14.10.2020 08:48 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

VfL Oldenburg erwartet "Riesenhammer", Thüringer HC weiter ohne Toptorjägerin Emma Ekenman-Fernis

Will mit dem VfL dem Spitzenreiter ein Bein stellen: Luisa KnippertWill mit dem VfL dem Spitzenreiter ein Bein stellen: Luisa Knippert
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Es wird die nächste große Hürde für die Oldenburger Bundesliga-Handballerinnen sein, die es zu überspringen gilt: Wenn am Mittwoch, 19.30 Uhr, der Thüringer HC in der kleinen EWE-Arena gastiert, dann befindet sich der VfL in der Außenseiterrolle - wittert gegen den Klub, der als Spitzenreiter anreist und am Wochenende einen deutlichen Sieg in der EHF European League in Wien feierte, aber seine Chance.

"Mit dem THC kommt ein Riesenhammer in die EWE-Arena", sagt Jenny Behrend. Die Oldenburger Außenspielerin sieht in den Thüringerinnen einen Aspiranten auf den Bundesliga-Titel - nicht erst seit dem 29:29 am zweiten Spieltag gegen Bietigheim oder dem 36:28-Erfolg in der vergangenen Woche gegen die HSG Blomberg-Lippe. "Sie sind klarer Favorit gegen uns", so Behrend. "Das heißt aber nicht, dass wir uns kampflos geschlagen geben."

Ähnlich sieht es ihr Coach Niels Bötel. "Der Thüringer HC gehört ganz sicher zu den besten Mannschaften in Deutschland und wird um die Europacup-Plätze mitspielen", glaubt er. Mit Herbert Müller habe das Team zudem einen Trainer, "der eine echte Persönlichkeit ist". "Er hat den Handball in der Bundesliga schon über viele Jahre geprägt, lässt dazu immer wieder neue Taktiken einfließen", erzählt Bötel. "Er holt immer das Beste aus den Mannschaften heraus."

Seit nunmehr zehn Jahren hat Müller das Sagen beim THC, feierte in dieser Zeit sieben Meistertitel mit den Thüringerinnen. In der abgebrochenen Vorsaison rangierte das Team aber nur auf Platz vier. Zudem gilt es für Müller in diesem Jahr, viele neue Spielerinnen in den Kader zu integrieren. "Wir können gegen den THC befreit aufspielen", blickt Jenny Behrend auf das Duell mit dem Top-Team, in dem es darum geht, so lange wie möglich mitzuhalten. "Dazu müssen wir in der Abwehr richtig ackern, geduldig spielen und versuchen, unsere Leistung abzurufen."

"Oldenburg ist immer für eine Überraschung gut", mahnt Herbert Müller und fordert von seiner Mannschaft weiterhin Konstanz ein. Deshalb tut der THC gut daran, "konzentriert in der Abwehr und konsequent im Angriff vorzugehen, eigene Fehler zu vermeiden und den Gegner mit gnadenlosem Tempospiel zu beeindrucken". Der THC muss auf Toptorjägerin Emma Ekenman-Fernis verzichten, die weiterhin an ihrer Sprunggelenksverletzung laboriert. Auch Ines Khouildi steht vor einer Operation und wird länger ausfallen.

Dass das gelingen kann, hat das Team nicht zuletzt am ersten Spieltag gegen die TuS Metzingen bewiesen. Und: Nach dem Erfolg im Nord-Duell bei den HL Buchholz 08-Rosengarten sind die Oldenburgerinnen mit 6:4 Punkten auf den sechsten Tabellenplatz geklettert. "Wenn es eine Chance auf Punkte gibt, wollen wir da sein", kündigt VfL-Trainer Niels Bötel an und hofft, dass seine Spielerinnen zum großen Sprung ansetzen - und die Hürde Thüringer HC überwinden.

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