG Blomberg-Lippe gegen den VfL Oldenburg am kommenden Samstag (24.10.) definitiv ohne Zuschauer stattfinden müssen.

Laut der aktuellen Anlage der Corona-Schutzverordnung für das Bundesland Nordrhein-Westfalen müssen bei bundesweiten Teamwettbewerben Zuschauer bei einer Wocheninzidenz über 35 und einem nicht klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen ausgeschlossen werden. Entscheidend ist dabei der Wert, der vor dem Spieltag herrscht. Dieser liegt für den Kreis Lippe am heutigen Freitag leider bei 56,7 (Stand 23.10., 9:00 Uhr).

"Es war zu befürchten. Nachdem uns das Ordnungsamt gestern die Teilnahme von Zuschauern bei einem Wert über 35 untersagt hat, herrschte kaum noch Hoffnung. Es ist sehr bitter, dass wir am Wochenende auf unsere Fans verzichten müssen. Die Unterstützung der Ränge wird sehr fehlen. Dennoch wird das Team alles dafür geben, um für unsere Fans die nächsten Punkte einzufahren", so HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch.

Viel hatte nicht gefehlt für die große Überraschung gegen den Thüringer HC: Nach einem furiosen Auftritt waren die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg am vergangenen Spieltag dem Sieg in der heimischen EWE Arena ganz nah. Doch in der Schlussphase kippte die Begegnung zugunsten der Gäste - ein Punktgewinn für den VfL blieb aus. "Wir haben in der zweiten Halbzeit viele unserer freien Chancen nicht ins Tor gebracht", blickt der Oldenburger Trainer Niels Bötel noch einmal auf das Spiel aus der vergangenen Woche zurück. "Daran haben wir gearbeitet und wollen es gegen Blomberg besser machen."

Oldenburg trifft auf mehrere Ex-Spielerinnen




Nichtsdestotrotz habe seine Mannschaft über weite Strecken "ein richtig gutes Spiel gemacht". Bötel: "Am Ende ist uns dann ein wenig die Kraft ausgegangen." Nicht verwunderlich, schließlich konnte der Coach wieder einmal auf einen nur ausgedünnten Kader von elf Spielerinnen zurückgreifen. Daran wird sich wohl auch für die Auswärtspartie in Nordrhein-Westfalen nichts ändern. Umso wichtiger ist es, so Bötel, wieder mit einer aggressiven Deckung aufzutreten - und sich Chancen für freie Würfe zu erarbeiten. "Die wollen wir dann besser verwerten als gegen den THC."

Gegner HSG Blomberg-Lippe ist mit 8:4 Punkten in die Saison gestartet, tat sich beim 27:26-Auswärtssieg bei den HL Buchholz 08-Rosengarten am vergangenen Wochenende aber schwer. "Sie werden gegen uns mit Sicherheit alles daran setzen, es besser zu machen als noch gegen Rosengarten", vermutet Niels Bötel. Dass mit Cara Hartstock, Isabelle Jongenelen (beide bis 2019) und Myrthe Schoenaker (bis 2020) gleich drei ehemalige Oldenburgerinnen im Kader der HSG stehen, macht die Sache mit Sicherheit nicht einfacher.

"Isabelle und Myrthe sind international sehr erfahren und auch Cara hat zuletzt auf europäischer Ebene gezeigt, was sie drauf hat", lobt Bötel seine drei Ex-Spielerinnen. Dazu gilt es für sein Team, auch Nele Franz, die im Durchschnitt 5,8 Tore pro Spiel erzielt und sich damit in der Torschützenliste direkt hinter VfL-Spielerin Merle Carstensen (6,2 Tore im Schnitt) einreiht, im Auge zu behalten. "Insgesamt steckt im Team eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen", so Bötel. "Wir wollen dagegenhalten und schauen, was möglich ist."

Von insgesamt 30 Aufeinandertreffen in der Liga ging der VfL vierzehn Mal als Sieger vom Feld, Blomberg zwölf Mal. Zwei Mal trennten sich die beiden Teams unentschieden. Die letzten beiden Duelle gingen jedoch an die HSG (33:27 und 33:30). Am Wochenende erwartet Blombergs Trainer Steffen Birkner erneut ein hartumkämpftes Duell: "Oldenburg verfügt mit Kathrin Pichlmeier, Merle Carstensen und Toni Reinemann über einen sehr guten Rückraum und hat zudem mit Julia Renner einen starken Rückhalt. Die knappe Niederlage gegen den THC oder aber auch der Sieg gegen Metzingen haben gezeigt, was die Mannschaft sowohl in der Abwehr aber auch im Angriff leisten kann. Unsere Aufgabe wird es sein, uns weiter in der Abwehr zu stabilisieren und die taktischen Variationen des Gegners mit Ruhe und Geduld zu lösen", so Birkner.

Dass sein Team dabei erstmals ohne Zuschauer auskommen muss, beurteilt der HSG-Trainer wie folgt: "Die Situation ohne Zuschauer ist für beide Mannschaften nicht einfach, trifft uns als Heimteam in der jetzigen Situation jedoch noch etwas mehr. Am Ende des Tages darf und wird das keine Ausrede sein. Wir sind hochmotiviert und haben das Ziel, die zwei Punkte in Blomberg zu behalten. Auch für unsere Fans!".

Die Partie im Livestream auf Sportdeutschland.TV