01.10.2020 19:45 Uhr - Europameisterschaft - dpa, HP DHB, red

Prestigesieg für DHB-Frauen: Deutschland schlägt Weltmeister Niederlande

Kim Naidzinavicius und die DHB-Frauen setzten sich in Lingen gegen die Niederlande durchKim Naidzinavicius und die DHB-Frauen setzten sich in Lingen gegen die Niederlande durch
Quelle: Michael Schmidt
Deutschlands Handball-Frauen haben sich eindrucksvoll aus der Corona-Pause zurückgemeldet. Die DHB-Auswahl gewann am Donnerstag in Lingen ein Test-Länderspiel gegen Weltmeister Niederlande mit 27:25 (16:15) und feierte damit zum Start in die Vorbereitung auf die Europameisterschaft vom 3. bis 20. Dezember in Dänemark und Norwegen einen Prestigesieg. Beste deutsche Werferin war Xenia Smits mit fünf Toren. Am Samstag (16.45 Uhr) treffen beide Teams an gleicher Stelle erneut aufeinander.

Bundestrainer Henk zeigte sich nach dem 27:25 (16:15)-Erfolg mit der couragierten Leistung seines Teams zufrieden: "Das Ergebnis ist toll, aber das stand nicht im Vordergrund. Wir freuen uns sehr über diesen Sieg, den wir verdient haben. Ich bin sehr zufrieden", sagte Groener.

"Es war ein gutes Gefühl, wieder auf der Platte zu stehen. Auch ohne Fans haben wir es geschafft, Emotionen reinzubekommen", sagte Kapitänin Kim Naidzinavicius. Xenia Smits feierte mit fünf Treffern nach einer Schulteroperation und mehr als 14 Monaten Pause ein gelungenes Comeback. "Wir haben gewonnen, was will man mehr. Es gibt noch einiges zu verbessern, aber wir haben auch lange nicht mehr zusammengespielt", sagte die Rückraumspielerin.

Bei der WM im Dezember 2019 in Japan hatte die deutsche Mannschaft den späteren Weltmeister ebenfalls bezwungen (25:23), dann aber das Ticket für die Olympia-Qualifikation verpasst. Seither hatte es kein Länderspiel mehr gegeben. Zwei Tage nach seinem 60. Geburtstag war es für Henk Groener ein besonderes Spiel, der Bundestrainer ist Niederländer und stellte im Nachbarland viele Weichen für die späteren Erfolge.

Die DHB-Auswahl zeigte gegen den Weltmeister eine starke Leistung. In ihrem 50. Länderspiel legte Torfrau Dinah Eckerle einen ganz starken Start hin, wehrte alleine in den ersten 20 Minuten fünf Würfe ab und harmonierte prächtig mit der Abwehr. In Hälfte zwei stand ihr Lea Rüther in nichts nach und beeindruckte beispielsweise mit einer doppelten Glanztat nach einem Siebenmeter der Niederländerinnen.

DHB-Team mit Start-Ziel-Sieg




Groener musste zwar auf die Leistungsträgerinnen Emily Bölk und Julia Behnke verzichten, die wegen eines Corona-Falls bei ihrem Verein FTC Budapest nicht nach Deutschland reisen konnten. Dennoch erwischte die DHB-Auswahl den besseren Start und zog schnell auf 4:1 (7.) davon. Auch wenn nicht alles rund lief im deutschen Spiel und die Niederlande nach einer ersten Auszeit kurzfristig aufkamen, die Gastgeberinnen bestimmten das Geschehen und bauten die Führung Mitte der ersten Halbzeit sogar auf sechs Tore aus - ein 12:6 stand nach 18 Minuten auf der Anzeigetafel.

Gäste-Trainer Emmanuel Mayonnade nahm danach bereits seine zweite Auszeit, die Wirkung zeigte. Der Weltmeister, in dessen Reihen sieben aktuelle und acht ehemalige Bundesliga-Spielerinnen standen, fing sich und kam bis zur Pause wieder auf ein Tor heran, mit einem 16:15 für die DHB-Frauen ging es in die Kabinen.

Henk Groener fand in der Pause offenbar die richtigen Worte. Trotz vieler Wechsel übernahm die deutsche Mannschaft schnell wieder die Kontrolle und setzte sich beim 23:18 (43.) erneut auf fünf Tore ab. Am Ende wurde es zwar nochmals eng, drei Treffer in Serie brachten die Niederlande beim 25:24 wieder auf ein Tor heran. Doch auf der Gegenseite setzte Xenia Smits einen wichtigen Treffer und Lea Rüther war zur Stelle. Spätestens mit dem 27:25 durch Julia Maidhof war die Entscheidung dann gefallen.

Deutschland - Niederlande 27 : 25 (16:15)


Deutschland:
Eckerle, Rühter
Smits 5, Berger 3, Grijseels 3, Maidhof 3/1, E. Minevskaja 3/1, Schulze 3, Naidzinavicius 2, Weigel 2, Lauenroth 1, Schmelzer 1, Zapf 1, Großmann, Thomaier, Zschocke

Niederlande:
Duijndam, Wester, ten Holte
van Wetering 4, Abbingh 3/2, Dulfer 3, Smits 3, Housheer 2, Malestein 2/1, Nüsser 2, Snelder 2, Bont 1, Freriks 1, Kramer 1, Van Der Heijden 1, Haggerty, Smeets

Schiedsrichter: Christian Hannes / David Hannes
Strafminuten: 16 / 10

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