09.10.2020 08:49 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

"Interessante Auseinandersetzung mit viel Eigendynamik": Handball-Luchse empfangen VfL Oldenburg

Merle CarstensenMerle Carstensen
Quelle: Thorsten Helmerichs, VfL
Am 10.10.2020, dem fünften Spieltag der 1. Bundesliga, kommt es zum brisanten Nord-Derby um 19.00 Uhr in der Buchholzer NordHeideHalle zwischen den HL Buchholz 08-Rosengarten und dem VFL Oldenburg.

Nach der deutlichen 22:32-Niederlage gegen den Thüringer HC sind die Luchse mit 2:6 Zählern auf den 14. Rang gerutscht, während der VFL Oldenburg mit 4:4 Punkten nach dem knappen 31:30-Auswärtssieg gegen die HSG Bad Wildungen den achten Platz in der aktuellen Tabelle belegt.

Beide Mannschaften holten zwei Punkte gegen die Vipers aus Bad Wildungen, darüber hinaus sorgten die jungen Oldenburger Spielerinnen am ersten Spieltag mit dem 26:25 über das Spitzen-Team TuS Metzingen für mehr als nur eine Überraschung, Aber bei einem Derby ist es müßig Quervergleiche anzustellen, denn für die Heimmannschaft ist das Derby im heimischen Luchsbau einer der Saison-Höhepunkte.

"Ein Derby ist immer eine interessante Auseinandersetzung mit viel Eigendynamik. Bei dieser Konstellation ist es schwierig Prognosen über den Ausgang des Spiels vorherzusagen, denn Sieg oder Niederlage hängen oft nur von Nuancen ab. Ich weiß nur, dass wir dieses Spiel gewinnen wollen. Meine Mädels sind sehr motiviert und haben während der Länderspielpause zielorientiert trainiert", so Luchse-Trainer Dubravko Prelcec.

Oldenburg spielt gegen Oldenburg




Die Tage rund um das spielfreie Wochenende haben die Oldenburgerinnen genutzt, um Kraft für die kommenden Aufgaben zu tanken. "Die Zeit war wichtig, damit unsere angeschlagenen Spielerinnen ein wenig ihre Wehwehchen auskurieren konnten", berichtet Niels Bötel. Während Jenny Behrend (Frauen) und Nele Reese (U20) bei den Nationalmannschaften weilten, legte der VfL-Coach bei den verbliebenden Spielerinnen den Fokus auf den athletischen Bereich, ehe die Spielvorbereitung auf Gegner Rosengarten startete.

Denn: Coach Bötel würde nach dem ersten Auswärtssieg bei der HSG Bad Wildungen nur zu gerne die nächsten zwei Zähler nach Oldenburg entführen. Doch er weiß auch, dass die Mannschaft aus dem Kreis Harburg nicht zu unterschätzen ist. Zumal die Luchse ebenfalls gegen Bad Wildungen triumphierten (24:20) und hier ihre bislang einzigen beiden Punkte aus den bisher vier Saisonspielen holten. "Sie können auch als Aufsteiger reell um den Klassenerhalt mitspielen", glaubt Bötel. "Wir müssen 60 Minuten fighten, wenn wir gewinnen wollen."

In der Deckung sollten sie seiner Meinung nach dabei Kim Berndt im Auge behalten. "Sie ist der Kopf der Mannschaft", sagt Bötel über die 30-jährige Rückraumspielerin, die erst Anfang des Monats ein neues Teammitglied an ihrer Seite begrüßen durfte. Jessica Oldenburg, von 2009 bis 2019 im Dienst des Buxtehuder SV, schloss sich den Luchsen nach einer Babypause an und soll bei der Mission Klassenerhalt helfen. "Sie ist mit Sicherheit eine gute Verstärkung", sagt Bötel über die Rückraumspielerin, die für den BSV in 232 Bundesligaspielen 778 Tore erzielte.

Luchse wollen "Fehlerquote minimieren"




Beim Oldenburger 22:18-Erfolg gegen Rosengarten in der Saisonvorbereitung war sie noch nicht dabei. Und nicht nur deswegen möchte Niels Bötel der Partie aus dem August nicht allzu viel Bedeutung beimessen. "In dem Spiel haben wir nur auf uns geschaut und versucht, unsere eigenen Vorgaben umzusetzen", erzählt er. "Jetzt haben wir auch den Gegner im Fokus und wissen, dass wir aggressiv ins Spiel gehen müssen."

"Wir müssen unbedingt unsere Fehlerquote minimieren, unermüdlich kämpfen und erfolgreich auf alle taktischen Herausforderungen reagieren. Ich sehe ein Spiel auf Augenhöhe und wie schon gegen die Vipers wird die Mannschaft mit der besseren Tagesform und den stärkeren Nerven gewinnen", glaubt hingegen Dubravko Prelcec.

Diese Oldenburger Mannschaft zu besiegen ist ein ambitioniertes Ziel für die HL Buchholz 08-Rosengarten, aber nicht unmöglich. Immer wenn es einem Gegner gelang Kathrin Pichlmeier auszuschalten, dann bekam der VFL Schwierigkeiten, das zeigen die beiden Niederlagen gegen den BVB und die HSG Bensheim/Auerbach. Das Luchse-Trainer-Team ist auch gefordert, Lösungen gegen das vom Oldenburger Trainer Nils Bötel oft praktizierte Überzahlspiel mit sieben Feldspielerinnen zu finden.

Die Luchse-Deckung wird extrem gefordert sein und muss rigoros das Tempospiel des VFL unterbinden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt auf jeden Fall in der Abwehr. Die Mannschaft muss aber im Angriff das Tempo hoch halten, um den Gegner müde zu spielen, da der VFL oft in den letzten Minuten wie gegen die Vipers einen Fünf-Tore-Vorsprung noch fast verspielte.

Trotz der Niederlage gegen den THC können die Luchse mit Zuversicht in das Derby gehen, denn Fatos Kücükyildiz hat eine deutliche Formsteigerung zu verzeichnen und auch die Bereitschaft gezeigt Verantwortung zu übernehmen, wenn es erforderlich ist. Die Luchse-Fans werden mit Sicherheit alles veranstalten, um ihre Mannschaft zu unterstützen und trotz der begrenzten zugelassenen Zuschauerzahl den Luchsbau in einen Hexenkessel verwandeln. Es ist zu hoffen, dass trotz der Brisanz und der Bedeutung dieses Derbys für beide Mannschaft der sportliche Rahmen gewahrt bleibt und ein packendes Spiel in der NordHeideHalle stattfinden wird.

Die Partie im Livestream auf Sportdeutschland.TV