01.10.2020 16:18 Uhr - Europameisterschaft - HP DHB, red

Kim Naidzinavicius über Neustart und EM-Ziele: "Müssen ein höheres Level über längere Zeit abrufen"

Kim NaidzinaviciusKim Naidzinavicius
Quelle: Marco Wolf
Seit Mitte Dezember hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf den heutigen Tag gewartet: Für das Team von Henk Groener steht das erste Länderspiel seit der Weltmeisterschaft 2019 an. Mit dem Doppelpack gegen die Niederlande am heutigen Donnerstag (18.15 Uhr) und am Samstag (16.45 Uhr, beide live auf SPORT1) gegen Weltmeister Niederlande steigt die Mannschaft in die Vorbereitung zur EM (3. bis 20. Dezember) in Norwegen und Dänemark ein. Vor dem ersten Länderspiel äußert sich Kapitänin Kim Naidzinavicius zum Neustart und den Zielen ...

Bundestrainer Henk Groener sprach von einer riesigen Vorfreude auf Lehrgang und Länderspiele - wie sieht das die Kapitänin?

Kim Naidzinavicius:
Wir haben uns richtig gefreut, als wir uns gesehen haben - aber natürlich keine innigen Umarmungen, sondern mit Distanz und Abstand. Und in den ersten Trainingseinheiten hat man gesehen, wie motiviert alle sind. Es macht gerade einfach einen Riesenspaß, wir sind so froh, dass das alles gerade möglich ist.

Wie sehr fehlt der Mannschaft die Spielpraxis?

Kim Naidzinavicius:
Wir hatten ja dank der Bundesliga und viele auch in der Champions League ja schon wieder Spielpraxis, das kommt jetzt zugute. Aber es haben über die Monate natürlich die Partien mit der Nationalmannschaft gefehlt, in denen wir an unserer Leistung hätten arbeiten können, das Niveau bei der EM muss hoch sein.

In den ersten Länderspielen des Jahres geht es gleich gegen den Weltmeister. Ist die erste Hürde nicht etwas hoch?

Kim Naidzinavicius:
Wir freuen uns auf den Vergleich mit den Niederlanden. Bei der WM haben wir sie geschlagen, das zeigt, dass wir auch mit dem Weltmeister mithalten können. Einige Spielerinnen wie Estevana Polman und Delaila Amega sind verletzt, daher wird es auch eine andere Mannschaft als bei der WM sein. Solche Spiele gegen starke Gegner helfen uns mit dem Blick auf die EM einfach, denn wir wollen uns mit den Besten messen.

Wie intensiv hat sich die Mannschaft bislang mit dem Gegner befasst?

Kim Naidzinavicius:
Wir beschäftigen uns erst einmal mit uns, nicht mit den Niederlanden. Wir haben 22 Spielerinnen dabei, da gilt es vor allem die neuen einzuspielen. Henk wird uns vor dem Spiel schon genau erklären, wie die taktische Marschroute ist. Wir wollen gewinnen, aber es ist wichtiger, dass wir uns finden und einspielen, denn viele Möglichkeiten zum Testen haben wir vor der EM ja nicht mehr.

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Wie haben Sie die lange Nationalmannschafts-Pause erlebt?

Kim Naidzinavicius:
Wir sind es Nationalmannschaft ja schon gewöhnt, uns länger nicht zu sehen, aber da reden wir von drei Monaten. So eine lange Pause haben wir noch nie erlebt. Obwohl wir uns nicht gesehen haben, waren wir online aber immer in Kontakt. Und daher sind alle gut für den Lehrgang vorbereitet, denn alle haben sich an die Regeln gehalten und sind richtig fit. Die neuen Spielerinnen wussten, was auf sie zukommt, und daher hatten wir richtig gute Trainingseinheiten.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Julia Behnke und Emily Bölk?

Kim Naidzinavicius:
uch wenn Julia Behnke und Emily Bölk fehlen, ist der Kern der Mannschaft ja zusammen. Beide wissen, wie wir spielen, und die haben dann im November die Zeit, um wieder reinzukommen. Sie werden sich schnell wieder einfinden.

Wo liegen aktuell die Stärken und Schwächen der Mannschaft?

Kim Naidzinavicius:
Unsere Stärken sind Abwehr und Torwartspiel, und wenn wir dann unser Tempospiel aufziehen können, sind wir richtig gut. Wo wir uns im Vergleich zur WM auf jeden Fall steigern müssen, ist die Effektivität bei freien Würfen und dass wir die einfachen Fehler reduzieren. Daneben müssen wir noch variabler im Angriff spielen.

Inwiefern ist der Blick schon auf die EM gerichtet?

Kim Naidzinavicius:
Wir haben im Lehrgang noch nicht viel über die EM und unsere Ziele gesprochen, da haben wir im direkten Vorfeld noch Zeit. Wir haben die WM 2019 abgearbeitet. Wir haben lange mit allen Mannschaften mitgehalten, aber wir müssen eben noch konstanter spielen, müssen ein höheres Level über längere Zeit abrufen.

Hinweis: Dieser Beitrag stammt von der Website des Deutschen Handballbundes

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