19.10.2020 14:12 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Werder Bremen verpasst gegen den VfL Waiblingen den ersten Saisonsieg

Naomi Conze und Caren Hammer im Zweikampf.Naomi Conze und Caren Hammer im Zweikampf.
Quelle: SV Werder Bremen
Eine Aufholjagd in der zweiten Halbzeit reichte für die Handballerinnen des SV Werder Bremen nicht zum ersten Saisonsieg. Nach einem 10:14-Pausenrückstand müssen sich am Ende mit 26:29 dem VfL Waiblingen geschlagen geben. Für die Waiblinger "Tigers" war es der dritte Sieg in Folge.

"Das Ding müssen wir in der ersten Halbzeit schon längst klar machen", ärgerte sich Waiblingens Trainer Thomas Zeitz nach der Partie. "Doch ich habe die Mädels auch dafür gelobt, dass sie sich nach dem Durchhänger und dem Rückstand wieder zurückgekämpft und das Spiel noch gedreht haben."

Werder tat sich zu Beginn schwer gegen die "Tigers" aus Waiblingen und geriet mit 0:3 (4.) in Rückstand. Danach fanden die Bremerinnen aber langsam besser ins Spiel und kamen beim 4:4 (10.) zum Ausgleich. Der Führungstreffer gelang Werder aber nicht, die Gäste nutzten die Fehler der Grün-Weißen aus und Werder kassierte innerhalb von 90 Sekunden drei Tore. Damit lag der SVW wieder mit 4:7 (12.) im Hintertreffen.

Im Bremer-Tor zeigte Victoria Nigbur nun einige gute Paraden und verhinderte damit, dass die Führung für die Gäste in dieser Phase noch größer wurde. Im Angriff suchte Bremen oft die Kreisläuferin, fand aber zu selten die Lücke, zwei verworfene Siebenmeter taten ihr Übriges dazu bei, dass Bremen 7:13 (26.) in Rückstand geriet. Noch vor der Pause riss jedoch der Faden in der Waiblinger Offensive. Der VfL ließ beste Chancen liegen oder verlor die Bälle durch technische Fehler. "Statt mit zehn Toren Vorsprung in die Halbzeit zu gehen, haben wir Werder damit wieder aufgebaut", so Waiblingens Trainer Zeitz später.



Werder Bremen witterte Morgenluft und brauchte nach dem Seitenwechsel gerade mal fünf Minuten, um aus dem 10:14-Pausenrückstand die erstmalige Führung zu erzielen (15:14). Das Momentum war nun auf der Seite von Werder und Naomi Conze brachte ihre Farben beim 18:16 (40.) erstmals mit zwei Toren in Führung. Waiblingen blieb aber dran und es entwickelte sich eine umkämpfte Partie zwischen beiden Teams.

Beim 22:22 (50.) kam Waiblingen wieder zum Ausgleich und durch zwei einfache Fehler innerhalb einer Minute geriet Bremen sogar wieder mit 22:24 in Rückstand. Werder kämpfte aber weiter, Denise Engelke sorgte mit einem Doppelpack wieder für den Ausgleich. Beide Teams wussten, dass ein Fehler in dieser Phase den Ausschlag geben konnte zwischen Sieg oder Niederlage. Mit einem 26:26-Unentschieden ging es in die letzten fünf Minuten der Partie.

In der verpasste Werder die Chance auf die Führung als Nina Engel beim Siebenmeter nur den Pfosten traf. Auf der anderen Seite behielt Lucija Zeba von Rechtsaußen die Nerven und brachte die Gäste in Führung. Werder kämpfte weiter, hatte aber wieder Pech im Abschluss als Conze auch nur das Aluminium traf. In der Schlussminute gelangen den Gästen dann noch zwei Treffer und Werder musste sich am Ende unglücklich mit 26:29 geschlagen geben.

"Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Es reicht nicht, wenn wir nur 20 oder 30 Minuten kämpfen, wir brauchen mehr Kontinuität in unserem Spiel", so Werder-Coach Robert Nijdam nach dem Schlusspfiff. Die kämpferische Einstellung der zweiten Halbzeit lobt auch Waiblingens Trainer Thomas Zeitz: "Sie haben stark gekämpft, am Ende bin ich natürlich froh über die beiden Punkte. Wir müssen aber noch cleverer agieren und das Spiel eigentlich schon vor der Pause entscheiden."

"Klar hat es mich geärgert, dass wir die Souveränität im ersten Durchgang nicht über das ganze Spiel halten konnten. Daran müssen wir noch weiter arbeiten", resümierte VfL-Coach Thomas Zeitz. "Andererseits habe ich der Mannschaft ein großes Kompliment gemacht, dass sie sich wieder zurückgekämpft hat. Unterm Strich war es ein verdienter Erfolg."

Werder Bremen: Troster, Nigbur; Conze (6), Engel (6), Thomas (1), Seidel, Engelke (5/1), Gajewski (3), Sposato, Fröhlich, Döpke, Defaya (5).

VfL Waiblingen: Zec, Ionita; Nagler (2), Teixeira da Silva, Zeba (2), Hagen (4), Wulf (1), Hammer (2), Smits (2/2),Pautsch (4), Berisha (7/6), De Bellis (1), Nikolovska (1), Ridder (1), Jäger (2).